Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Article
- Die Zunahme der jüdischen Einwohner in den Vorortgemeinden Groß-Berlins
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 6)
- Language
- German
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62 also in absoluten Zahlen ausgeärückt auf etwa 300000. Nach Kon״ fessionen erhalten wir folgende Sätze: Es kommen in Berlin auf 100 Männer: Bei den Evangelischen ,, Katholischen ״ ״ Juden ,, , ,, Sonstigen 125 Erauen 119 105 80 Aus dieser kleinen Uebersicht übersieht man mit einem Blick, daß bei den drei Hauptkonfessionen die Frauen einen Ueberschuß von 5 bis 25 Prozent* für sich in Anspruch nehmen können. Bei den Juden ist der Ueberschuß ein kleinerer, was wohl'mit der großen Zuwanderung aus den verlorengegangenen Provinzen in Zusammenhang gebracht werden kann. Anders liegen die Verhältnisse bei den Sonstigen, unter die die Freireligiösen und die ähnlichen Gruppen, durch kein Glaubensbekenntnis Gebundenen subsumiert sind. Bei letzteren existiert ein Männerüberschuß von 20 Prozent über die Frauen; die Erklärung hierfür ist darin zu finden, daß Männer durch politische Einflüsse bestimmt, ihre angestammte Religionsgemeinschaft im Stiche lassen, während bei den Frauen die religiöse Bindung eine stärkere ist, vielleicht auch deshalb, weil sie länger unter dem elterliehen Einfluß stehen, der den Austritt aus der Kirche mehr verhindert. Außer diesen Gesamtergebnissen haben wir kein amtliches Material über die Schichtung der Konfessionen nach Geschlechtern in den einzelnen Bezirken Groß-Berlins. Aushilfsweise haben wir die Wahllisten der jüdischen Gemeinde unseren Auszählungen zugrunde gelegt und kommen dann für die Berliner Juden über 21 Jahre zu folgenden Ergebnissen: Die über 21 Jahre alten jüdischen Männer und Frauen Groß- Berlins: Gegend Männer Frauen auf 100 Männer kommen Frauen C. 6 239 5 899 94 W. 3 407 3 238 - 95 NW. (Moabit und Hansa-Viertel) 3567 3 911 107 S., So., SW. 3 200 2 910 91 0״ NO. 7 690 8 053 105 N. 6 631 6 687 100 Charlottenburg 11 165 11 993 107 Schöneberg 6 410 6 927 108 Wilmersdorf 8 230 9 445 115 Lichtenberg 1 587 1 624 102 Treptow •1522 1561 102 Neukölln 982 989 101 Steglitz 815 910 112 Aus dieser Zusammenstellung ergibt sich, daß in den größten westlichen Vororten Berlins die Frauenzahl die der Männer um 7 bis 15 Prozent übertrifft, während sie in den alten Stadtteilen Berlins um 5 bis 9 Prozent hinter den Männern zurückbleibt, dort handelt