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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1929) · p. Seite 32

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1929)
Article
Eine vorübergehende Spannung zwischen den Hochschulen Judäas und Babylons
Date
1929-01-01
Page
Seite 32 (sequence 8)
Language
German
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32!hilf dessen Aufgabe es gewesen wäre, den Kollegen in Pumbeditha ־ zu beschwichtigen und von jedem übereilten Schritt zurückzuhalten. Daß ich keineswegs aus diesem, bloß eine einzige Zeile enthaltenden Briefe zuviel heraus- oder richtiger in ihn hineingelesen habe, kann niemand bezweifeln, dem ich den zweiten Brief zur Einsicht vörlege. Auch dieser ist von demselben Ebjathar wie der erste geschrieben, doch nicht mehr an Rab Chisda, sondern an Rab Jehudah selbst gerichtet, ein Beweis, daß das Schulhaupt von Pumbeditha eingelenkt und eine strenge Untersuchung gegen die beiden treulosen Ehemänner gefordert hat. Damit war bereits eine Entspannung eingetreten. Der zweite Brief enthält tatsächlich das mit den Angeklagten aufgenommene Protokoll; er lautet בני אדם העלין משם לכאן הן קיימו בעצמן ויחנו הילד בזונה והילדה מכרו ביין וישתו. Auch dieser zweite Brief ist kurz, aber trotz seiner Kürze erklärt er uns nicht bloß den ersten, sondern lüftet zugleich ein klein wenig den Schleier, der über die Vorgänge, gebreitet ist. Er ist aber so abgefaßt, daß man sagen muß מגלה טפח ומכסה טפחים. Es wird nur soviel gezeigt als nötig ist, um das Unausgesprochene zu erraten. Dieser zweite. Brief ber leuchtet zunächst den dunklen Inhalt des ersten; wir ersehen aus ihm, daß der erste Brief den von Rab Jehudah erhobenen Vorwurf, die verheirateten Männer lassen ihre in Babylon zurückgebliebenen Frauen im Stich, widerlegt und mit dem Hinweis darauf, daß noch mehr Ehemänner, die in Babylon studieren, von dort aus ihre Frauen verstoßen. Diese Tatsache hat Rab Chisda seinem Kollegen in Pumbeditha mitgeteilt und dieser hatte nichts Eiligeres zu tun, als einzulenken und um eine gerichtliche Vorladung der beiden baby- Ionischen Ehemänner zu ersuchen, deren Frauen in Pumbeditha soviel Anstoß erregten. Diesem Ersuchen wurde natürlich Folge gegeben. Die angeblich treulosen Ehemänner wurden vorgeladen; man nahm mit ihnen ein Protokoll auf, und der zweite Brief enthält tatsächlich nichts anderes als eben dieses Protokoll. Der dem Propheten Joel entlehnte Satz 4, 3b ,,den Knaben gaben sie hin für eine Dirne und das Mädchen verkauften sie zechend um Wein“ sei an diesen zwei Babyloniern zur traurigen Wahrheit geworden, oder mit anderen Worten, die Eheschließung beider war von vornherein eine zweifelhafte zu nennen. Dieses Protokoll ist viel zu kurz, um nicht eines Amendements zu bedürfen. Das sieht auch der Babli selber ein, und er beeilt sich dem Briefschreiber, richtiger dem Protokollführer ein glänzendes Zeugnis auszustellen. וצוד ר״ אביתר הוא דאסכים מריה על ידי׳ דכתיב ותזנה עליו פלנשו ר׳ אביתר אומר זבוב מצא לה ור* יונתן אמר נימא מצא לה ואשכחיה ר׳ אכיתר לאליהו א״ל מאי קא עבד הקב״ה א״ל עסיק בפילגש בנבעה ומאי קאמר, א״ל אביתר כני כך הוא אומר, יונתן בני כך הוא אומר, א״ל ה״ו מי איכא ספיקא קמי שמיא א״ל אלו ואלו דברי אלהים חיים. Der das Protokoll ergänzende Zusatz mit seinem• Hinweis auf das Richter XIX berichtete Ereignis beleuchtet die in Pumbeditha vorgekommenen Ehewirren so grell, daß wir die Angen schließen, um den schrecklichen Schmutz nicht länger anstarren zu müssen. Und was tat Rab Jehudah, nachdem er Einsicht in das Protokoll und dessen

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