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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1927) · p. Seite 56

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1927)
Article
Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
Date
1927-01-01
Page
Seite 56 (sequence 3)
Language
German
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Gönners, zum Belaufe der Konstitution des dritten Maius1 die Broschüre ״Essai d'un plan der eforme, ayant pour objet d'eclairer la nation juive en Pologne et ia redresser par ses moeurs“2, herausgab. Im Jahre 1808 wohnte er bereits schon längst in Brody (1806 finden wir ihn noch in Mikolajow), wo er bis 1817 an der Spitze der dortigen Maskilim stand. Während seiner ersten Berliner Periode scheint atfch sein drittes, ins Gebiet des allgemeinen Wissens einschlagende Buch חשבון הנפש (erschien erst 1812 in Lemberg) entstanden zu sein. Es ist dies eine praktische Ethik und Hodegetik fürs Leben nach Franklin. Den zweiten Teil seines Lebensprogranames: die Popularisierung der Bücher der heiligen Schrift durch Jargonübersetzung, sowie der mittelalterlichen Philosophen durch Uebersetzung ins leichte Mischna-hebräisch, suchte er in seinem Vaterlande auszuführen. In diesem zweiten Teil von Levins Programm ist wohl sein Entschluß, die heiligen Schriften in den Jargon zu übersetzen, für jene fanatische Haskalazeit, ein besonders kühner und beweist Levins weise Voraussicht. Er verfiel wohl als der erste auf den Gedanken, die Volksspräche für die Volksaufklärung auszunützen, und sie grammatisch auszubauen. Er übersetzte in den Jargon den Kohelet, nach Göttiober auch den Psalter und das Buch Micha. In Podolien, besonders in Berdiczew, sollen viele Jargonaufsätze von Levin handschriftlich kursieren, darunter: der erste Chassid. Seine Jargonübersetzung der Sprüche Salomons erregt den Ingrimm von Tobias Feder, der dagegen ein giftiges Pamphle t קול מחצצים richten will. Die auf Veranlassung von Jakob Samuel Bick unternommene Intervention der Brodyer Gewirim legt die Angelegenheit bei. 1817 finden wir ihn in Tarnopol, wo er Dienstag, den 6. Tanrns 5586 (1826) sein Leben beschließt.3 In den letzten Jahren seines Lebens geht er an die Beendigung seiner nach 1785 begonnenen Uebersetzung des More-Nebuchim, welche 1829, als sein posthumes Werk bei Mayerhoffer in Zoikiew, in der sorgfältigen und eleganten Ausgabe von Eisig Oser Rottenberg und Jesaiäs Meier Finkelstein erschien. In Tarnopol entstand auch 1823 die 2. endgültige Fassung seines deutsch geschriebenen Lebenswerkes: ״Nachlaß eines Sonderlings zu Abdera,“ welches noch immer als Handschrift in der Bibliothek der 1813 gegründeten Israelitischen Schule daselbst aufbewahrt wird. Die 1. Fassung wurde 1794 in Sieniawa begonnen und am 1. 1. 1806 in Mikolajow beendigt. Aus Dankbarkeit für seinen fürstlichen Wohltäter, der ihn auch während seines Aufenthaltes in Galizien auskömmlich unterstützt, widmete er dieses Werk dessen Gemahlin Isabella. Dieses Buch enthält Levins Anschauungen über Welt und Leben, und ist das Resultat seines Eindringens in Philosophie und Wissenschaft. Die Identifikation des Autors mit einem Einsiedler in Abdera soll dartun, wie fremd ihn! seine Umgebung und deren Weltanschauung sei, und wie sogar die selbstverständlichen Einrichtungen derselben 1 IV We-iuiös, העולם. תר<5״ה, Nr. 40, s. 799. 2 Gelber, a. a, 0. S. 45. ־־* J. We i n 1 ös, Ii <101 am Nr. 42, 8. 83.9״,

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