Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Wer ist Abraham Aron Lichtenstadt?
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 5)
- Language
- German
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39 großen Familie1. Ebenso erwähnt ihn B ernliard Wach stein bei der Beschreibung seiner berühmten Familie2. Für seine Genealogie ist David M a g g i d 3 am wichtigsten; er bringt einen ausführ־־ liehen Stammbaum des ganzen Geschlechts der Oettingen, wo die Ahnen und Nachkommen Abraham Lichtenstadts verzeichnet sind. David Kaufmann bringt hierzu eine wertvolle Ergänzung in seiner Arbeit ,,Mordechai Model Oettingen und seine Kinder"4. Nach dem hier Angeführten gab es zwei Primatoren von Böhmen, der eine war Abraham Aron Lichtenstadt, der andere Abraham Lichtenstadt b. Naftali Hirz Oettingen; beide lebten und wirkten zur selben Zeit als Primatoren der böhmischen Landesjudenschaft. Doch wie ist das möglich? Die Antwort ist ganz einfach: Abraham Aron und Abraham b. Naftali Hirz sind identisch. Bei näherer Untersuchung ergibt sich auch, daß alle uns nur bekannten Daten, ob sie die Person oder die Familie betreffen, diese Identität be־־ stätigen. Wir bringen hier zur Bekräftigung unserer Feststellung in Kürze das Beweismaterial, das sich noch vermehren ließe, wobei wir von den Prager Grabschriften5 einiger Familienmitglieder immer nur die Ueberschrift bringen. Der uns bereits bekannte Todestag Abraham Arons (13. Kislev, 3. Dezember 1702) ist tatsächlich auch der des Abraham Oettingen. Seine Grabinschrift beginnt: יום א' י״ג כסלו תם״ו. ל״ק, וי מת אברהם וינוע קצין ושוע, ככלבא שבוע, ספון בארו ואשברוע, משפם עשה וצדקה דה בצוע, וימי אברהם הלוך ונסוע, פרנם הדור המפורסם האלוף מו״ה אברהם ל״ש םג״ל פרימם המדינה בן ה״ה מו״ה נפתלי הירץ סג״ל ו״ל רופא מומחה איטינגץ. In einem Aktenstücke vom 12. März 1693 steht: ,,...des jüdischen Landl Primas Abraham Aarons . . . Sohn (hat) des Wedeies (R. Wolf Spira) Tochter . . . geheuratet", darunter ist der bereits erwähnte Sohn Salomoix gemeint. Seine Grabschrift (15. Tamus 1697) bestätigt auch diese Angabe: יום ה׳ ט״ו תמוו תנ״ו ל״ק, פה ספון וטמון איש נכבד ומהימן הנעלה כהר״ר שלמה בן הראש והקצין מהר״ר אברהם ל״ש חתן ה״ה המופלג מו״ה וואלף י״ץ הרב דמדינת פיהם ור״מ. Derselbe Grabstein umfaßt auch das Grab seiner ihm bald in den Tod nachgefolgten Mutter Dina (24. Elul 1697), diese lautet: יום גי כ״ד אלול תנ״ו ל״ק פה טמונה אישה יקרה ונעימה הצנועה מרת דינה בת הנעלה כהר׳־ר שלמה ויל אשת הראש והקצין מרה אברהם ליכטנשטאט י׳יץ. Unser Abraham wird in den beiden Grabinschriften nicht als Primator bezeichnet, da er ja i. J. 1697 noch im Prozesse stand. Viel besagt uns die Grabschrift seiner ältesten Tochter E d 1, die unter dem Namen Helene Wienerin bekannt ist. Sie hat ihren Vater im Kerker während seiner Krankheit gepflegt und 1 ״1 כלילה יופי Krakau 1888, S. 116 ff. 11. a. 2 Inschriften I, S. 449. 3 Zur Geschichte und Genealogie der Günzburge. S. Petersburg 1899, S. 254 f., 262 ff. Danach hätte A. L. 3 Söhne und 5 Töchter gehabt; der von ihm als 3. Sohn erwähnte R. Samuel war jedoch ein Sohn Salomons, vgl. Gal-Ed Nr. 86. 4 Monatsschrift 42 Jg. (1898), S. 557 f. 5 Vgl. hierzu Maggid D. a. a. O.