Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 1 · p. Seite 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 1
Article
Aus ostjüdischer Geschichte [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 16 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829951-2829953-2849034--47976-2849088
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

16 Heeresleitung", seiner Widersetzlichkeit gegen die Befehle der polnischen [soll heißen : russischen] Heerführer sowie von seinem Streben ״mit allen Mitteln ein intim°res Verhältnis zwischen den beiden ״Völkern [Juden und Polen] herbeizuftihren", berichtet. ״Der Wiener Kongreß beseitigte endlich das Großherzogtum (Warschau) und wies den Teilungsmächten jene Gebiete zu, die sie bis zum heutigen Tage besitzen“ (III 166). Dieser Teil des Geschichtswerkes ist also lange vor seinem Erscheinen (1925; Vorwort von1924 ־) geschrieben! Zu einer Organisation mit sehr weit, vielleicht zu weit, gesteckten Zielen hat das ״jüdische wissenschaftliche Institut״ in Wilna sich seit zwei Jahren konstituiert. Die bedeutendste Leistung, die es bisher herausbrachte, und Banal seiner Veröffentlichungen ist das ״Landau-Buch, Dr. Alfred Landau zu seinem 75. Geburtstag, dem 25. Nov. 1925, von seinen guten Freunden und Schülern“, Wilna 1926 (IV + 428 Halbseiten in 4°), in jüdisch-deutsch, auch mit englischem Titel, dazu XXVIII [XVI] Halbseiten Mitteilungen über Mitarbeiter und Inhaltsangabe in englisch, mit dem Bildnis des Gefeierten. Die Sprache aller Veröffentlichungen der Gesellschaft ist das jüdiscli-deutscli, oder, wie die Initiatoren lieber wollen, die Volkssprache der Ostjuden. Der Jubilar hat um die Erforschung des Volkstums, der Kultur und der Sprache des jüdischen Ostens große Verdienste sich erworben. Seine Schriften werden hier zusammengestellt, seine Verdienste gebührend gewürdigt und ein Beitrag von ihm zur Foikloristik abgedruckt. Alles, das hier beigesteuert wird, bewegt sich auf bemerkenswerter wissenschaftlicher Höhe. Die Festschrift enthält höchst interessante und bedeutsame Beiträge zur ostjüdischen Sprachgeschichte, Sprachentwicklung, Sprachwanderung, Volkskunde, Poesie, Wortschatz, Sittengeschichte, Literaturdenkmäler, Dialektologie, Biographie, Geographisches, Sprichwörter, Grammatik und Syntax. Isaak Rivkind-New York steuert? ״דעי בעל מלאבד, אץ אן אלט 1יידיש ליד״ bei (S. 41 ff.) mit Wiedergabe von '״אין ש־ן ליד פרן די הנד וועדקש לייט. Dieses jüdisch-deutsche Lied stammt aus der Sammlung Adler und befindet sich jetzt in der Bibliothek des, jüdisch-theologischen Seminars in New York. Es umfaßt vier Blätter, ist nach dem Verfasser unveröffentlicht und unverzeichnei gebliehen und etwa 150 Jahre alt. Druckort und Druckjahr sind nicht angegeben. Ob der Name des Verfassers des Liedes ״David M’rikus“ sein wirklicher sei oder nur eine Anlehnung an König David als dem נעים זמירות ישראל (II Sam 23t) wird unentschieden gelassen. Hierzu sei bemerkt: Aus der dargebotenen Reproduktion des ersten Blattes ist mit größter Wahrscheinlichkeit ersichtlich, daß es sich um einen Fürther Druck handelt. Die Umrahmung ,des Titels findet sich auf den Titelblättern von יןדע יעקב Fürth 1765, und דברי שאול, das. 1765, wieder, die großen Buchstaben sind identisch mit den mittelgroßen im תירה בלשון אשכנז [sic] חמשה חומשה, Fürth 1768. Das Lied ist nach Rivkind im Klein-Oktav-Format gedruckt. Die Reproduktion weist eine Höhe von 10,9 cm und eine Breite von 6,9 cm auf. Verf. gibt nicht an, in welchem Verhältnis das Original zu dieser Reproduktion steht, und ob letztere in Originalgröße wiedergegeben ist. Die kleinen Buchstaben der Reproduktion gleichen an Schnitt und Form denjenigen der jüdisch-deutschen Texte in den beiden letztgenannten Fürther Drucken, und wenn die Reproduktion in verkleinerte m Maßstabe hergestellt ist — Kl?in-Oktav ist in der Regel größer als 10,9 und breiter als 6,9 cm —sind es überhaupt genau dieselben Typen. ■ Weisen Umrahmung und Typen nach Fürth, so gibt die Sprache des Liedes denselben Fingerzeig. Die Ueber,schrift איין שין ליד פין findet sich in einem Fürther Druck von 1698 weder (Jahrbuch d. jüd.-lit. Geseilsch. X .67)*. Rafen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.