Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die jüdische Gemeinde Opatow und ihre Rabbiner
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 11)
- Language
- German
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- Opatów 2× ep/1047788
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20 Jehoscha Heschel aus Chelm, Landesvorsteher von Kleinpolen, approbierte als solcher דמשק אליעזר. Der dritte, Moses, war Landesvorsteher von Kleinpolen. Sein Schwiegersohn war Samuel, Rabbiner von Neustadt, Vater des Abraham Jehoscha Heschel, Rabbiners in Q., bekannt als ,,der Raw von Opatow“1. 11. R. Isaak Landau, geb. in O., war ein Sohn des Zwi Hirsch, der als Zwi Hirsch Wites bekannt, ein Schwiegersohn des Simchah Menachem. Letztere wurde R. Simchah Doktor genannt und war vorher Leibarzt des türkischen Sultans und später des polnischen Königs Johann Sobieski in seiner Sommerresidenz zu Zolkiew2. Isak war zuerst Rabbiner in Tarlow. Am 12. Schewat 1719 wurde er nach O., seiner Geburtsstadt, als Rabbiner berufen. Dadurch geriet er aber mit seinem jüngeren Bruder Jehuda Landau (Vater des נודע ביהודה) in Streit, der sein Rabbinat nicht anerkannte und selber auf dieses Amt reflektierte3. Jehuda Landau scheint eine kurze Zeit Rabbiner in Rzeszow zu sein. Sein 1 Siehe Ende von אבות עטרה לבנים und Stammbaum der Familie Heilprin a. a. O. — Moses, Landes Vorsteher von Kleinpolen, ist m. E. mit Moses Dobrusches zu identifizieren, dessen Zuname aus dem Vornamen seiner Frau, Dobrusch, gebildet wurde. Letztere war eine Tochter des Parnes Issachar Berisch aus Krakau, eines Sohnes des Heschel, Rabbiners in Krakau. Das wird zwar nicht ausdrücklich berichtet, kann aber erschlossen werden. Im Nr. 20 des in שלומי אמוני ישראל II abgedruckten Stammbaumes der Familie Heilprin wird erwähnt, daß Moses Dobrusches, Parnes in Chelm, ein Schwager des (Isaak) Izik, Rabbiners in Brody, war. Die Frage aber, wer dieser Isaak, Rabbiner in Brody, und wie geartet die Verwandtschaft mit Moses war, bleibt offen. Nun wir wollen sehen. Bekanntlich war Isaak ein Sohn des Krakauer Parnes Issachar Berisch und ein Enkel des Heschel, Rabbiners in Krakau, Isak war Rabbiner in Brody, der dort im Jahre 1705 starb (mein כתבי הגאונים S. 35). Wäre er ein Schwager des erwähnten Moses Parnes gewesen, so müßte Dobrusch, die Frau des Moses, seine Schwester gewesen sein. In דעת קדושים S. 63 wird aber berichtet, daß Meir, Rabbiner in Lublin, eine Tochter namens Dobrusch hatte, die den Parnes Moses aus Lublin geheiratet hatte und nach der letzterer sich Dobrusches nannte. Daselbst S. 104 wird nochmals ausgeführt, daß Issachar Berisch aus Krakau einen Sohn hatte, der Moses hieß, Vorsteher der ״Viefländer‘6 war und unter dem Namen Moses Dobrusches, nach dem Namen seiner Frau Dobrusch, bekannt war. Doch fehlt diesen Behauptungen jede Grundlage. Denn hiernach war Moses Dobrusches ein Bruder des Isaak, Rabbiners in Brody, und ein Sohn des Issachar Berisch aus Krakau, während er iim Stammbaum der Familie Heilprin ganz deutlich als Schwager Isaaks und nicht als sein Bruder bezeichnet wird. Daher will ich das Gegenteil behaupten: Dohrusch war eine Tochter des Issachar Berisch aus Krakau und eine Schwester des Isaak, Rabbiners in Brody. Ihr Gatte, der Vorsteher Moses, war ein Sohn des Meir, Rabbiners in Chelm, Opatow und Lublin, und daher auch ein Schwager des Isaak aus Brody, nach dem Zeugnis des Tarnopoler Rabbiners Isaak Salomon Heilprin in dem oben erwähnten Stammbaum. Der Irrtum im דעת קדושים ist dadurch zu erklären, daß er die Frau Dobrusch, die eine Tochter des Issachar Berisch aus Krakau war, für die Schwiegertochter des letzteren und seinen Schwiegersohn Moses Parnes für seinen Sohn und Schwiegersohn des Meir, Rabbiners in 0., ansieht. In Wirklichkeit war Moses ein Sohn des Opatower Rabbiners Meir, nach dem Zeugnis des Opatower Rabbiners Abraham Jehoscha Heschel, und ein Schwiegersohn des Issachar Berisch aus Krakau, daher ein Schwager des Brodyer Rabbiners Isaak. 2 נודע ביהודה מהדו״ת תניינא אה-עו Abschn. 81, אנשי שם Abschn. 544, Vorwort zu מגן דוד (Lemberg 1880). * Jakob Emden in seinem שבירת לוחות האון s. 49 b, תולדות משפחת גינצבירג s. 255.