Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Article
- Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 5)
- Language
- German
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58 Zotkiew 1794 gedruckte, Opuskulum des autodidaktischen polnischen Juden, der nie eine Volksschule, geschweige eine wirkliche medizinische Faktultät gesehen hat. Die aus der אנלת המודעה, den הסכמות, der הקדמה und אוהרה leicht zu erratende Entstehungsgeschichte, Bestimmung und Art des Buches ist ebenso rührend als lehrreich. Die durch passende Zitate aus Talmud und Bibel wohl unterstützte אגרת המודעה vom י״ב אדר תקמ״ה fordert die קציני עם ד׳ החשובים בארצות אשכנז והלאנד אתם שחנן אתכם ד׳ והשליט אתכם בעשריבם sowie die!משכילי ונדיביעם ד, בארצות פולי auf, den Druck des Buches, von welchem als Probe die ersten 44 Kapitel gleichzeitig mit dem Prospekt erschienen sind, zu ermöglichen. Den deutschen und holländischen Magnaten legt Levin nahe, das arme, wüste Polen sei eines jeden treuen Arztes bar, dafür aber voll von Charlatanen und Salbadern, welche für elenden Gewinn bereit sind, die Gesundheit, ja das Leben vieler Glaubensbrüder, aufs Spiel zu setzen, welche dann der Wohltätigkeit der westeuropäischen Judenheit■ zur Last fallen. Dem Maskilim und נדיב,* פולין empfiehlt er, sich mit den in jeder Stadt befindenden חברות קדושות (religiöse Vereine) in Verbindung zu setzen, um den Druck des Buches zu beschleunigen. Dann müßte jeder Verein ver״ pflichtet werden, einem תלמיד חכם ein Exemplar zu übergeben, der dasselbe einigemal durchzuarbeiten und alsdann den einzelnen Mit* gliedern Anweisungen über die Behandlung der Kranken zu erteilen ,hätte. Der Schluß der אגרת המודעה teilt die Nachricht mit, daß Fürst Adam Czartoryski 30 Dukaten für den Druck gespendet habe. Pränumerando kostete das bei Mardochaj Rubinstein - Zoikiew gedruckte, umfangreiche, über 220 Seiten starke Buch, 3 polnische Gulden. Wohlgemerkt, jeder hatte nur zu zeichnen, gezahlt sollte erst nach Erscheinen des Buches ־werden. Haskamot und Verwarnungen gegen Nachdruck enthält das Buch vier. Die Hakdama enthält gediegene, für jene Zeit merkwürdige Bemerkungen über Uebersetzungen im Allgemeinen. Der Uebersetzer trachte vor allem dem Urbilde nach Maßgabe seines Verstandes möglichst nahe zu kommen, dann halte er sich den Zweck des zu übersetzenden Buches vor Augen. Bei Uebersetzung von poetischen Werken berücksichtige er die feinen, nicht ausgesprochenen, manchmal vom Verfasser selbst nicht geahnten Nuancen. Die großen theoretischen Forscher der medizinischen Wissenschaft schrieben für die großen in den Hauptstädten wohnenden Aerzte, deren reiche Klienten an manchfachen, kombinierten Krankheiten leiden. Tissot habe die einfachen 'Krankheiten des armen Volkes beschrieben. Er, Levin, hoffe also, obgleich ohne medizinische Vorkenntnisse, für seinesgleichen bei der Uebersetzung dem vorschwebenden Ziele nahe zu kommen, bis eine treffendere, vollkommenere Uebersetzung möglich würde. Am Schluß der Vorrede spricht sich Levin über die von ihm neugebildeten medizinischen Ausdrücke aus. Die Gebrauchsanweisung wird durch folgende Warnung אזהרה eingeleitet: אסור להשהות פפרשא־נו מוגה בתוך ביתו וכל א, מחויב לתקן,.טעות הדפום שנפלו'בם׳ זה מתוך לוח הטעות כולם תיקף ומיד שלא תארע תקלה עי' הו׳ וחמירא סכנתא מא־סורא, Dann wird folgendes festgesetzt: 1. Einigemal das Buch von Anfang bis Ende durchlesen,; dann wöchentlich'ein gewisses Pensum,,