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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 1 · p. Seite 40

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 1
Article
Wer ist Abraham Aron Lichtenstadt?
Date
1930-01-01
Page
Seite 40 (sequence 6)
Language
German
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40 sich um seine Befreiung mit Erfolg bemüht. Laut Reskript Leopold I. vom 23. Mai 1703 sollte ihr die böhmische Kammer zu den 2600 fl. verhelfen, welche die Landesjudenschaft ihrem Vater schuldete. Von ihrem Gatten heißt es (1699) ,,David Wiener des Abr. Aron Tochter Mann“. Ihre Inschrift (4. Cheschwan 1705) beginnt: יום הי ד׳ מרחשון תס״ו ל׳ פ״ט היולדת הצנועה מרת אידל כת הראש והקצין ה״ה מוהר״ר אברהם ל״ש סג״ל ו״ל איטינגן פרימם דמדינה אשת הנעלה כהר״ר דוד בהראש והקצין כהר״ר מיכל ווינד ו״ל ר״ה. Im Texte kommt der Passus vor: ... דבריי הנעימים עשו פרי אצל כל גדולי רמים כגבר היתד. משתדלה להצלת אביה . . .. Die Grabschrift (8. Adar I. 1742) seiner jüngsten Tochter Feile lautet: ביום ב׳ שלא נאמר כי טוב ח׳ אדר ראשון תק״ב לפ״ק פה טמונה צנוע והגונה החכמנית והזקינה מרח פייאלה בת המפורסם פרימם המדינה האלוף מו״ה אברהם ל״ש דל הלוי בין נגידים מכונה, אשת האלוף התורני מו״ה סיני נייאשטעדטל זצ״ל דיינא ונשאת שנית להראש והקצין פ״ו יוזפא בינדלש ז״ל. Abraham Aron heiratete zum zweitenmal Muskat, die Witwe nach Isak Taußig Sachsei, Primas von Prag (st. 1691)1, sie wird einmal ,,Muskat Wittib des Abraham Eitka“ dann wieder ,,Muskat nach Abr. Aron gebliebene Wittib“ bezeichnet (st. 1719)2. Was aber alle Gelehrten bis zum heutigen Tage veranlaßte, an der Tatsache der Identität der beiden Abraham hartnäckig vorüberzugehen, ist der Name Aron, da der zweite Name in der Regel den des Vaters bezeichnet. Wie kann sich Abraham, Sohn des Naftali Hirz, als der Sohn des Aron bezeichnen? Die Antwort geben uns die Memoiren der Glückei von Hameln, wo es heißt3: ,,Die beiden haben auch meinen Bruder Wolf . . . mit der Tochter des Jakob Lichtenstadt verlobt. Dieser war als ein sehr angesehener, wackerer Mann bekannt; er war bis zu seinem Tode Landesvorsteher (פרנס המדינה) und war hervorragend an Reichtum. Aber schließlich hatte er Streit mit seinem Stiefsohne Abraham L i c h t e n s t a d t, so daß er gegen Ende seines Lebens in seinen Vermögensverhältnissen herabgekommen ist.“ Dieser Jakob L. ist kein anderer als der erste Landesdelegierte Jakob Aron aus Lichtenstadt, der als solcher am 12. April 1663 einen kais. Schutzbrief erhielt4. Jakob Aron ist tatsächlich gegen Ende seines Lebens in finanzielle Schwierigkeiten geraten, was aus folgender Notiz über eine Eingabe an die Statthalterei ersichtlich ist: ,,Jakob Aron, fürstl. Sächs. Hoff Judt bittet Ihme bey dem erteilten Paß und Schutzbrief zu schützen, und diejenige, welche ihme was zu praetendiren vermeineten, zu seiner Instanz zu verweisen und mit keine Exekution beschweren zu lassen. 9. April 1671“. Im Jahre 1675 war Jakob Aron bereits tot, da ,,Lazar und Brachei (so) Jakob 1 Vgl. S. Hook, Isak Taußig-Sachsel im Jüd. Centralblatt, hrg. von M. Grünwald, III. Jg., 1884, S. 99; Freimann, Vorwort zu Megilafch Samuel in Kobez al Jad III, 1899, Anm. 2. 2 Repertorium a. a. O. Gb 71 u. 72. 3 Edit.Feilebenfeld, Berlin 1920, S. 145f.,* ed. Kaufmann, Frft. 1899, S.169. 4 Vgl. Jakobovits Tobias, a. a. O.

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