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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 1 · p. Seite 37

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 1
Article
Zur Deuteronomiumfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 37 (sequence 14)
Language
German
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37 Für וידבר ,Ö וילך in dem ersten Verse liest die Septuaginta ויכל מ׳ לדבר und das mag ein Hinweis eines Abschreibers sein, daß Vers 2-8 wirklich auf die ersten beiden Worte von Kap. 3246 folgen sollten oder auf den Abschnitt, den sie einleiten, d. h. auf Vers 47. Das Material scheint also ursprünglich in folgender Anordnung Vorgelegen zu haben: 28, 29, 30, 27, 319-13,14,15,16־312 ,321-43,44-47 «30־24 «23 «22 «21־g, 33, 3248-52, 34. So also sieht der Aufbau des Deuteronomium aus. Man wird erkennen, daß es zum größten Teil eine organische Einheit bildet1. Es trägt den Stempel eines einzigen einheitlichen Planes, von einem Geist geschaffen. Dieser Plan ist dem Werke aufgeprägt wie ein Wasserzeichen, ist so in sein Wesen, seinen Aufbau hinein verwoben, daß man ihn unmöglich verwischen oder herauslösen könnte; er wird immer bleiben und die wahre Natur des Werkes bekunden. III. Der letzte Grund dafür, daß wir Deut 2616-19 diesem Artikel voranstellten, war die Tatsache, daß diese Worte ein Zeugnis für den Zeitpunkt des Bündnisvertrages darstellen. Das muß jetzt untersucht werden. Die moderne Kritik hat versucht, das Buch in verschiedene nachmosaische Zeitabschnitte zu verweisen. Es ist schon an anderer Stelle gezeigt worden, daß es ihr nicht gelang, auch nur den Schatten eines Beweises gegen die Echtheit der Reden Moses anzuführen2. Das muß man immer bedenken, wenn man die Deuteronomiumfrage untersucht. Denn solange der gegenteilige Beweis nicht erbracht ist, muß die immer gleich bleibende Ueberlieferring von Tausenden von Jahren für korrekt angesehen werden. Aber es lassen sich positive Gründe für die Datierung anführen, und diese sind hauptsächlich in unserer Stelle enthalten, die in verschiedener Hinsicht bemerkenswert ist. Diese Stelle ist an ein Volk gerichtet. Sie verspricht diesem Volke Vorrang vor allen anderen Völkern. Sie berichtet von der feierlichen gegenseitigen Erwählung einer Gottheit und eines besonderen Volkes zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie verknüpft diese Dinge mit einem Kodex von Gesetzen. Sie verlangt die Anerkennung des göttlichen Ursprungs der Gesetzgebung. Und wenn man sie im Zusammenhang mit andern Stellen liest, mit denen sie untrennbar verbunden ist, so besagt sie unzweifelhaft, daß sie durch Mose gegeben wurde. Diese Punkte sollen jetzt der Reihe nach untersucht werden. 1 Ich sage ״zum größten Teil“, denn: wenn auch die Beweisführung für den größeren Teil des Deuteronomiums gilt, so begreift sie doch nicht notwendigerweise alles ein. 1. Alle Schriften, die durch handschriftliche Ueberlieferung auf uns gekommen sind, sind Vorgängen unterworfen gewesen, die ihre Spuren auf ihnen zurückgelassen haben können. Ich glaube, daß das in beträchtlichem Maße für das Deuteronomium gilt. 2. Wenn auch alles, was mit dem Bund zusammenhängt, (d. h. das Hauptdokument mit den beiden Reden vor- und nachher, den Anweisungen für die Durchführung des Vertrages und die siebenjährige Verlesung), ersichtlich das Werk eines Menschen ist, so braucht das nicht notwendigerweise für alle übrigen Eiemente zu gelten. 2 H. M. Wiener, The Main Problem of Deuteronomy, Oberlin, Ohio 1920. (Das Hauptproblem des Deuteronomium. Gütersloh, 1924). Eine Antwort auf diese Schrift ist bisher nicht erfolgt.

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