Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 6)
- Language
- German
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76 In der Einleitung wird das Recht seiner hebräischen Uebersetzung erwiesen. Zunz habe analog den christlichen Gelehrten Wolf, Rossi u. a. aus Editionen zitiert, die den jüdisch-polnischen Lesern unzugänglich seien. Dazwischen finden sich Klagen über die modernen Literaturräuber: Es gäbe zwar heutzutage keine literarischen Diebe. Aber wenn* sich ein naiver Autor vertrauensvoll an einen falschen Gönner wende, mit der Bitte, er möge ihm sein Opus korrigieren, dann würden seine kostbarsten Einfälle geraubt und zu besonderen Aufsätzen verarbeitet. Sind die betreffenden Stellen allgemein anerkannt und von grundlegender Wichtigkeit, so werden sie bis zur Unkenntlichkeit abgeänäert, so daß sie niemandem mehr von Nutzen sind. Die Hearot enthalten eine Erweiterung und viele Berichtigungen der Zunzschen Ergebnisse. In den gottesdienstlichen Vorträgen, so meint Bloch am Schlüsse seiner Vorrede, habe Zunz nach manchen Ausstellungen von ihm verschiedene Irrtümer richtig gestellt, ohne ihn indes zu zitieren. So sei er gezwungen, worden, die Zitate in den Hearot nachzuholen. Das Leben Raschis ist Blochs letztes Werk. Fünf Jahre später (1845) starb er in Kuiikow verbittert und vereinsamt. Mehr noch als seine Bücher sind Blochs Briefe berühmt, die ihn jahrelang mit den Führern der galizischen Judenlieit verbanden. Die — vielfach witzigen ■—־ Schreiben behandeln die verschiedensten Themen: Jüdisch-galizische Kulturzustände, Einsamkeit, Tod, Un- Sterblichkeit, Wahrheit, Lebensweisheit, Pipul und Charifot werden erörtert. Eine Unzahl von Zitaten hemmt den Leser, der aber versöhnt wird, wenn er auf die vielen Stellen stößt, an denen das echte Gefühl und der frische Humor des Autors spricht. Als charakteristisches Beispiel für die Blochsche Schreibweise sei hier der Priestersegen an Rapoport aus dem Briefe vom 15. Ijar 5595 (1835)1 zitiert: י ב ד כ ך די בממון, ו י ש מ ד ך מן המדקץ אשד יפערו להפיצך וישמרך בארצנו מהכהונה נמבזה הלזו כעיני כל־ ישרי לב וישמור פתחי פיך מלומר דברי טעם באזני חסרי טעם יאר ר׳ פניו אליך ויאיר עיניך בתורה ובחכמה, גם יעיר עליך ושלם נות צדקך ויחנך בסתר אהלך באמתיות משמחי לב כל חכמי לב, ו י ח נ ך בדיינים ושליח ב״ד אשר יהי מד׳ כתות המדעות (סוטה מ״ב) כי רק יגדל כסאך כאחר מגדולי הרבנים, ויראוממך ישא ד׳ פניו אליך במשאות שוא ומדוחים אשר ימלא אסמי ררשותיך בם למען תמצא חן ושכל טוב בעיני המון עם שומעי כזב — וישם לך שלום מאוהבים בוגדים אשר מקרוב ינשקוך זמרחוק ינשכוך ויכתבו מכתבי עמל ופלסתר — וי ש ם-לך שלום משאון ופאון הרבנים הקטנים למחצה לשליש ולרביע אשר כלם ינהקו יגעו יצהלו ידהרו עליך, ורק מקנאתם יביעו עתק בזעם וירעמו עליך רעם. Lemberg. «זדיבשצה 1 Brief an S. L. Rapoport von 1 Ijar 5595 (1835) in .2—1 .F. Großmann 1856. Briefbeilage S