Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 72 (1928)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Studien zur Septuaginta an der Hand der zwölf kleinen Prophetenbücher
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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52 vielen Punkten übereinstimmen, wo sie gegenüber anderen Teilen des A. T. in gleicher Weise abweichen, eine Bestätigung der bereits aas Ben Sira bekannten Tatsache bieten, daß das Dodekapropheton zurZeit der Übersetzung, etwa um 200—150 v. Ch,, bereits als ein biblisches Buch zusammengefaßt war. Dies würde wiederum, angesichts der großen Ehrfurcht, welche man biblischen Schriften entgegenbrachte, die Annahme rechtfertigen, daß mindestens seit dieser Zeit kein nennenswertes Stück in irgendeine der zwölf Schriften eingeschaltet werden konnte. Jede größere Einschaltung in den hebräischen Text oder auch nur ein nachträglicher Anhang an das Ganze würde in einer Divergenz gegenüber der LXX hervortreten, wie auch Zusätze in der LXX (ähnlich wie z. B, im Buche Esther) sich wohl nur griechisch erhalten hätten. Da aber Sirach in Verehrung die ״Zwölf“ gemeinsam und wie legendäre Personen nennt, obwohl von Hosea bis Maleachi mehr als 200 Jahre sind und das babylonische Exil einen so markanten Einschnitt bildet, so maß die literarische Zusammenfassung bereits einige Generationen früher stattgefunden haben. Es muß nun zunächst auf die Hypothese Job. Herrmanns eingegangen werden, wonach die Übersetzung der zwölf Schriften zwei Autoren hätte1. Diese Vermutung schließt sich an die Entdeckung Thackerays und die weiteren Studien Er. Baumgärtls an, aus welchen zusammen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ergibt, daß auch in Jesaja, Jeremia und Ezechiel ungefähr in der Mitte jedes Buches ein neuer Übersetzer auftritt2, Thackeray hat ähnliche Beobachtungen auch für die Bücher Samuel und Könige gemacht (Journ. of The01. Studios, 1907) und für Exodus und Leviticus (in seiner Grammar of the 0. T. in Greek, 66) festgestellt, daß jedes Buch auf zwei Bollen geschrieben war3. Man nimmt an, daß die Übersetzung der heiligen Schrift, oder wenigstens der Propheten, durch eine planmäßige Verteilung der Bücher au eine Gruppe von Übersetzern durchgeführt wurde, wobei jedes größere Buch in der Mitte halbiert wurde. Herrmann meint nun, daß die Grenze der beidexi Teile (« und ß) für die Zwölf Propheten ״vor Habakuk“ liege. Aber von mehr als 30 lexikalischen Stützen, die er für die Vermutung anführt, beweist der bei weitem größte Teil überhaupt nichts, 1 ״Beiträge zur Entstehungsgeschichte der Septuaginta“ von Joh. Ke|־rmann und Friedrich Baumgarll, 1928, S. 82—38. 2 Herrmann ib. S. 39 meint, daß der ״Beweis erbracht“ sei. In Ezechiel ist nach Thackeray Kap. 1—27 und 40—48 von einem, 28—39 von einem anderen Übersetzer. 8 Die Statistik des Gebrauchs von og o'v und t>s Mv scheint uns jedoch hierfür nicht beweiskräftig. ,