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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 1 · p. Seite 46

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 1
Article
Zur Deuteronomiumfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 46 (sequence 23)
Language
German
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46 schrecklichsten Unglücksfälie als unvermeidlich vorliersagte. Die stärkste Fähigkeit und Erfahrung des Volkes mußte notwendigerweise zur Lösung der auftauchenden Probleme aufgewandt worden sein, und wenn das Buch als echt angenommen wurde ohne jeglichen Argwohn und jegliche Zurückweisung1 * *, so kann man mit Recht annehmen, daß es geschah, weil es wirklich echt war. Betrachtungen dieser Art können nicht zurückgewiesen werden durch die Argumente von Wissenschaftlern, die 25 J ahrhunderte nach dem Ereignis leben, die daher naturgemäß keine der in Betracht kommenden Faktoren aus eigener Anschauung kennen können, und denen es auch tatsächlich nicht gelungen ist, einen einzigen objektiven Grund gegen die Echtheit des Buches anzuführen. Hier, wie so oft, beruht die sogenannte ״moderne Bibelwissenschaft“, nur auf der Leugnung jeder gesunden Regel zur Erforschung der Wahrheit. Die Bündnisurkunde selbst und die beiden sie umrahmenden Reden betonen ihren Ursprung so deutlich als nur möglich ist. Ueberall ist Mose der Sprecher, der im Namen Gottes handelt. In dem Bilde der Zeit fehlt keiner jener Züge, die nur ein Zeitgenosse entwerfen kann. Keinen Anachronismus gibt es, wie er einem späteren Schriftsteller unfehlbar unterlaufen wäre. Wenn man das Buch aufs Geratewohl öffnet, wird man nach wenigen Zeilen sehen, daß es auf jeder Seite, bei der geringsten Einzelheit sich als Schöpfung Moses bekennt, der zu seinen Zeitgenossen spricht. Nehmen wir z. B. die ersten fünf Verse von Deut Kap. 5. Da heißt 1 Hier ist die Gelegenheit, sich mit einem Mißverständnis auseinanderzusetzen, das hei einigen Forschern in Bezug auf die Stellung Jeremias besteht. ״Die ersten Bemühungen, die Gesetzeskenntnis auf neuen Grundlinien zu propagieren, stammen aus dieser Zeit. Jeremias hat den Befehl bekommen, es in den Städten Judas und in den Straßen Jerusalems vorzulesen (Jer 116). Es gibt einen seltsamen Vers (Jer 8S), der viel mißverstanden worden ist, überhaupt zur Entstehung von Schwierigkeiten Anlaß gegeben hat. Der Test ist hier in Unordnung geraten; aber die, die dem verdorbenen Hebräisch folgen, nehmen an, daß der Prophet als Teil seiner Botschaft verkündet hat, die Feder des Schreibers hätte falsch geschrieben. Einige Erklärer beziehen das, in dem Bestreben, Jeremias in Widersprüche zu verwickeln, auf das Deuteronomium und behaupten, daß der Prophet damit dieses Buch denunziere. Es muß jedem Menschen mit gesundem Menschenverstand einleuchten, daß der Prophet niemals solche Stellen wie Kap 34 verfaßt hätte, wenn er das Deut, für eine Fälschung gehalten hätte. Tatsache ist, daß in der LXX eine viel bessere Form des Textes erhalten ist. Wenn auch deren MSS in Einzelheiten auseinandergehen, so daß der Versuch einer vollständigen Her- Stellung des Textes vor dem Erscheinen der großen Cambridger Ausgabe nicht ratsam erscheint, gibt es in Bezug auf den Hauptpunkt keinen Unterschied. Es wird deshalb genügen, den Text von B zu zitieren: :,8. Wie mögt Ihr sprechen, wir sind Weise und das Gesetz des Herrn ist mit uns? Vergeblich schuf die falsche Feder der Schreiber was auch bedeuten kann, die Schreiber hatten eine falsche Feder).“ 9״. Die Weisen stehen beschämt, verzagt und befangen, weil sie das Gesetz des Herrn zurückgewiesen haben, welche Weisheit ist nun in ihnen?‘4 Im Griechischen wird der Vorwurf der Unwahrhaftigkeit gegen die Schreiber nicht von Jeremias, sondern von den Weisen erhoben, die ihre Lehren für das Gesetz Gottes ausgeben und das Deut, abweisen. Der Prophet antwortet ihnen, indem er sagt, daß diese sogenannten Weisen wegen der Zurückweisung des Gesetzes ins Unglück kommen werden und bar aller wahren Weisheit sind. Man sieht, daß das in vollem Einklang steht mit seiner allgemeinen Stellung und die unsinnige Annahme ausschließt, Jeremias habe dasselbe Gesetz, dessen Heilig־- keit er fortgesetzt betont, zurückgewiesen.“ Bibliotheca Sacra, 192Q, S, 401 f.

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