Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Article
- David ben Jehuda Hasid
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 7)
- Language
- German
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45 im Weinberge weilte, da kam ein Geist, den sie für unheilvoll hielt, und sie befestigte ihn an den Fuß der Bettstelle, bis ihr Gatte und Sohn heimkehrte. Hier haben ־ wir denselben Glauben, daß man sich von Dämonen und bösen Geistern in der Weise schützen kann, zur Abwehr oder auch zum Angriff gegen Feinde, wie im Falle von R. Joschua ben Levi, wenn man zauberabwehrende Gegenstände oder apotropäische Dinge an die Füße des Bettes bindet1. Ferner wird der Glaube an die ominöse Bedeutung des Schattens in der Hoschana rabbanacht im Namen der ספרי הקדמונים zitiert (S, 94 a, ובספרי הקדמונים אום, אם נחסר ראשו או ימות בנו או אשתו והנ״מ שלא חור כל אותו הזמן אח״ב, אבל אם חור בתשובה יטעום טזים מוח ויתרפא). Die Vorstellung, daß man im Verlust des Schattens ein Zeichen des Todes sieht, findet sich bei vielen Völkern. Bei den Griechen war der Glaube verbreitet, wer den heil. Bezirk des Zeus auf dem Lykeion in Arkadien betrete, der verliere den Schatten und sterbe innerhalb Jahresfrist (s. Pausanias VIII. 38, Frazer's Kommentar hierzu und Golden Bough II, 3, 1911, 88, E. Williger, Hagios, RGW. XIX. 1. 6. Grimm, Aberglaube. (LXIX. 55, Wuttke, Deutscher Aberglaube, 47, v. Negeiiein, ARW. V. 1902, 18, Fritz Pradl, Mitteil, der Schlesischen Gesellschaft für Vk. XII, 1904, 12 ff. Schwann, Menschenopfer, 20). In der jüdischen Literatur des Mittelalters wird der Glaube vertreten im Buche der Frommen 452, 711. Gematrioth, Ms. München, 17 B, Paneach Raza 14 a. מל מד שלא ראו צל ציאריהם ביום הו״ר, Ms British Museum 2853, 106b, 107a. Nahmanides, Num. XIV. 9. David ben Jehuda durfte unter ספרי הקדמונים das Buch der Frommen seines Ahnherrn verstanden haben. 3. Liturgie. In den ברבות liest unser Verfasser מגביה שפלים (S. 11B). In einem gaonäischem Responsum wird berichtet, daß R. Amram Gaon diese Benediktion gestrichen habe2. Ferner ist die Reihenfolge zu beachten, im Manuskript: 1.מלביש .4 ,זוקף .3 ,פוקח .2 ,הנותן לשבוי, 5. מגביה und 6. 3מתיר. Die deutschen Hasidim haben, wie wir noch sehen werden, besondere Legenden über den Ursprung und die Verfasser einzelner Gebete und Hymnen gehabt. David hatte eine Tradition, daß unsere ברוך שאמר Hymne durch einen vom Himmel 1 Vgl. ausführlicher darüber meinen Aufsatz im Haolam, 1926, Nr. 35, 'S. 670—671 und Angelos, 1926, Heft III, Mekilta R., S. b. Johai s. 10, wie auch andere Handschriften des Midrash ha Gadol haben den Satz, der in Pesikta dem R. Johanan zugeschrieben wird, im Namen des R. Jose ha־Gelili, vgl. ferner b. Gittin 58a, Jalkut Shimoni ed. Buber 170 (zu Echa), Tosefta AZ, S. 472, MS. ukka, II 2. 2 Vergleiche Schibule ha leket § 4. Seder R. Amram S. 1 hat die Benediktion, ebenso R. Natronai in Tanja § 1. Abudraham 14a schreibt, daß man statt עוטר ישראל die Benediktion מגביה שפלים sagt, obwohl sie nicht im Talmud stellt. Die Leseart im Talmud, die dem Gaon Amram Vorgelegen hatte, war von der unsrigen verschieden, siehe Azulai, 204 שיורי ברכה a, und Joseph Karo, Orah Hayim § 46. MS. Adler 920 hat nur ,מלביש ,הכוהן ד,רוקע ,פוקת, und זוקף vergleiche Zunz Ritus 12 f, wo auf Pes. r. 40 hingewiesen ist, danach wäre מגביה שפלים palästinensischen Ursprungs. 3 Die Verschiedenheiten in der Anordnung der Benediktionen ist recht beachtenswert.