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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1929-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1929) · p. Seite 15

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
73 (1929)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1929)
Article
Aus der neuesten Mischnaliteratur [Rezension]
Date
1929-01-01
Page
Seite 15 (sequence 12)
Language
German
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15 handelten Texte getrübt durch die Neigung) überall Anspielungen auf Häresie und Judenchristen zu finden. Einige Beispiele. Der Ausspruch des R. Eleazar Hammodai III11: ♦ 4 ♦,המחלל את הקדשים והמגלה פנים בהורה (שלא כהלכה) אף על פי שיש בידו תורה ומעשים טובים אין לו חלק לעולם הבא wende sich nach M. (S. 78) ״gegen diejenigen Volksgenossen, die sich von Gesetz und Tradition absondern, seien es zur hellenistischen Bildung oder zum Christentum übergegangene Israeliten, gegen Minim und Sektierer .jeder Art“; Das. genügt aber noch lange nicht. Im nächsten Absatz wird erklärt, daß תורהו vor מעשיים טובים von einem gedankenlosen Glossator eingeschoben wurde, ,,als ob EFazar den Kreisen, gegen die er solche Gravamina erhebt und denen er besonders unverschämte Behandlung; der Thora vorwirft, noch den Besitz von Thora zuerkennen könnte; Gute Werke kann er ihnen nicht absprechen; das׳ist ungewollt kein’ schlechtes Zeugnis für die Judenchristen, die ETazar vornehmlich im Auge haben wird.“ Es ward also solange mit dem Text willkürlich umgesprungen, bis er bald ,,Minim und Sektierer jeder Art“, bald ,,vornehmlich“ Judenchristen im Auge habe, woraus sich wiederum ,,kein schlechtes Zeugnis“ ergebe. Herz, was wünschst du noch! Ich meinerseits kann nicht einsehen, warum Menschen, die gegen die Thora handeln, sie nicht besitzen dürfen. Im Gegenteil. Es hat zu allen Zeiten Täuflinge gegeben, die sehr viel Thora besaßen und sie nichtsdestoweniger unverschämt behandelten und; Gift und Galle gegen ihre früheren Glaubensgenossen spien. Diesen Renegaten kann man ־wohl den Besitz von Thora nicht absprechen, schwerlich aber güte Werke zuerkennen. M. bereitet aber seine Leser auf diesen Schluß schon S. 76 vor, wo er angibt: ,,ETazars Verwünschung der Häretiker, ״sie haben keinen Anteil an der zukünftigen Welt“ kömmt sachlich auf das gleiche hinaus wie das כרגע יאמרו ,,plötzlich mögen sie umkommen“ in der Verwünsclmngsformel für die Ketzer in der ברכת המינים.“ Hier werden zwei ganz verschiedene Begriffe vermengt, um zum vorgesteckten Ziele zu gelangen. Beer S. 97 nahm sich dann M. zum Vorbilde und erklärt zu IV 6, wo vom Entweihen der Thora die Rede ist: ״Diese Worte richten sich gegen Apostaten (vgl. III 11), also u. a. auch gegen Christen, für die ja die Thora noch keine abschließende Offenbarung ist.“ Aus Juden- Christen sind bei B. schon Christen schlechthin geworden, als ob nach jüdischer Auffassung die Thora und Offenbarung für Christen bestimmt wären11 Denselben Irrtum begeht B. S. 163, wo er den Inhalt der Mischna VI 2 folgendermaßen angibt: ״Der Text enthält vier Aus- Sprüche2: 1. Ein mit אוי eingeleitetes Drohorakel wider die Verächter 1 Vgl. übrigens auch Mtth 1524, 1928; Luc 133 11, a. 2!oh möchte nur kurz bemerken, daß diese Angaben nicht richtig sind. Der Sinn der Mischna ist folgender: Wehe den Menschen, die die Thora kränken (indem sie sich mit ihr nicht beschäftigen); denn wer sich mit der Thora nicht beschäftigt, ist tadelnswert, da auf ihn der Vers (Spr 1122) paßt: Wie ein goldener Nasenring im Rüssel eines Schweines, also ein schönes Weib, das ohne Verstand ist (dem gleicht auch ein Mann, der zwar Verstand besitzt, ihn aber nicht für das Studium der Thora verwendet). Ferner gewährt nur die Thora wahre Freiheit usw. Aus Raummangel kann dies, hier nicht näher ausgeführl

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