Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 5)
- Language
- German
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75 Die Rabbiner verhielten sich jeder wissenschaftlichen Literatur in. hebräischer Sprache gegenüber feindlich, ohne das Wort des heiligen Tannaiten Rabbi Meir zu berücksichtigen: *הסתכל במעשי שג תוך 3ך אתה מביר את מי שאמר והיה העולם". Einer der seine Augen vor den Wundern Gottes in der einen Welt verschließt, wozu hofft der auf ש״י עולמות? Die jungen Maskilim verachteten die hebräische Sprache und mißachteten hebräisch geschriebene wissenschaftliche Werke, als ob nur die אומות העולם die Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit besäßen. Die wenigen Großen, die ihr Volk wirklich liebten, verschmähten es, Werke einheimischer Autoren zu lesen. Andere gar nahmen an seinem klassischen Stil Anstoß, während er doch beabsichtigte, die Jugend צחות לשק עבד zu lehren. Den zweiten Teil habe er schon in einfacher Sprache geschrieben, zugleich aber den Entschluß gefaßt, seine Feder ruhen zu lassen. In diesem Ent- Schlüsse hätten ihn aber die רבני אשכנז schwankend gemacht, deren vorurteilslose Milde, Güte und Freundlichkeit der Auffassung ent■־ gegentrete, Thora und Chochma seien einander feindlich. Wegen dieser ihrer Ansicht stellt Bloch die deutschen Rabbiner den Kadmonim in Spanien und Arabien gleich. Zuletzt dankt er Rapoport für die Aufmunterung in den ,,Bikkure Haitim“ — 5584 (1824) — das angefangene Werk der Vollendung entgegenzuführen. Wie den anderen Maskilim benutzt auch Bloch jede Gelegenheit, da er seinen Zeitgenossen und insbesondere seinen Glaubensgenossen eins am Zeuge flicken kann. So gibt er gelegentlich der Besprechung der Behandlung der Negersklaven eine vollständige Abhandlung über das humane Verhältnis der alten Hebräer ihren Sklaven gegenüber sowie über die humanen Ansichten des Talmuds über den Verkehr mitNichtjuden überhaupt und schließt seine Aeußerung mit folgendem Seitenhieb gegen die gerühmte europäische Zivilisation: זאת חקת התורה בפנין עבדי פולס בעוד היתד. התבל במצב ילדותה... ופתה נשימה נא עין בוחן על עלילות מצעדי ארה המתפארים בי הגיפו לימי השלמות גם במדפים גם במומרים ונראה אם לא יאמרו: "אוי! זקנתנו ביישה את ילדותנו, כי הלכנו קדורנית'אחורנית". Der dritte Teil der Sch'bile Olam führt den Titel: זהב שבה והוא חלק שלישי מספר שבילי עולם; er wurde nach dem Tode (1855) des Verfassers aus dessen handschriftlichem Nachlaß von Naftali Hirz Schorr in Lemberg herausgegeben und bei F. Großmann daselbst gedruckt. Wenn Rapoports Beschreibung der Insel Elba Bloch zu den Sch'bile Olam anregte, so ließen ihn die Lorbeeren des Verfassers der Biographien mit ihren köstlichen H e a r o t (הערות) nicht ruhen: er schrieb ein Leben Raschis, das sich ebenfalls durch wunderbare H e a r o t auszeichnet. Allerdings stammen nur die העדות von ihm, während ,,Das Leben Raschis“ Zunz entnommen ist: Eine Abliandlung aus der Zeitschrift für die Wissenschaft des Judentums (Berlin 1822), mit der Zunz seine wissenschaftliche Tätigkeit einleitete, gibt Bloch Gelegenheit zu einem umfangreichen von Bekiut strotzenden Werk. Die kleine, 17 Blatt starke Zunzsche Arbeit, steht zwischen einer unpaginierten הקדמת המעתיק von 7 Blatt und einer großen Anzahl von Hearot, die Blatt 18 bis 50 (also 32 Seiten) anfüllen.