Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Article
- Beiträge zur historischen Geographie in Palästina
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 3)
- Language
- German
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54 dann in b. Sanhednn 5b: מי קרמיון ומי פיגה פסולים מפני שהן מי בצצים. Das Wasser des Karamion und das Wasser von Phiga ist unverwendbar, weil es Sumpfwasser ist; das Wasser des Jordans und des Jarmuk ist unverwendbar, weil es Mischwasser ist. R. Obadja aus Bartenura erklärt* weil in ihnen gutes־ mit schlechtem Wasser vermengt ist. Mir scheint מי תצרוכת anders , zu erklären, nämlich daß das Wasser dieser Flüsse wegen ihrer reißenden Strömung mit Lehm und Erde vermengt ist und daher auch ein trübes Aussehen hat. Es fragt sich nun, wo קרמיון und פעלו zu suchen seien. Ischtori ha-Parchi (Kaphtor wa-Pherach, ed. Luncz, S. 125a) folgt dem Aruch, der sie mit den Flüssen von Damaskus Amana und Parpar (II Kön 512) identifiziert. S. Klein, der dieser Tradition treu bleibt, stellt fest, צבר הירדן היהודי S. 72, daß אמנה ־= פעה Nähr Baradä nördlich und פרפר קרפיון Nähr el Abvadsch1 südlich von Damaskus ist. Da man aber das Wasser dieser Bergflüsse nicht als Sumpfwasser bezeichnen kann — Naeman hat schon das Wasser der Flüsse von Damaskus gepriesen, und auch heute ist es wegen seiner Güte berühmt — so schließt Klein notgedrungen (a. a. 0.), daß מי קרמיון und מי פינה die Sumpfseen Bahrat el ‘Atebe und Bahrat el-Hidschäne im Südosten von Damaskus sind, wohin die genannten beiden Flüsse auslaufen. Mir scheint, daß unsere Weisen in keinem Falle an Flüsse oder gar Sumpfseen gedacht haben, die außerhalb der Grenzen von Erez Israel gelegen sind. Gibt es ja im Lande selbst eine zu große Anzahl von sumpfigen Flüssen und Bächen, um sie als Beispiel heranzuziehen, als daß man solche im Nachbarlande zu suchen brauchte. Wir müssen notwendigerweise den קרמיון und פעה vielmehr in Palästina selbst suchen (so erklärt auch der Kommentar des R. Obadja zur Mischna, daß sie zwei Flüsse in Palästina, sind), und zwar im Gegensatz zum Jordan und zum Jarmuk, am westlichen Rande des Landes. In der Scharon-Ebene gibt es fünf Flüsse bzw. perennierende Bäche: Nähr el-'Audscha, Nähr Iskanderüne, Nähr el-Mefdscher, Nähr ez-Zerkä oder Krokodilfluß und Nähr ed-Difle. Die Bette derselben sind mehr oder weniger versandet. Ihr Wasser, staut sich infolgedessen an ihren Ufern und bildet ausgedehnte Sümpfe. Welcher dieser Flüsse ist nun der פינה und welcher der :קרפיון? Nördlich von Jaffa-Tel Aviv mündet ins Meer der größte der Scharon- Flüsse, der Nähr el ‘Audscha, dessen Identifikation mit dem biblischen ירקון an der Nordgrenze des Stammes Dan (Josua 1946) allgemein angenommen worden ist. Die Quellen dieses Flusses befinden sich bei der Festungsruine Kahat Ras el-'Ain, der Stätte von Antipatres, südöstlich von der großen jüdischen Kolonie Petach Tikwah, deren 1 In der Identifizierung des פרפר mit Nähr ei-A’wadsch stimmt Klein mit früheren Forschern überein. Dieser Fluß ist aber von Damaskus weit entfernt, er nähert sich dieser Stadt bis auf eine Entfernung von etwa 13 km, um dann nach Südosten zu fließen und in den Sumpfsee Bafrrat el-Hidschäne zu münden, sendet aber keinen Arm nach Damaskus selbst. Dagegen kommt vom östlichen Abhang dps oberen Hermon der Nähr Barbar, der sich vor Damaskus in viele Arme teilt, die ihr Wasser der Stadt selbst sowie deren Obsthainen zuführen. Dieser Fluß (Nähr Barbar), der den alten Namen bewahrt hat, ist wohl der פרפר der Bibel.