Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829951-2829953-2849038--48033-2849141- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
74 sorgfältig aus Lemberg: Rabbi Jakowka Rapoport, Dr. der Medizin, dessen Eidam Herrn Kosowitz, Dr. der Medizin; Rabbi Mordachai Berisch Margulies, k. k. Bergwerks-Kommissionär, Wechselgerichts־ Assessor und Kommanditär der österreichischen Sparkassa; Rabbi Nute Sokal, k. k. Assessor beim galizischen Merkantil- und Wechselgericht. Aus Brody: Rabbi Mordachai Breznitz, Professor an der Realschule. So was nimmt sich gut aus. Dagegen werden die Führer der Haskala einfach Rabbi Nachman Krochmal, Rabbi Salomon Löb Rapoport genannt. Nur bei dem reichen und mächtigen — und allerdings auch genialen — Josef Perl heißt es: Rabbi Josef Perl, Stifter und Direktor der deutsch-jüdischen Hauptschule. Die meisten anßergalizischen Gemeinden sind auch durch Rabbiner vertreten. Aus Galizien führt Bloch bloß zwei Rabbiner an. In Brody: Rabbi Elieser Landau, in Lemberg Rabbi Mordachai Lemer. Beide wahrscheinlich bloß Rabbinats-Assessoren (Dajanim). Nun folgen die Haskamot. Der erste Band war, wie oben erwähnt, bloß von einem reichen Titular-Rabbiner und zwei Dichtem eingeleitet worden. — Der hervorragendste, zeitgenössische Rabbiner, der berühmte Landesrabbiner Mordachai Bnet aus Nikolsburg lobt den Nutzen der S c h'b i 1 e Olam für die Jugend und hebt ganz besonders hervor, durch das Werk werde der Wert der hebräischen Sprache gewürdigt, es werde dargetan, daß im Hebräischen alles ausgedrückt werden könne. Außer einem Fehler in der Anmerkung zu pagina 107, die der Verfasser in einer Neuauflage abstellen möge, enthalte das Buch nichts Unrechtes, es könne allen warm, empfohlen werden. In der Anmerkung zur genannten Haskama verteidigt sich Bloch: Der von Bnet gerügte Fehler stamme aus Mendelsohns Jerusalem, er sei auch, worauf der Landesrabbiner ihn aufmerksam gemacht habe, bereits von nicht jüdischen Gelehrten, z. B. von Kölbely, gerügt worden. Er wage keine Widerrede, um den heiligen Mann nicht zu kränken, da dieser in aller Herzensreinheit und לשם שמים handle. Die Haskamot Mosche Münz' aus Brody, des Rabbiners von Altofen, Mosche Sofers-Preßburg, Elieser Fleckels-Prag und Mosche Kunitz’-Ofen ähneln der des Landesrabbiners M. Bnet. Die Vorrede Blochs enthält neben der Widmung— an Nachman Krochmal und Rapoport — einen Brief, in dem sich ein wahres Sammelsurium neuer Gedanken und eine Unzahl von Zitaten findet. Keine Stelle in den Sch'bile rechtfertigt so sehr wie dieser Brief den Witz Samuel Bicks, der gelegentlich eines Urteils über Blochs Schreibweise die bekannte biblische Wendung: ועשו להם ציצת על כנפי והיו לכם לציצת-בגדיהם folgendermaßen variierte: ועשו על .1כנפי מכתביהם ציתצית וחיו לכם לציתצית למען יראו ויוכרו שהמה בקיאים Am Ende der überlangen Vorrede hält Bloch Abrechnung mit den verschiedensten Schichten des galizischen jüdischen Publikums: 1 Ozar ha-Sifrut IV, 1892. Krakau, Rubrik מכתבים S. 266, Brief J. ß. Bick’s an Rapoport ppTi ר״ח חשון. Für diesen בדחן-Witz, der Bibelverse verrenkt, erfährt J. S. Bick eine scharfe Abfuhr durch M. H. Jolles, vgl. Ocar ha-Sifrot III, 1889 Ruhr. אורות מאופל, ß. 32.