Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Geschäftsbericht [der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums] für das Jahr 1927
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 2)
- Language
- German
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106 Handelsgerichtsrat Berthold Kirstein, Berlin. 200.—־ Mk. Baron Louis von Rothschild, Wien. 200.— ״ Den Herren Professor Dr. Blau-Budapest, Professor Dr. Frei mann-Frank־־ furt a. M., Rabbiner Dr. Freimann-Posen, Rabbiner Dr. Freudenthal־Nürnberg, Dozent Dr. Heinemann-Breslau, Rabbiner Dr. Horovitz-Frankfurt a. M., Bankier Alfred Jaulus-Berlin, Rabbiner Dr. Lazarus-Frankfurt a. M., Geh. Oberregierungs rat Dr. Mayer-Karlsruhe i. B., Professor Dr. Palache-Amsterdam, Professor Dr. Schorr-Warschau, Hofrat Professor Dr. Schwarz-Wien, Sigmund Seeligmann-Amsterdam und Professor D. Simonsen-Kopenhagen, sowie unsern Korrespondenten, die sich um die Sammlungen bemüht haben, sei auch an dieser Stelle aufrichtiger Dank gesagt. Als hoffnungsreiches Zeichen für den erneuten Aufschwung der Gesellschaft konnte der Vorstand im Jubiläumsjahre wieder eine Anzahl von Veröffentlichungen in Auftrag geben. Zunächst, war es erforderlich, für einige vergriffene Bände des Gründri ßWerkes neue Auflagen vorzubereiten; für Hermann Cohen: Die Religion der Vernunft aus den Quellendes Judentums, S. Krauss: TalmudischeJArchäologie, Bd. I—III, und M. Philippson: Neueste Geschichte des jüdischen Volkes, Band II, sind dieselben in Angriff genommen, zum Teil sogar bereits vollendet. Ferner konnten zwei neue Werke in Druck gegeben werden, die ohne das Eintreten der Gesellschaft nicht erscheinen könnten, deren Veröffentlichung aber eine wertvolle Bereicherung unserer Wissenschaft bildet. Sie betreffen zwei ganz verschiedene Gebiete. Das eine: Max Freudenthal: ,,Leipziger Meßgäste. Die jüdischen Besucher der Leipziger Messen in den Jahren 165ל bis 1764“ behandelt eine für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands in der Neuzeit hochbedeutsame Erscheinung; die Teilnahme der Juden an der Leipziger Messe ist in der Wissenschaft als ein entscheidender Faktor für das Aufblühen dieser Institution anerkannt. Die andere Arbeit: Jacob Obermeyer: ,,Die Landschaft Babylonien im Zeitalter des Talmuds und des Gaonats; Geographie und Geschichte nach talmudischen, arabischen und anderen Quellen“ behandelt die Zeit und das Land der Entstehung des Talmuds und führt auf der Grundlage eindringenden Quellen- Studiums und persönlicher Beobachtung die bisher noch nirgends mit Exaktheit behandelten Probleme der Geographie des babylonischen Talmuds zur Lösung. Von beiden Büchern konnten zum Jubiläum Druckproben vorgelegt werden. In wenigen Wochen werden beide Bücher im Buchhandel erscheinen. Auch von der Mechilta entschloß sich der Vorstand, die erste Lieferung herauszugeben und den Rest des Werkes in 5 weiteren Lieferungen folgen zu lassen.- Daneben aber faßte der Vorstand im April den Beschluß, anläßlich des Jubiläums ein Werk herauszugeben, das scheinbar etwas abseits vom Arbeitsfeld der Gesellschaft liegt, in Wirklichkeit aber einen wichtigen Beitrag zur Sozial- und Emanzipationsgeschichte der Juden des 18. Jahrhunderts, besonders derer von Berlin, bietet. Herr Dr. G. Tassilo IT 0 f f m an n überließ der Gesellschaft die Veröffentlichung seines Buches : Jacob Abraham und Abraham Abramson, 55 Jahre BerlinerMedaillenkunst (1755—1810). Das Werk ist mit etwa 160 Seiten Text mit mehreren Abbildungen sowie 42 Tafeln und 10 Bildbeilagen in Lichtdruck von der Reichsdruckerei, Berlin, deren Leistungen und deren Re- Produktionen insbesondere allgemein anerkannt sind, hergestellt worden und unter den Schriften der Gesellschaft als Nr. 31 erschienen. Nicht nur der Inhalt des Buches, das zum größten Teil auf der Entdeckung völlig unbekannten QuellenmateHals beruht und die künstlerische Tätigkeit der beiden Medailleure in einem nie vermuteten Umfang darlegt, wodurch das Buch nicht nur für die Zeit- und Geistesgeschichte Berlins und Preußens bedeutsam ist, sondern darüber hinaus eine wichtige Epoche der deutschen Kunst erhellt, auch die vortreffliche Ausstattung haben den allergrößten Beifall gefunden. Angesichts des hohen Wertes dieser Veröffentlichung ließ der Vorstand eine Reihe von Exemplaren in einer Luxusausgabe mit Pergamenteinband hersteilen. Daneben wurde für Gönner der Gesellschaft eine begrenzte Anzahl numerierter und signierter, besonders wertvoll aus gestatteter, in Ganzleder gebundener Exemplare angefertigt, die auch einen hohen bibliophilen Sammlerwert besitzen werden. Das erste Exemplar dieser Vorzugsausgabe wurde dem Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg, das zweite dem Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Herrn Professor D. Dr. G. II. Bocke r, am Tage vor der Jubiläumsfeier überreicht. Beide