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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 1 · p. Seite 39

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 1
Article
Zur Deuteronomiumfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 39 (sequence 16)
Language
German
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39 Saul, Samuel, Jephtah, Gideon, Deborah und Josua und an dieEreignisse, die mit diesen Namen verknüpft sind, zu erinnern. Das Wirken jedes einzelnen von ihnen war untrennbar verknüpft mit den engen Beziehungen zwischen dem Ewigen und dem Volke. Die Annähme, daß diese Beziehungen erst nach dem Wirken jener Menschen begannen, ist ebenso unmöglich wie die, daß die europäischen Völker das Christentum erst nach den Kreuzzügen angenommen hätten. 4. Der Gesetzeskodex enthält eine Menge Material, das sich auf unser Problem bezieht. Löhr bemerkt ganz richtig: ,,Für die historische Betrachtung des Deuteronomium-Problems ist eine gründliche Berücksichtigung der Realien unerläßlich. Deshalb müssen wir uns zunächst eine Vorstellung davon zu verschaffen suchen, aus welchen wirtschaftlichen und damit zusammenhängend geistigen Verhältnissen heraus das Buch der Lehre geschrieben ist“ (S. 1931). Da die Gesetze, die sich auf die Opferstätten beziehen, neuerdings viel diskutiert wo!*den sind, fangen wir am besten mit ihnen an. Staerk schreibt viel über sie: ,,Der Kultus und seine bestimmten Formen werden in den Paränesen als selbstverständlich und unbestritten vorausgesetzt. Das kann man verschieden erklären“ (S. 30). Er geht dann dazu über, verschiedene Erklärungen in Erwägung zu ziehen. Ich habe mich zu diesen Dingen schon unter I geäußert. Darauf führt er an, daß Dt 12 eine Anzahl Stätten anerkennt, die von dem Ewigen auserwählt sind. Es genügt, die Antwort Löhrs anzuführen: ,,Ich benutze die Gelegenheit, Oestreichers Exegese, S. 104 f., zurückzuweisen, welcher bammaqöm 1213 erst mit an dem Ort und dann mit einem Male mit an jedem Ort übersetzt. Er beruft sich auf 2317, wo er das bammaqöm ebenso wiedergibt, um dann eine Uebereinstimmung unserer Stelle 1213 mit Ex 2024b zu konstatieren. Bammaqöm heißt 1213, im Gegensatz zu bekol maqöm an jedem Ort, nichts anderes als an dem bestimmten Ort, und ebenso 2317: an dem bestimmten Ort, den sich der entlaufene Sklave zum Wohnort auswählt. Er wohnt doch nicht an zehn verschiedenen Orten“ (S. 171) 1. 1 Ich habe mit Erstaunen gelesen, was A. Bentzen in ,,Die Josianische Reform und ihre Voraussetzungen“ 1926, 29 Anmerkung über mich sagt. Er schreibt: ,,Aber im Ganzen scheint Oestreichers Hauptpunkt nicht Beifall zu finden. Neben Staerk urteilen ähnlich H. M. Wiener, das Hauptproblem des Deuteronomium (1924) und natürlich der obengenannte Kegel.“ Ich kann nur annehmen, daß Bentzen mein Buch nicht einmal gesehen hat. Was Kegel anbelangt, so wird jeder, der seine Abhandlung liest, (NKZ Nov. 1924, S. 493—500), merken, daß er über diesem Punkt kein abschließendes Urteil ausspricht. Bentzen seihst sagt: (13. Anmerkung) ,,Nicht genannt sind liier die Arbeiten von Martin Kegel. Das ist aber mit Absicht geschehen. Denn, das Büchlein Kegels ,,Los von Wellhausen“ charakterisiert das übrige dermaßen als Agitation, als Tendenzschrifttum, daß es in der wissenschaftlichen Verhandlung^keinen Platz hat.“ Wenn ,,Wissenschaft“ darin besteht, falsche Behauptungen über Schriften aufzustellen, die man nicht gelesen hat, dann hat freilich Bentzen recht. Wenn ,,Wissenschaft“ aber bedeutet, der Wahrheit nachzugehen, wohin sie einen auch immer führen mag, dann hat er sich selbst sein Urteil gesprochen. Kegels Buch ist zu wertvoll, als daß es ,einer Verteidigung meinerseits bedürfte. Daß es hervorragende Verdienste hat, erhellt schon aus der Tatsache, daß man zwei' englische Uebersetzungen von ihm veröffentlicht hat, die eine in Amerika, die andere in England. -Wer es

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