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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 1 · p. Seite 33

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 1
Article
Zur Deuteronomiumfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 33 (sequence 10)
Language
German
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33 träges allgemein bekannt war and die Vertragsbedingungen für gültig angesehen wurden, so weit sic in der zur Zeit herrschenden Gesetzes- Übung des Volkes eine Stütze fanden. Ueberdies könnten gewisse Vertragsbedingungen gedächtnismäßig überliefert worden sein, die inzwischen außer Uebimg gekommen waren. Aber selbst dann wäre die Gewähr für die Echtheit nicht so sicher, als wenn eine wirklich beglaubigte Urkunde vorläge. Noch ein anderer wichtiger Zug muß bei dem Bündnis am Sinai festgehalten werden. Nachdem alle erforderlichen Zeremonien ausgeführt sind, werden zum ersten Male die steinernen Tafeln erwähnt (Ex 2412). Merkwürdigerweise werden sie ,,Tafeln des Zeugnisses“ לחת הערת genannt (Ex 3118). Diese Bezeichnung bringt sie sofort in Verbindung mit den! Bündnis und mit dem Gedanken, das Bestehen und die Bedingungen eines Vertrages zu bezeugen. Infolgedessen sind wir nicht erstaunt, wenn die Lade Bundeslade genannt wird. Der Zusammenhang mit den erörterten Gedanken ist deutlich. Die Tafeln werden jedoch behandelt, als wären sie nur eine Hinzufügung zu den übrigen Zeremoriien. Zweifellos würden sie das Volk an die Existenz des Bündnisses erinnern, aber das Bündnis selbst würde — so weit ersichtlich — auch dann verpflichtend sein, wenn die Tafeln nicht da wären. Gerade im Deuteronomium finden wir die Bundesidee im weitesten Maße angewandt. Die. Stellen Deut 444—2619 und 28 stellen in der Tat ein regelrecht ausgebildetes Rechtsdokument dar, und Kap. 27 gibt Anweisungen für die Schließung des Vertrages, dessen Bedingungen in diesem. Dokument enthalten sind. Das letztgenannte Kapitel unterbricht in seiner jetzigen Stellung den deutlichen Zusammenhang zwischen Kap. 2619 und Kap. 28!. Die Gründe dafür, daß es dorthin gestellt wurde, sind klar. Es verweist auf die iTOfö, die offensichtlich ein technischer Ausdruck ist für den praktischen Teil der Vertragsurkunde oder ein Stück davon1. Ein anderer Ausdruck, der den Einfluß der Bündnis-Idee zeigt, ist עדות, Zeugnisse. Nur aus der Vorstellung heraus, daß sie das Band zwischen Gott und Israel bezeugen, ist es zu verstehen, daß ein so ungewöhnlicher Ausdruck auf göttliche Befehle angewandt werden konnte. 1 Ueber Einzelheiten ist Gewißheit zu erlangen unmöglich infolge der Doppeldeutigkeit der hebräischen Schreibweise. So kann Kap. 112ד f. z. B. מצרת entweder als Einzahl oder als Mehrzahl gelesen werden, und es ist wahrscheinlich, daß der genaue Sinn technischer Ausdrücke im Laufe der Ueberlieferung verdunkelt worden ist. Es kann sein, daß מציה ursprünglich ,gebraucht wird für Kap. 6—11 im ,Gegensatz zu den Satzungen und Geboten von Kap. 12 ff. Es ist auch möglich, daß es von dem praktischen Teil des Dokuments überhaupt gebraucht werden kann; vielleicht ist auch beides zulässig. Kap. 28 glaubte man nicht in diesem Ausdruck im strengen Sinne inbegriffen. Es scheint den ganzen Komplex von Verpflichtungen zu bezeichnen, die dem Volke durch das Bündnis auferlegt worden sind in Stellen wie Dt 118, 15530 י271 ,1720 יn. Andererseits scheint es unterschieden zu sein von den Satzungen und Geboten 7U. Diese beginnen erst Kap. 12!, aber zweifellos bildet der Befehl, Gott zu lieben (64) einen Teil der .מצוד. Es kann sein, daß das Wort gleichermaßen gebraucht wird von dem ganzen Komplex der Verpflichtungen und von der Pflicht, Gott zu liehen und ihm anzuhangen (1122), die in Wirklichkeit sein Hauptpunkt und seine Bedeutung war. Monatsschrift, 72. Jahrgang. 3

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