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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 1 · p. Seite 73

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 1
Article
Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
Date
1928-01-01
Page
Seite 73 (sequence 3)
Language
German
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73■ Warum beschuldigt ihr uns also, wenn wir uns bei euch in der Verbannung Gottes Priester nennen? Gewidmet sind die Sch/bile Olam Rabbi Nachman Krochmal, der die Mittel zum Druck geliefert hatte und Salomon Löb Rapoport. Kein Wunder, denn es bestand eine enge Wahlverwandtschaft zwischen Bloch und den beiden Heroen der galizischen Haskala. Nur ein Unterschied bestand zwischen ihnen: Während diese beiden Mas־־ kilim es verstanden, ihren Gedanken in vollendeten ruhigen Formen Ausdruck zu geben, blieb Bloch sein Leben lang ein Ringender, Unvollendeter, und infolgedessen ein Verbitterter. Die Darstellung in den S c h/b i 1 e O 1 a m ist anmutig lebhaft,, ausführlich und ungemein unterhaltend; vor allem bietet sich hier für Bloch die Gelegenheit über jüdische Geschichte schreiben zu können. Am liebevollsten und ausführlichsten behandelt er die Länder, die in der Geschichte der Juden eine wichtige Rolle gespielt haben. Der erste Band des dreibändigen Werkes behandelt Asien, der zweite Afrika, der dritte, von dem er nur einige Bruchstücke geliefert hat, behandelt Spanien und Portugal. Außerdem enthält dieser Band einen hochinteressanten Aufsatz בדחי ישראל über die Juden in Abessinien, einige Originalgedichte, eine Abhandlung über Josefus Flavius, die Uebersetzung einiger Lessingischer Fabeln und zum Schlüsse mehrere hochinteressante Briefe an Perl. Rapoport und andere. Der erste Teil der Sch/bile Olam erschien im Jahre 5582 (1821). Begutachtet und begrüßt wurde er nur von einer einzigen talmudischen Autorität, Jakowka Landau, und zwei Dichter-Maskilim: Eichenbäum und Lerner. Der zweite Teil erschien erst fünf Jahre später. Charakteristisch ist das Verzeichnis, das dem Buch vorangeht: Es enthält die שמלת הנדיבים, d. h. nicht etwa der Subskribenten — חותמים — sondern der Mildtätigen. Ein Buch annehmen und bezahlen, das einem der arme Verfasser ins Haus brachte, war damals eine Mildtat! Dies sind — mit diesen Worten wird das Verzeichnis eingeleitet — die Namen der Mildtätigen, der Rabbiner, Weisen, der Gwirin und übrigen Mildtätigen Israels, welche aus mildtätigem Herzen den ersten Teil meines Buches entgegengenommen haben und die übrigen Teile erwarten werden. Da er außerstande ist, j eden nach Verdienst und unter seinem Titel anzuführen, begnügt er sich damit, alle Städte und Namen alphabetisch zu bezeichnen ohne jeglichen Titel; nur die amtierenden Rabbiner werden mit TOL1H — הנמדן בית דין, die gewesenen Rabbiner blos mit הלב bezeichnet. Die große Anzahl der verzeichneten Städte und Abonnenten läßt erklärlich erscheinen, daß zwischen dem einen und dem anderen Bande fünf Jahre verflossen sind. Stadt und Leute mußten eben vom Verfasser selbst persönlich bearbeitet werden! Da finden wir die vornehmsten Gemeinden in Galizien, Mähren, Böhmen und Ungarn verzeichnet: In alphabetischer Folge werden Ofen, Eibeschitz, Boskowitz, Bumessel, Brody und viele andere Orte auf gezählt. Die meisten Nediwim lieferten selbstverständlich die drei Heimstätten der. galizischen Haskala: Brody, Lemberg und Tarnopol. Von den außergalizischen Städten: Weseli, Prag und Preßburg. Obwohl der Verfasser keine Titel verzeichnen will, notiert er dennoch sehr

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