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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1929) · p. Seite 55

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1929)
Article
Beiträge zur historischen Geographie in Palästina
Date
1929-01-01
Page
Seite 55 (sequence 4)
Language
German
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55 Orangengärten der Fluß, in großem Bogen umfließt. Der biblische Name des Flusses — הירקון *= der Grüne — rührt von der grünlichen Farbe seines Wassers in dessen Oberlaufe her. In der Nähe seiner Quellen stehen heute noch Sümpfe und Wasserlachen, während die Kolonisten von Petach Tikwah seit ihrer Ansiedlung ausgedehnte Sümpfe in der Umgegend der Kolonie trockengelegt. und in fruchttragende Pardesim (Fruchtgärten) umgewandelt haben. In diesem Gebiete, südöstlich von Petach Tikwah und südwestlich von den Quellen des Jarkon, liegt das kleine Araberdorf Fedscha, dessen heutiger Name dem Klange und der Schreibweise nach dem פיגה des Talmuds vollkommen entspricht. Der biblische Jarkon und heutige Nähr el *Audscha, dessen Wasser Sumpfwasser ist und der in der Zeit der Mischna die Grenze zwischen Judäa und dem Lande der Kuthäer gebildet hat, hieß wohl zu jener Zeit פינה. Schwieriger ist es, den קרפיון festzustellen. Keiner der übrigen Flüsse der Scharon-Ebene, noch irgendein Ort in deren Nähe erinnert an den alten Namen. Ich würde für den Karamion den nächsten größeren Fluß in der Ebene vorschlagen, der heute Nähr Iskanderüne beißt. Er entspringt in der Ebene westlich von TülKarm, fließt in einem großen Bogen südlich des Gebietes der jüdischen Kolonie Hedera und mündet, ins Mittelländische Meer südlich von Caesarea. Der arabische Name des Flusses rührt vom griechischen Namen Alexander (= Iskander) her. An seinen Ufern befinden sich noch Leute sehr ausgedehnte Sümpfe, die, da der Jüdische Nationalfonds den größten Teil des Gebietes jüngst erworben hat, wahrscheinlich im Verlaufe einiger Jahre in Orangen- und andere gewinnbringende Pflanzungen werden umgewandelt werden. Von den vier Flüssen, die das Land Israels umgeben, sind also zwei im Osten, der Jordan und der Jarmuk Scheri'at el־Menädire, und zwei im Westen, Phiga Nähr el-‘Audscha und Karamion Nähr Iskanderüne. Das Wasser dieser Flüsse ist für rituelle Zwecke nicht verwendbar, der ersteren beiden, weil es mit Lehm und Erde vermengt ist, der letzteren beiden aber, weil es Sumpfwasser ist. II. ,בוטנד oder בטנן? ein großer Marktplatz. In j. Aboda Zara I 4 werden drei große Marktplätze in Palästina zusammen genannt: ג׳ ירידין הן, יריד עוה יריד עכו וירידה של בוטנה והמחוור שבכלן יריד בוטנה. Auf diesen Märkten wurde Sklavenhandel getrieben. Da verkehrten viele Heiden, und es wurde Götzendienst getrieben, in Butna mehr als in Gaza und Akko. Der Midrasch Rabba (Genesis 47!2) zitiert diese Stelle des Talmuds und hat für בוטנה die Lesart בטנן. Wo war dieser Marktplatz? Christliche Quellen1 berichten, daß nach dem Barkochba-Kriege die am Leben gebliebenen Juden als Sklaven verkauft wurden. ,,Auf dem Jahrmarkt an der Terebinthe bei Hebron wurden sie in so großer Zahl feilgeboten, daß ein jüdischer. Sklave nicht mehr als ein Pferd galt. Was man hier nicht losschlagen konnte, wurde nach 1 Siehe Schürer, Gesch. d. Jüd. Volkes, 3. u.4־. Aufl;, S; 698,. Arm. 143.

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