Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Article
- Beiträge zur historischen Geographie in Palästina
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 5)
- Language
- German
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- Hebron 3× ep/1047559
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56 Gaza gebracht und hier verkauft oder nach Aegypten geschafft/' Auf diese Erzählung gestützt/haben Neubauer und Schlatter das talmudische בוטנה mit אלוני ממרא bei Hebron identifiziert.־ Es ist klar, daß der hauptsächliche Autor dieser Erzählung, Hieronymus, der sie höchstwahrscheinlich aus jüdischer Quelle in Palästina selbst geschöpft hat, den Ortsnamen בוטנה (Pistacia vera) mit der Terebinthe (Pistacia palaestina) bei Hebron verwechselt hat. Von verkehrsgeographischem Standpunkte aus kann dies aber nicht stimmen. Hebron liegt nicht, an der Heeres- oder Handelsstraße. Wohl führt ein Weg von Hebron nach Gaza, aber dieser kann weder, als natürliche noch als bequeme Verbindung zwischen dem Gebirgslande von Juda und der Küstenebene gelten. Die gefangenen und zu Sklaven gemachten Juden befanden sich in der Hauptsache in Bethar, dem heutigen Bittir, der ersten Station an der Eisenbahnstrecke Jerusalem—Jaffa. Von dort führt kein Weg direkt nach Hebron. Vielmehr geht von dort die Heeresstraße durch das Tal Sorek direkt nach der Küstenebene. Hier aber, an der großen Karawanen- und Heeresstraße, die von Damaskus und den phönikischen Handelsstädten Tyrus und Sidon nach Aegypten führt, liegen die Handelsstädte Akko und Gaza ebenso wie die in derselben Halacha genannte Handelsstadt Tyrus und die in Sifre Deut. § 306 als Marktplatz erwähnte Stadt Caesarea. Hier müssen wir also auch den berühmten Marktplatz בוטנה oder בטנן suchen. In einer Entfernung von 2%—3 km östlich von der heutigen Küstenstraße und den Ruinen von Aschdod liegen zwei Araberdörfer namens/olLJI el-Batänije. Sprachlich stimmt der moderne arabische mit dem alten aramäischen Namen überein, archäologisch paßt die Gegend für den alten Ort, da sich in einer Entfernung von 1y2—2 km von den genannten Dörfern ein ausgedehntes Ruinenfeld mit Zisternen und einem künstlichen Teich zur Aufnahme von Regenwasser (hebr. ברכה, arab. Birke) befindet (vergl. Blatt 16 der großen Karte des Palestine Exploration Fund). Ganz besonders aber paßt dieser Ort von verkehrsgeographischem Standpunkte aus. Von Bethar im Gebirge Juda wurden die jüdischen Kriegsgefangenen auf dem bequemsten Wege durch das Sorektal, dort,’wo früher die Römerstraße und heute die Eisenbahnlinie von der Küsteiiebene nach Jerusalem führt, nach בוטנה oder בטק el-Batänije gebracht. Es war dies ein verkehrsreicher Marktplatz, da sich hier die Handelsleute von Nord und Süd trafen. ׳ Die Sklaven, die hier nicht verkauft wurden, wurden auf der Küstenstraße nach dem nahen Gaza gebracht und der Rest auf demselben Wege durch die Wüste oder vom Hafen von Gaza aus zu Schiff nach den ägyptischen Märkten transportiert. In der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums 1910, S. 22 ff. hat Prof. S. Klein nachzuweisen versucht, daß der in Sifre Deut. § 306 und ebenso in Jalkut Deut. § 942 genannte große Marktplatz בית אילנים mit בוטנה identisch sei. Klein identifiziert aber mit Schlatter und Neubauer בוטנה mit 1אלוני ממלא. 1 Vergleiche auch seinen Artikel בית האלים im Sammelwerk ירושלם# קובץ החברה העברית לחקירת א״י ועתיקותיה, תרפרה s..;32 f.