Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 73 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Article
- Aus der neuesten Mischnaliteratur [Rezension]
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 18)
- Language
- German
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21 hat, verschweigt er •die in Middot angeführte . k .; der Verfasser von Tamid III 3 scheint Midd. I 6 übersehen zu haben/' Der ־anbefangene Leser würde sich fragen: dies alles beweist doch eben, daß Tamid nicht vön Middot abhängig ist? Vgl. auch meine ,,Untersuchungen über die Redaktion der Mischna" S. 261 Doch H. weiß Bescheid! Auf S. 2 erklärt er: ,,Daß der Verfasser auch abweichende Meinungen anderer recht wohl kannte, müssen wir nämlich aus seinen Entlehnungen aus Middot (siehe unten) schließen. Aber im Unterschied von der Gewohnheit der sonstigen Lehrer wollte er ein einheitliches Bild, hier: des täglichen Morgengottesdienstes im Tempel, geben. . . Damit erweckt er freilich den irrigen Eindruck einer einheitlichen, festen Ueberlieferung, an der zu rütteln sich Spätere nicht getrauen durften. Daß der Eindruck irrig ist, werden wir unten nachweisen." Auf Grund der Mär, daß der Redaktor von Tamid Middot kannte, wird ihm also die ,,Methode Holtzmann" zugeschoben: andere Meinungen zu verschweigen und den irrigen Eindruck zu erwecken..... In diesem überheblichen Tone geht es weiter, und es ist nicht der Mühe wert,, all die ,,wilden" Hypothesen hier anzuführen. Nach dem Aufweis dieser Unzulänglichkeiten dürfte es angebracht sein, ein Wort über die ,,Firmierung" der Ausgabe hinzuzufügen. Das Titelblatt zu 'Erubin nennt I. Rabin als Mitherausgeber, jedoch mit dem Zusatz, daß er ,,von der Mitarbeit an diesem Traktat Abstand genommen habe". Während der Drucklegung von Abot trat er zurück, nachdem er zunächst noch Korrekturen mitgelesen hatte, da, wie Beer im Vorwort angibt, die anderen Herausgeber sich mit ihm ,,über die Art seiner Mitherausgebertätigkeit nicht verständigen konnten/' Für Tamid trat S. Krauß an seine Steile. Es ist nicht anzunehmen, daß Krauß all die Fehler und Willkürlichkeiten, die in dieser Arbeit angetroffen werden, mit seinem Namen decken möchte. H. erklärt, auch im Vorwort, daß Krauß ,,die Sache der Ueberlieferung1 2 vertreten" habe, er glaubte aber, ,,ab und zu" (?) auf seine ,,gegenteilige Meinung" (?) nicht verzichten zu. dürfen! Die Frage muß nun aufgeworfen werden, wozu dient eigentlich der jüdische Herausgeber, wenn er nicht imstande ist, die Arbeiten vor groben Fehlern und Parteilichkeiten zu bewahren? Soll sein Name nur als Aushängeschild dienen, um den ,,irrigen Eindruck" einer unparteiischen und fachmännischen Arbeit zu erwecken? Es ist für Ref. eine Freude, diese Besprechung mit einem Werke, beschließen zu können, das eine bedeutende Leistung darstellt, und einen empfindlichen Uebelstand auf dem Gebiete der Mischnaliteratur beliebt: mit der Mischnakonkor da nzl Wer sich jemals 1 H. nennt, nebenbei bemerkt, jede Erklärung eines Juden ,,traditionell“ und überliefert. Zu V 1 sucht Maimuni den Ausdruck וברכת כהבים im Gegensatz zu den anderen Erklärern auf die •dem ־Priester■־, segen folgende Bitte zu beziehen. H: S. 58 erhebt־• diese Erklärung, zur ,,traditionellen“, damit er sagen/kann, daß die Tradition ,,Willkür“ ist! Daß diese nur eine Einzelansicht ist, und daß Maimuni aus sächlichen Er- Wägungen heraus sich gezwungen sah, hier dem Ausdruck einen anderen Sinn zu gehen, und dieses nicht aus Willkür tat, verschweigt H. 2 אוצר־ לשון• •המשנה ספר המתאימות קובקורדאכציא על ששה סדרי משבח חברו חיים יהושע קאסאווסקי♦. חלק.ראצון א-י, חלק שני ה-י-ת:.. Verlag. J, Kauffmann,. Fankfurt a. M. 1927. Preis 120 Mk., geh. 145 Mk. ״ w.