Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Erez Israel in der Responsenliteratur des späteren Mittelalters
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 2)
- Language
- German
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4-5 Rabbiner, die sich auf Palästina beziehen. So fragt z. B. ein Jude, ob derjenige, welcher in Palästina begraben ist, von den Grabes־ leiden (חבוט הקבר) befreit ist1. Ein Rabbiner2 glaubt sogar, daß, wenn man die Reise ins heilige Land unternommen, aber durch ein Ereignis (z. B. Tod) nicht dazu gekommen ist, den heiligen Boden zu betreten, es gleich wäre, wde wenn man nach Palästina gekommen wäre. Er meint auch, daß man vielleicht dadurch auch von den eschatologischen Leiden (גלגול מחילות) befreit wird. Die große Bedeutung, die man dem Aufenthalt in Palästina beilegte, blieb nicht ohne Einfluß auf manche praktische Entscheidungen: so ward z. B. entschieden, daß ein Mann, der nach Palästina auswandern will, seine. Frau zwingen kann, ihm dorthin zu folgen; sonst erfolgt Scheidung und Verlust der Kethuba3. Jemand, der nach Palästina auswandern wall, dessen Eltern aber dagegen sind, soll in diesem Punkte seinen Eltern nicht folgen4. Da das Wohnen im heiligen Lande als Verdienst, als Mizwah, betrachtet ward, so geloben manche in ihrer Not nach Palästina zu fahren. So sehen wir vom 13. Jahrhundert an bis in die Neuzeit in Deutschland5, Frankreich6, Spanien7, Italien8 und in anderen Ländern9, ja sogar in Afrika10 Rabbiner11 und einfache Juden, Männer und Frauen12 geloben bzw. schwören, nach Palästina zu fahren. Dies ist eine interessante Parallele zu den Gelübden der Christen, die Kreuzzüge nach Palästina gelobten und dadurch Ablaß von Sünden erhielten13. 1 Vgl. weiter B I 2b. 2 Ygl. weiter B I 7. Vgl. auch I 4d. 3 Vgl. weiter B I 2c; II 2. Vgl. noch RGA. des R. Moses Trani I 210, 245; II 216. Vgl. die Ansicht des R. Salomo b. Simon Duran, weiter I 5. 4 Vgl. B I 2c. — Vgl. noch RGA. des R. Moses Trani I 139. 5 Vgl. B II 8, 10, 13. 6 Vgi. weiter II 1. Ueber das Gelübde des Sohnes des R. Jechiel aus Paris vgl. Groß, Gallia Judaica S. 91 und Freimann, Einleitung zu Sefer Machkim S. XIII. 7 Vgl. II 3, 6. 8 Vgl. weiter B II 14. 9 Vgl. II15. Vgl. noch. RGA. des R. Moses Trani III Nr. 81 (ed. Lemberg S. 16a). 10 Vgl. weiter I 4b. RGA. des R. S. b. S. Nr. 2. RGA. יכין ובעז I 58. 11 Weiter II 1,3,8. Auch Nachmanides gelobte, nach Palästina auszuwandern (vgl. Grätz VII Note 2 Ende): דרשה שדרש הרמב׳י׳ן כשנדר לאביר יעקב לעבור לארץ ישראל. Über die Auswanderung des Nachmanides vgl. Grätz a. a. O. 12 Von solchen Gelübden seitens Frauen hören wir zuerst im 14. Jahrhundert. Vgl. weiter II 13, 15. 13 Daß hier eine Beeinflussung vorliegt, läßt sich nicht nachweisen. Vgl. dagegen folgenden Fall in RGA. des R. Leviibn Ghabib Nr. 3 (ed. Lemberg 5d f.): Ein Jüngling, dessen Vater während der Pest starb, gelobte in seiner Krankheit, den ״vierten Teil seines Körpers für den Propheten Samuel“ (er meinte damit, den vierten Teil des Wertes für seine Person für Oel zu Ehren Samuels bzw. für ähnliche Zwecke zu spenden). Ae hnli che Fälle kamen häufig vor: והנה ראינו כי דרך בבי המלכות הזה ומלכיות המערב לנדור ולהקדיש בזה האופן שאומדין כך וכך לאדונינו שמואל ט״ד. ופי׳ לשובם כפי הסכמתם היא להקדש אדוננו שמואל וכוונתם כפי מה שראינו היא שמביאים נדריהם וכדכותם לבית ציון הנביא עליו השלום ושם מדליקין שמן ושעוה לכבודו והנותר מן הכל נותנים אותו ביד הנאמן על ההקדש הנזכר והוא מוציא אותו בכבוד ספר תורה ובכבוד בית הכנסת הי״ג של העיר הקדושה ירושלים חוב״ב ובכלי כסף לבית הכנסת הנזבד בנראה שוכר, לזד, הנביא הוד, המקודש ע״ה מפני שלא היה כהנה בבל ימיו