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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 1 · p. Seite 17

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 1
Article
Aus ostjüdischer Geschichte [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 17 (sequence 12)
Language
German
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17 Reifem ist in Fürth 0.11 s der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bezeugt (Grunwald, Mitleil. z. jüd. Volkslc. 10-09, 8. 20, 1008, S. 153), Klecken ausreichen in einem Fürther Druck von 1727 (Löwenstein, Blätter für jüd. Gesell, u. Lit. V, Mainz 1004, S. 5, 7, Anm. 4), Ausdrücke wie prow brav, Pintner [Faß]binder, dasch daß, Goldschmitten Goldschmiede lassen das bayrisch-fränkische Sprachgebiet in Betracht kommen. David Musikus, der Verfasser des heiteren und spöttischen Liedes wird zwar unter den Fürther Musikanten des 18. Jahrhunderts nicht genannt, von seinem Fürther Kollegen Löw aber ist gleichfalls eine Probe heiteren Fabulierens der Nachwelt erhalten geblieben (Grunwald a. a. 0.). Allem Anschein nach muß dieses Lied in das Verzeichnis der Fürther Drucke des 18. Jahrhunderts (Jahrbuch a. a. O.) ve rwiesen werden. Das genannte jüdische wissenschaftliche Institut gibt regelmäßige Berichte ידיעות פון יידישען וויסנשאפטלעק אינסטיטוט über seine Sammlungen (Archiv, Bibliothek, Anfänge \jeines Museums), Sektionen, Organisationen im In- und Auslande heraus, die ein überaus erfreuliches Bild intensivster Tätigkeit bieten. Gleichem Streben gilt die ,,Jüdische Philologie, zweimonatliehe Blätter für Sprachwissenschaft, Literaturforschung und Ethnographie" unter der Redaktion von Max Weinreich, Noa Priluzki und Salomon Reisen, jüdisch-deutsch, Verlag Kultur-Liga, Warschau 1924—26, Bd. I sechs Hefte, von denen 4—6 unter Mithilfe des genannten jüdischen wissenschaftlichen Instituts erschienen sind. Sie sind gleichfalls von hohem wissenschaftlichen Werte und weisen zum Teil dieselben Mitarbeiter auf. Interessant ist beispielsweise der Bericht über literarische Tätigkeit bei dem ukrainischen Hauptkomitee für professionell-technische und speziell-wissenschaftliche Ausbildung in dem zentralen jüdischen Büro beim Volkskommissariat für Bildung. An dieser Tätigkeit beteiligte sich der Charkower Professor für klassische Philologie an der dortigen Universität E. Kagaroff, ein Nichtjude , (S. 79—83). Eigenartig ist auch die Kunde über südafrikanisches ״Yiddisch" und dortige Folkloristik (S. 83—85). Nicht ohne Widerspruch blieb Schippers (S. 101 ff.) *דער אנהייב פון לשון אשכנז" [Anfang der deutschen Sprache bei Juden], der sowohl seitens der Redaktion (S. 281, 285) in Einzelheiten als auch von Alfred Landau (S. 330) in Prinzipienfragen laut wurde. שקילשטרא (lies שקולשטרא] wird von Salfeld (Martyrol. des Nürnberger Memorb11־ches, 8. 105, 418) und Grunwald (Mitt. 1911, S. 121) mit Seolastra wiedergegeben, während Schippers Scholastica bei beiden fraglich bleibt. אוגליכא wird von Sch. als Diminutiv von Angelo gegeben, von Salfeld (S. 416) als Ugolina, weiblicher Kosename zu Ugo bezeichnet. Daß מילין (lies מולין) S. 109, 111 ״verdreht von Mose sei“, ist nach Salfeld (S. 406) ״noch keineswegs entschieden“. דורבלי (lies דורבלו) wird mit ahd. diur (lies tiur) in Verbindung gebracht. Grunwald (Mitt. S. 113) fragt, ob nicht durabb in Frage komme. S. 273 קיצא ,קישא lies קוצא ,קושא, s. 274 die Gleichung רחל + גולט רככגולט ist keineswegs gesichert (Salfeld, 8. 410). Zu ״Was ist der Mär“ (8. 229 f.) vgl. Berliner, Jahrbuch f. jüd. Gesch. u. Lit. I 178 f. S. 348 באובר פאלין (sic) פלאם ist Floß. In die Gegenwartsgeschichte führt die ,,Reisein Polen" von Alfred D ö b 1 i n, S. Fischer Verlag, Berlin 1926. Weite Strecken der Reisebeschreibung sind dem jüdischen Leben gewidmet. Der Verfasser (ein jüdischer Nervenarzt und Romandichter) hat mit scharfen Blicken auch für das kleinste sich umgesehen. Ein Kenner des hebräischen scheint er nicht zu sein (S. 83). S. 77 ff. behandelt ״die Judenstadt von Warschau". Er ist ״verblüfft, nein, erschrocken, Monal־sschrHt, 72, Jahrgang* 3

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