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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1929) · p. Seite 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1929)
Article
Aus der neuesten Mischnaliteratur [Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 20 (sequence 17)
Language
German
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20 . \ .C^us* d:er;angeführten• Stelle* im• Vorworte kann׳ maß aber schon .seb.e.1); wie •weit die• Kenntnisse des Verf. in Ser rabbiriischen Literatur reichen. .Im Talmud a. a. O. läutet der Satz: מאן תנא'תמיד ר4'שמעון,.איש המצפה הוא Und dies. soll, nun bedeuten, daß Tamid schon R. Simon ,,fertig vorlag“? baraus kann, doch höchstens nur gefolgert, werden, daß R. Simon der Redaktor dieses Traktats war, aber auch dieses ist sehr zweifelhaft, vgl. MGWJ. 1925, S, 417* Note. Nach dem Lesen dieser Stelle im Vorwort wußte ich es, daß hier eine Dilettanten ärbeit vorliegt, und meine weitere Lektüre hat diesen Eindruck vollauf bestätigt. Ich wähle als Beispiel gleich die erste Mischna. Verf. in seiner Selbständigkeit übersetzt ופרחי כהונה איש כסותו1 בארץ ,,Die Knaben der Priesterschaft lagen, jeder auf seinem Kleide, auf der Erde“. In der Erklärung heißt es dann: ,,KLM. lesen כיסתו (jeder auf seinem Polster) in der Meinung, daß sie auf ihrem heiligen Kleid nicht schlafen durften-, da in dem Gürtel Wolle und Flachs verbunden waren. Aber diese Verbindung durfte nur nicht auf jemand kommen Lev 19J0 . . . (gegen Maimonides)“. Zunächst möchte ich feststellen, daß Maim. kein Wort darüber zu dieser Stelle hat (vgl. weiter). Es kann aber deshalb hier nur vom Polster die Rede sein, weil von den Kleidern der Priester (s ä m 11 i eher Priester, und nicht nur der jungen!) gleich darauf in der Mischna gehandelt wird, wo. es heißt: Sie schliefen nicht in den heiligen Kleidern, sondern zogen sie aus, falteten sie und legten sie unter (תחת) ihre Köpfe und bedeckten sich mit ihrem eigenen Kleide.“ Von welchem ״Kleide“ könnte also die Mischna im ersten Absatz behaupten, daß die jungen Priester darauf auf der Erde Lagen? Die heiligen Kleide r (!) lagen ja unter ihren Köpfen und das profane Gewand diente als Decke? Vgl. auch Lipschütz z. St. Auch sprachlich kann איש כסתו nicht bedeuten, ״jeder lag auf seinem Kleide“. Die heiligen Kleider heißen auch nicht כסות, sondern בגדיקךש! Im ersten Absatz kann also •nur vom Polster die Rede sein. Zum angeführten zweiten Absatz bemerkt wiederum Verf.: תחת״ ist unter, nicht: neben, wie Maimonides nur zur Rechtfertigung seiner Erklärung behauptet.“ Da wir nun wissen, daß Maimonides zuerst keine Erklärung machte, so hat er hier natürlich nichts zu rechtfertigen. Die Erklärung ״neben“ stammt aber gar nicht von Maimonides, sondern von d e.r G e m a r a zur Stelle, wie auch Maimonides richtig angibt. Der Einwand, den Verf. gegen diese Erklärung erhebt, wird von der Gemara selbst (auch in Joma 69a) besprochen und schließlich zurückgewiesen. Ein ״Schüler“, der nicht eine Zeile eines rabbinischen Textes lesen kann, hat nicht das Recht, gegen Große zu polemisieren! Nun noch ein Pröbchen von der ,,Kritik'' des Verf. in der Ein•־ leitung. Gleich am Anfang wird erklärt, warum es keine Tosefta Tamid gibt und auch der Talmud b. nur zu den ,,ersten drei Kapiteln'.' (natürlich wieder falsch!) vorhanden ist. H. meint: ,,Der Grund ist leicht einzusehen. Seit der Zerstörung des Tempels gibt es keinen Tempeldienst mehr; das spätere Judentum findet in diesem Traktat keine Weisungen für sein Leben und seinen Wandel." Warum gibt es, aber dann Tosefta zur fünften und sechsten Ordnung der Mischna, und warum bab. Talmud zu den anderen Traktaten der fünften Ordnung, für die doch — mit Ausnahme von Chullin — dasselbe gilt? Dies weiß Verf. offenbar nicht; denn gleich darauf erörtert er die Frage, warum die Traktate der Mischna, ,,welche die Jerusalemer Festfeiern behandeln" (scheinbar Pesachim und Sukka?) doch ,,in den beiden Talm. und in der Tosefta Bearbeitungen gefunden" haben! Ferner wird ohne eigentlichen Beweis diktiert (S. 3): ״Tamid ist also (!) abhängig von Middot. Aber Tamid läßt die in Middot erwähnten Meinungen anderer weg, auch wo er von Middot abhängig ist ,..; .wo. er eine, eigene Ueberlieferüng 1 .So der Text bei Holtzmann; die Ausg. lesen ־ כפתוand die Handsebriften כיסתו.

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