Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 1 · p. Seite 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 1
Article
Aus ostjüdischer Geschichte [Rezension]
Date
1928-01-01
Page
Seite 15 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2829132-2829951-2829953-2849034--47975-2849087
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

׳15 ischen Synode als störend empfunden wurden“, waren nicht die infolge des 30 jährigen Krieges eingewanderten Deutschen, sondern die litauischen Klein־ Städter u. a., gegen deren Konkurrenz die drei Hauptgemeinden sich wehrten.. Daher heißt es auch תקנו זה ד,ראשונים ימים מקדם. Aehnliches -findet sich auch hei der großpolnisehen Synode1. ,,Moses Menz oder Mez [lies Minz], der 1474 (רל״ג) nach Posen kam“ (I 112), lies 1474 oder kurz zuvor2. ״Posener; Woyewode Luka Gurko“ (I 151), li.es Gorka3. ״Die Posener Rabbiner Mendel und" Moses (Menz)“ (I 228). Bei diesen 1518 amtierenden großpolnischen Rabbinern kann von Menz keine Rede sein, der damals nicht mehr lebte4. ״Tagung [der Vorsteher der Vierländersynode und der lith. Vorsteher] in L^czyce (1681)“ (I 262). Im Urtexte steht 5לענטשני, das ist Lentschno n. ö. v. Lublin. ״Isaak ben Aron aus Prustiz“ (I 296 f.), lies Proßnitz. ״Die Iranzösischen Tossafisten im 8. Jahrhundert“ (1 299), lies 12.—14. Jahrhundert. ״Mordechai Jaffa, Vorsitzender der Vierländersynode“ (I 311). Keinesfalls darf unter ראש ועיקר מגדולי ראשי ישייבית ודייני דג״ ארצות® die Synodal־ Präsidentschaft verwaitungsrechtlicher Natur verstanden werden. Nur rabbi־ nische und richterliche Tätigkeit ist hier gemeint. ״Moses de Kusi“ (I 313), lies Goucy. ״Isaak Korbe 11a“ (I 317),Uies Corbeil. ״Seinem Namen nach zu schließen, stammte R. Benjamin pwb"aus Saloniki, wiewohl er ... sich Ben־ jamin aus Grodno nennt“ (I 319). Saloniki heißt aber in jüdischer Literatur 7תסלוניקת ,סאלוניק• ,סלוניק ,שאלוניקי .כאלוכיק ,שלוכיק, jedoch nicht סלנ״ק. R. Jesaja Horowitz (של״די I 324) war nicht Rabbiner in Posen, sondern lehnte den Ruf dorthin ab8. Sabbatai Scheftel Horowitz, ״Rabbiner und Leiter der Jeschibah in Posen (1643—1654)“, lies 1641—1655/69. ״Warschauer, Die Chronik der Stadtbücher von Posen“ (I 337), lies Stadtschreiber. ״Zum klein־ polnischen oder Krakauer Kreise gehörte ... ein Teil von Kujawien, Lenczyce, Sieradz“ (II 128), lies großpolnischen10. ״Es war daher mehr als Schmeichelei unterwürfiger Seelen und demütiges Ersterben vor Fürstenthronen, wenn die jüdische Bevölkerung Napoleon bei seinem Einzuge in Warschau und Posen (1806) zujubeljte“ (III 156). Aus Posen wissen wir durch einen zeitgenössischen Bericht, daß ״die Einwohner ihre Freude hierüber [Einzug Napoleons] ... zu erweisen ... durch den Magistrat auf gefordert worden waren“, daß ein seit 1807 rezitiertes Gebet für ihn in den sabbathlichen und festtäglichen Gottesdienst im Lande ״anscheinend durch höheren Befehl“ ein־ geführt wurde“, und ein jüdisches Spottlied aus Minsk sowie eine Legende aus Klein polen erzählt von feindseliger Gesinnung gegen ihn11. Bei R. Israel Kozienicki wird diese Legende seitens Mehl gleichfalls zitiert (III 165 f.) und von seinem ״höchsten Ansehen bei der feindlichen [soll heißen: französischen}׳ 1 Dubnow, פנקס מדינת ליטא, Berlin 1925, § 8, Lewin, Landessynode S. 42, 107 § 91. 2 Monatsschr. 1903, S. 572, Güdemann, Gesch. d. Erziehungsw., Wien 1888, III 22. 3 Zeitschr. d. hist. Ges. V 225, 228. 4 Lewin, Landessvnode S. 26־ f. 5 284 .18פכק־ז מדינת ליטא ff. 6 צמח דוד I, Fürth 1785, S. 33b. 7 Rosanes, דברי ימי ישי־אל בתינרמה, s. 225, 229, 232 f., 21, Jellinek, קינטרם ד.מזעיר, Wien 1893, S. 3 ff., Wiener,־ Bibi. Friedl. Nr. 3409, איצד ישראל, New York 1913, S. 125. Andere Erklärungsversuche s. bei Brann S. 207 Anm. 8 Wetstein, לתולדות גדולי ישראל, Warschau 1904, S. 29, Lewin, Landessynode S. 34. 9 Er trat sein Posener Amt zwischen Peßach und Rosch haschanah 1641 an (Kscherimbuch der Pos. jüd. Gern. S. 54a, 56a) und verließ es infolge des Schwedenkrieges (Lewin, Die Judenverf. im 2. schwed.-poln. Kriege, Posen 1901, S. 13, wo es heißen muß ״verließ die Stadt und wandte sich 1658 nach Wien“). Peßach 1655 war er noch in Posen. Peßach 1657 nicht mehr (Kscherimb. S. 102b, 103a). 10 Lewin, Landessynode S. 7. 11 Zeitschr. d, hist. Ges. X 370, Lewin, Aus d. Verg. d. jüd. Gemeinde zu Pinne, Pinne 1903, S. 10, 23 f., Verus, Der Chassidismus S.157. Vgl. Grünwald, Jahrhuch f. jüd. Volkskunde, Berlin-Wien 1923, S. 217 f., ״•יידישע פילאלאגיע Warschau 1924, I 239.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.