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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1929) · p. Seite 33

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1929)
Article
Eine vorübergehende Spannung zwischen den Hochschulen Judäas und Babylons
Date
1929-01-01
Page
Seite 33 (sequence 9)
Language
German
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33 Nachtrag genommen hatte? Ließ er den Brief R. Ebjathars vielleicht unbeantwortet liegen? O nein, er überzeugte sich, daß die von ihm angeklagten zwei Ehemänner die volle Wahrheit vor Gericht ausgesagt hatten. Seine Antwort an R. Ebjathar war kurz und bündig; sie bestand aus fünf Worten זבוב בקערה ונימא באותו מקום zu deutsch: die beiden Ehemänner haben, noch bevor sie auswanderten, ein Haar in ihrer Ehe gefunden. Mit diesem Brief- Wechsel ward das alte freundschaftliche Verhältnis wieder hergestellt, die Entspannung war eine vollständige. Wie früher gingen wieder babylonische Jünger, ohne den Unwillen ihrer Meister zu erregen, nach Tiberias und die aus Judäa kommenden wie die von dort heimkehrenden Jünger wurden aufs herzlichste begrüßt. Der Schüleraustausch war wieder genau derselbe wie er seit einem Jahrhundert gewesen, zum Heil des jüdischen Volkes und zur Befestigung seiner ehrwürdigen Traditionen. Ich darf mich wohl der Hoffnung hingeben, mit dieser kleinen Arbeit zum Andenken meines kurz vor seinem 70. Geburtstag heimgegangenen Freundes, eines akademischen Lehrers, der dankbaren Herzens der Zeit gedachte, da er als ord. Hörer dem Breslauer Seminar angehörte, gezeigt zu haben, daß man Talmud lernen muß, um auch historisches Quellenmaterial in ihm zu finden. Den Talmud lesen, heißt nicht mehr als ihn durchblättem. Nicht bloß für den Halachisten auch für den jüdischen Historiker gilt das alte Wort .1תורד. היא וללמוד אני צריך Die Auflösung des Gelübdes. Ein Beitrag zur Entwickelung der Halacha. Meinem hochseligen Lehrer Oberrabbiner Zwi Perez Ghajes in wehmütiger Erinnerung. Von Rabbiner Dr. Zwi Taubes in Neu-Oderberg. Zwei Grundvorstellungen sind die Voraussetzung eines Gelübdes: 1. das bei allen primitiven Völkern beobachtete Tabu2 und 2. die reale Wirkung eines unter bestimmten Formalitäten ausgesprochenen Wortes3. Im entwickelten Stadium wird das Tabu von der Gottheit geschützt, die die Verletzung desselben rächt. Die Rache kommt in der Vernichtung des Verletzenden respektive seiner ganzen Familie4 5 zum Ausdruck und wird der Schärfe des gesprochenen Wortes6 und der Stärke der Verletzung gemäß geübt. Die alten Vorstellungen werden in der Regel durch die reichen Erfahrungen, die die Denkungsart der Völker beeinflussen oder durch eine plötzliche, von außen 1 Berachoth 62a. 2 Vgl. R. Smith, Religion des Semiten 255 ff. 3 B. Gittin 35a, B. M. 59b, Ket. 72a. Der Fluch bei den Arabern hat seine vorzüglichsten Bearbeitungen in Goldzieher, Abhandlung zur arabischen Philologie (28 ff.) und J. Pedersen, der Eid (64 ff.) gefunden. Vgl. die vielen Beispiele im Lisan al-arab s. v. . -J, 4 Jos 7. 5 M. Ned. 1!—4, 22—ב) Nasir 1, 2, Seb. 3. Das Wort חרם scheint am meisten verpflichtet zu haben. Monatsschrift, 73. Jahrgang. 3

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