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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1929) · p. Seite 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1929)
Article
Aus der neuesten Mischnaliteratur [Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 19 (sequence 16)
Language
German
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19 kommen: זריקה לתוכו, N. übersetzt in Klammem prompt: ״D. h, beim Sprengen darin'*! Und das ist derselbe Novack, der das Kapitel הזורק in Schabbat XI übersetzt hat! Zu Mischna I 10 (S. 18) führt er einen Lehrsatz aus der Gemara an, im Namen des R. ״Jemu'el" (es muß ״Schemu’el" heißen), der sich gar nicht auf diese Stelle bezieht, sondern auf die später folgende Ansicht des R. Jose b. Jehuda! Das von ihm Angeführte sagt R. Jose b. Jehuda selbst in der Baraita (16b); R. Nachman hat ursprünglich im Namen Schemu’els nach R. Jose b. J. entscheiden wollen, kam aber später selbst davon ab. Gleich darauf zitiert N. (S. 19) eine Erklärung im Namen des Bartenora, der aber genau das Gegenteil behauptet! Und so geht es lustig weiter! In seiner Einleitung benutzte N. Bücher, die vor mehr als 40 Jahren erschienen sind, und er gibt den alten Kohl unaufgewärmt weiter. Das Lobenswerte bei N. ist aber, daß er seine Quellen nennt und keine Selbständigkeit vortäuscht. Ganz anders liegt die Sache bei Holtzmann in seiner Bearbeitung von Tamid1. Hier glaubt man Neuland zu betreten. H. gibt nämlich überhaupt keine Literatur an. Der Leser erfährt nicht, daß Tamid bereits in der Ausgabe Itzkowski übersetzt ist, daß der Traktat öfter Gegenstand literarhistorischer Behandlung war usw. Auch bei den angeführten Parallelen, die Verf. aus zweiter und dritter Hand schöpfte, gibt er seine Quellen nicht an. Daß er den Eingeweihten nicht täuschen kann, braucht nicht erst gesagt zu werden. So führt er gleich zur ersten Mischna eine Parallele aus ״Gen. rab. 79, 77d" an. Was heißt das? Wer zitiert denn jetzt Gen. r. nach Seitenzahlen, da jede Ausg. andere Zahlen aufweist? Die Stelle schrieb aber Verf. aus Levys Wörterbuch unter מוקד ab, der die Midraschim nach der Seitenzahl derjenigen Ausg., die er zufällig besaß, anführt2. Im Vorwort S. VI stellt sich Verf. selbst das Zeugnis aus, daß ״noch kein bisheriger Bearbeiter . . die Unterschiedlichkeit der Parallelen zum Traktat Tamid im Buch des Siraciden, in den Traktaten Middot und Joma und im Evangelium des Lukas so scharf herausgehoben und in ihrer Bedeutung für die geschichtliche Wertung des Traktates Tamid untersucht (hat), wie es in dieser Ausgabe geschieht." Da er aber, wie gesagt, auf keine diesbezügliche Literatur verweist, so kann der Leser nicht wissen, wieviel Wahres an diesem Selbstlob ist. Nebenbei erwähnt er zwar vorher: ״Nach talmudischer Ueberlieferung (Joma 14b) lag der Traktat Tamid sogar dem R. Schime'on von Mizpa schon fertig vor. . . So schrieb L, Ginzberg . . über Tamid the oldest treatise of the Mishnah, und G. J. Moor . . . stimmt ihm mit leisem Zweifel (perhaps) bei." Das ist aber auch alles! Warum aber Verf. dem nicht beistimmt, was ihn bewog, die eine Ansicht stillschweigend anzunehmen und die andere abzulehnen, erfährt man ebenfalls nicht. 1 Die Mischna . . Tamid (Vom täglichen Gemeindeopfer), Text, Ueber- Setzung und Erklärung nebst einem textkritischen Anhang von D. Oskar Holtzmann, a. o. Prof. d. Theol. a. d. Univ. Gießen, 1928, Verlag Topelmann, Gießen, VI u. 81 S., Preis ל Mk. 2 Es handelt sich übrigens um eine in den gewöhnlichen Ausgaben verderbte Stelle; denn die Handschriften lesen: בית מקר und nicht בית מוקד דטבריא, vgl. ed. Theodor-Albeck S. 942. 2*

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