Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Wer ist Abraham Aron Lichtenstadt?
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 7)
- Language
- German
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41 Aronische Juden Waisen zur Lichtenstadt“ die Statthalterei am 28. Mai 1675 und 14. August 1676 ersuchen, ihnen zu den Schulden zu verhelfen. Jakob Lichtenstadt hatte Aron nur als Familiennamen gebraucht. Als sein Stiefsohn (בנר חררגר) kommt von den drei zur selben Zeit lebenden Abraham Lichtenstadt, die alle im öffentlichen Amte hervorragend wirkten, nur unser Abraham in Betracht, der den Zunamen Aron von seinem Stief- oder Pflegevater Jakob Aron angenommen hat, wie auch sein Sohn Salomon Aron genannt wurde1. Ob Jakob und Abraham Aron gleichzeitig oder, wie wir vermuten, nacheinander als Hofjuden in Schlackenwerth tätig waren, wäre noch zu ermitteln, immerhin dürfte hier der Grund zu den von Glückei von Hameln erwähnten Zerwürfnissen zu suchen sein. Abraham Oettingen aus Lichtenstadt hat den Zunamen Aron nur als seinen bürgerlichen Namen den Behörden und der Umwelt gegenüber gebraucht, niemals aber als einen Bestandteil seines hebräischen Namens angesehen. Deswegen finden wir auch in den zahlreichen deutschen Akten der Landesjudenschaft wie in den Protokollbüchern und Schriftstücken der Behörden von 1671—1702 immer nur den Namen des Primators Abraham Aron, im Hebräischen dagegen heißt er immer nur Abraham b. Naftali Hirz Oettingen, wie dies auch auf den erwähnten Grabinschriften ersichtlich ist und wie dies auch seine eigene ins Deutsche übersetzte Unterschrift beweist, die sich auf dem Aufnahmeschein des Abraham Broda zum Landrabbiner befindet. Diese lautet: ,,Abraham Lichtenstadt, Geschlecht Levit Ethingen“. Wo und wann ist Joseph Delmedigo gestorben? Von B. W e i 11 r y b in Breslau. Das Dunkel, das über dem rätselhaften Leben2 dieses Mannes liegt, hüllt auch Ort und Zeit seines Todes ein. Die Historiker sind sich über sein Todesjahr nicht einig. Jost3 gibt das Jahr 1657 an, Grätz4 und Dubnow5 dagegen das Jahr 1655. Die beiden letzteren stützen sich auf den Gal-Ed6, in dem die Inschrift des Delmedigoschen Grabsteines aus Prag abgedruckt ist und als Todestag Sukkoth 416 (1655) angegeben wird. Eleazar Fleckeles, der noch das Epitaph gelesen hatte, bevor der Grabstein zertrümmert war7, wie bei der Abfassung des Gal-Ed, gibt in der Vorrede zu תשובה מאהבה I (Prag 1809, ׳S. 4 b) als Todestag Samstag, den *ersten Tag Sukkoth 5416 1 In Leipzig i. J. 1694/95. Treudenthal a. a. 0. S. 176. 2 Vgl. Abraliam Geigers biographische Einleitung in ,,Melo Ghofnajim“ (Deutscher Teil), Berlin 1840 (abgedr. in A. Geigers Nachgelassenen Schriften, Bd. 3, Berlin 1876); Isaak Heilbronn: Die mathematischen und naturwissenschaftlichen Anschauungen des Joseph Salomo Medigo, Erlangen 1913, Diss. 3 J. M. Jost: Geschichte der Israeliten VIII, Berlin 1828. S. 247. 4 H. Grätz: Geschichte der Juden. Leipzig 1868. Bd. X. S. 155. 5 S. Dubnow: Weltgeschichte des jüdischen Volkes. Berlin 1927. Bd. VI. S. 177. . 6 Gal-Ed. (גר עד). Hrsg, von Koppelmann-Lieben. Prag 1856. Hebräischer Teil. S. 33. Nr. 81. י Ibid. Deutscher Teil. 8. 45.