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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1927) · p. Seite 59

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1927)
Article
Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
Date
1927-01-01
Page
Seite 59 (sequence 6)
Language
German
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59 um die Symptome der einzelnen Krankheiten kennen zu lernen, darauf beraten nnd belehren übet die Folgen, angefangen von ganz leichten Dingen, zuletzt allmähliche, stufenweise Ordination. 2. werden die Lernenden verpflichtet, sich durch Autopsie anatomische Kenntnisse anzueignen. Das Inhaltsverzeichnis beschließen Aner־־ kennungsschreiben der Berliner Aerzte, Mardochaj Hirz, Mardochaj Bloch, Naftali Hirz, Dawid Oppenheimer, sowie auch ein Zeugnis von Moses Mendelsohn selbst vom י״ב אדר תקמ״ה, in welchem dieser eingesteht, Levin zu der Uebersetzung angeregt zu haben1. Von seinen übrigen populär-wissenschaftlichen Werken: אגרות החכמה (Berlin חשבון הנפש ,(2תרף מט (Lemberg תקע״ב, nach a.b. Gottlober eine unvergleichliche Ethik) und ממעות דדם (Zotkiew תק״עט), sind die beiden letzteren Bearbeitungen nicht jüdischer Autoren (חשבון הנפש nach Benjamin Franklins populär-wissenschaftlichen Aufsätzen, מסעות הים nach Campe), das erste dagegen ist ein vollständig originales Werk. Hier, sowie in den obengenannten Arbeiten, will er die intellektuellen Gebrechen seiner jüdischen Zeitgenossen heilen. Er tut das ganz in der damals einzig möglichen Art und Weise eines polnischen Talmudjuden. Er geht nämlich von einer der zahlreichen Fragen der jüdischen Moraltheologie aus und beantwortet dieselben durch gründliche Erörterung der Ergebnisse der damals modernsten Naturforschung. Ein Beispiel für viele. Ein Bekannter stellte an ihn die uralte Frage:?מה תועלת יש בבחינת הברואים לענין עבודת השם (Welchen Nutzen hat die Betrachtung der Geschöpfe in bezug auf den Dienst Gottes?) Als Antwort darauf geht Levin aus von der vom Talmud statuierten Riesenhaftigkeit der Abraham vorangegangenen Generationen und der stufenweise fortschreitenden Zwerghaftigkeit der nachfolgenden; dann kommt er auf die unendlich kleinen Lebewesen zu sprechen, deren Existenz die der unendlich großen bedingt. Nachdem er auf diese Weise den Begriff des unendlich Großen und Kleinen in der Lebe weit gewonnen, stellt er eine Betrachtung über die Schnelligkeit des Tones an, welche den Begriff der riesigen Entfernungen erschließt. Die Verbindung beider Begriffe ergibt für ihn den reinen Begriff der Größe des Wesens Gottes, folglich auch des wahren Gottesdienstes. Auf dieselbe Weise erklärt Levin später die Bedeutung der einzelnen Benediktionen, der Speisegebete (ברכת המזון) und der שמונה עשרה und sucht den Beweis zu erbringen, wie logische Erörterungen zu sittlichen Grundsätzen imd Gefühlen des Herzens den Grund legen. Hat für Mendel Levin, Wie wir bisher erkannt, alles Wissen überhaupt vor allem erzieherischen Zweck, so trifft dies seiner Ueberzeugung nach insbesondere zu für die jüdische Religion und ihre Vorschriften. Dem׳ Nachweis dieses Satzes widmet er sein reifstes Werk, den ausTarnopol עלב סבות תקצ״ח datierten Brief an einen Schüler (בכירי העתים תקה״ח, S. 5—8). Als Gegengewicht gegen das animalische 1 In einem Briefe von J. 1825 rübmt Levin dem Buche nach, es sei in ganz Polen in 1000 Exemplaren' verbreitet worden und habe seit 1795 mehrere Hundert jüdische Familien am Leben erhalten. 2 Der Meassef für dieses Jahr enthält einen lohenden Artikel über den Verfasser und Musterstücke aus dem Werke. J. Weinlös, Haolam, Nr, 40 1920׳, S. 799.

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