Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 3)
- Language
- German
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69 über seinen Vorgängern ist freilich auch, daß er zuweilen die ihm von jenen gebotenen Formen eie mente unorganische Verbindungen eingehen läßt. K. gibt von den Piutim auch eine Uebersetzung mit Nachweis der Zitate und der Anspielungen sowie sonstigen Erläuterungen. Von dem größten Teil des hebräischen Textes liegt ein Faksimiledruck bei, der erkennen läßt, mit welcher Sorgfalt der Herausgeber seines Amtes gewaltet hat. Außerdem sind Faksimileseiten von 14 datierten Bibelhandschriften aus dem 10.—12. Jahrhundert dem Werke beigefügt. Berlin. A. Spanier. Die größere Hälfte der Kahleschen Publikation ist ״liturgischen Texten mit palästinischer Punktation“ gewidmet, die in Gemeinschaft mit Israel Rabin und unter Mithilfe anderer jüdischer Gelehrten herausgegeben, bearbeitet und übersetzt worden sind. Die Verdienste seiner jüdischen Mitarbeiter würdigt Kahle an mehreren Stellen seines Buches: ״,Herr Dr. Israel Rabin ... fand sich zur Mitarbeit bereit. In langwieriger und mühseliger Arbeit haben wir uns in diese Texte eingelesen (S. 78). Der große Anteil, den Herr Dr. Rabin am größten Teil der Uebersetzung und der Anmerkungen hat, soll dadurch zum Ausdruck gebracht werden, daß sein Name mit auf dem Titelblatt erscheint“ (S. 79). Sonst waren dem Herausgeber behilflich Dr. J. Weinberg und Prof. Epstein, ferner Rabb. Ch. Gerstein und zwei jüdische Studenten K.s. ״Daß ich im Verlaufe der Arbeit sehr viel gelernt habe, habe ich selber am meisten empfunden. Wieviel im einzelnen der eine oder andere meiner jüdischen Mitarbeiter zum Verständnis der Texte beigetragen haben, ist unmöglich festzustellen.“ Die Verantwortung für etwaige Versehen will aber K. selbst tragen (S. 79). Es ist jedenfalls sehr erfreulich,, daß eine Publikation dieser Art durch die wissenschaftliche Zusammenarbeit eines christlichen und mehrerer jüdischer Gelehrten zustande gebracht werden konnte. 23 mit hebr. Buchstaben bezeichnete Seiten (am Schlüsse des Werkes) enthalten ״Kerobas zum 9. Ab über die 24 Priesterordnungen“ (so S. 81, vgl. auch S. 78: ״Es ergab sich bald, daß hier Piut-Dichtungen für den 9. Ab Vorlagen“), weitere 3 Seiten bieten ״Kerobas aus dem Mahzor Jannai“. — Die Bezeichnung der Kerobas als ״zum 9. Ab“ ist nun sicher falsch. Die Geniza-Handschrift enthielt ursprünglich 24 Kerobas, und es ist undenkbar und unmöglich, daß an einem Tag, an dem es nur drei Gebete gibt, von denen das Abendgebet für eine Keroba gar nicht in Betracht kommen kann, alle 24 rezitiert worden seien l Im hebr. Teil wurde die Angabe ״zum 9. Ab“ mit Recht fortgelassen. Für welche Zeiten aber diese Kerobas bestimmt waren, läßt sich wohl vermuten. Bekanntlich hatte jeder משמד je eine Woche seinen Dienst im Tempel zu Jerusalem zu versehen. So hatte jeder seine Woche-, die mit einem Sabbattage begann. Die palästinischen Gemeinden mochten nicht darauf verzichten, mindestens in der Liturgie je einen Sabbat für je einen 'מ zu bestimmen, und wurde daher an jedem Sabbat (wohl im Mussafgebet) die Keroba des betreffenden 'ö vorgetragen1. Am 9. Ab wurde auch eine Keroba und. eine Kina über die משמרות rezitiert2, jedoch wurden in diesen sämtliche Mischmarot genannt, während im Falle der von Kahle herausgegebenen Pijjutim jede Keroba nur je einem מ׳ gewidmet ist. Ich habe vor mehreren Jahren (im ישרון hebr. Teil 'תר״פ—א S. 89 ff.) ein זולת über die משמרות aus einer Geniza-Handschrift veröffentlicht; dieses durfte für einen Festtag bestimmt gewesen sein; auch da waren ursprünglich sämtliche 'מ genannt. Eine Spur der oben genannten synagogalen Einrichtung der ״Mischmarot- Sabbate“ glaube ich auch in einer aus A s k a 1 0 n stammenden hebr. Inschrift, die das Wort משמר dreimal enthält, gefunden zu haben. Vgl. die Publikation von Sukenik im Sammelheft ציון I (Jerusalem 5686), S. 16 f. und meine Bemerkung dazu ebend. S. 20. Die von K. veröffentlichten Oxforder Geniza-Blätter sind seit längerer Zeit schon bekannt. Kahle hat in Cambridge noch zwei, die Oxforder Hand- 1 In Pal. Stud. II מאמרים שונים לחקירת א״י, S. 14 bezeichnete ich diese Pijjutim פיוטים לשבתות המשמרות. 2 Meine ״Beiträge zur Geogr. u. Gesch. Galiläas“ (1909), 97 ff.