Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Article
- David ben Jehuda Hasid
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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41 Steinschneider 96 B, Kobaks Jeschuruii VI, 100 zu verzeichnen. Hier herrscht aber eine ziemliche Verwirrung. Das לבנת הספיד wird von Bezalel Aschkenazi (Shitta in BB. 75, vgl. jetzt auch Marx, תהלוז לדוד Hb. Abt. 380) David b. Jehuda Hasid zugeschrieben. Hajjim Vital und sein Sohn Samuel kannten das Werk und identifizierten dessen Verfasser mit dem der מראות הצובאות. Sonstige Zitate aus dem לבנת הספיר nennen nicht des Autors Namen. Der Verfasser des לבנת הספיר erwähnt noch ein anderes von ihm verfaßtes Werk, und zwar ed. 39c unter dem Titel קופת הרוכלים. Dieses Werk ist noch handschriftlich erhalten, und zwar im Ms. Bodl Nr. 1618. Der Verfasser desselben war aber nicht David ben Jehuda Hasid, sondern ein mir sonst unbekannter Joseph Angelino. Das Titelblatt, dessen Abschrift ich Herrn Dr. .Alexander Sperber verdanke, lautet: ספר קופת הרו כל י ן אשר חבר הרב השלם המקובל ר׳ יוסף א גגי לי נו וע״ל בשם עוטה כשלמה אורה, אכתוב פי׳ התורה, מחובר ממה שלקטתי מהחכמים הקדמונ״ם ומה שהורונו מן השמים מפי המורה. Das Titelblatt ist datiert 5071 Cr. 1243 nach der Zerstörung, d. h. 1311. Libnath ha Sapphir ist später geschrieben, denn er erwähnt darin die Verfolgungen des Jahres 1321, der Hirtenverfolgung in Frankreich (p. 9, c. 25 B, 26 B), der Verfolgungen in Saragossa, und der messianischen Erwartungen im Jahre 1328. Margoliouth in seinem Kataloge ist daher vollkommen im Rechte, wenn er beide Werke קופת הרוכלין und לבנת הספיר dem Joseph Angelino vindiziert. Ob Bezalel Aschkenazi überhaupt an unser לבנת הספיר dachte, ist zweifelhaft. Die Vitals dürften durch Aschkenazi verleitet worden sein, die Werke לבנת הספיר und מראות הצובאות dem Verfasser des Or Zarua zuzuschreiben. David war ein deutscher Jude von Geburt; er lebte aber auch in Spanien, wo er wahrscheinlich die spanische Kabbala kennen lernte, worüber Näheres weiter unten. Im 13. Jahrhundert begegnen wir mehreren Aschkenazim in Spanien. R. Salomon ben Adereth beruft sich auf deutsche Gelehrte in seinen Responsen Nr. 395 (אע״פ־ ששמעתי מפי אנשים הגונים מאד מאשכנז). Zuerst ist Ascher ben Jehiel zu nennen, der den Beinamen Aschkenazi führte, ferner Dan Aschkenazi, Jonathan Aschkenazi. David lobt die Gebräuche der deutsch-französischen Juden. S. 7 a berichtet er von den spanischen Juden, daß sie sogar in der Synagoge unbedeckten Hauptes beteten. Er rühmt dagegen den Brauch der deutschen und der französischen Juden, die eine solche Frivolität nicht dulden würden1. S. 16 a: Die Juden Frankreichs und Deutschlands sprechen das ברוך שאמר stehend. Diese Sitte hatten sie von den alten Hasidim2. Ferner findet er an den Spaniern auszusetzen, daß sie am Sabbath Zusätze 1 Vergleiche meine Bemerkungen über פריסת סודר im Haolam. XIV. 1926 Nr. 8. 159 f und MGWJ. 70, 1926. 211. In Spanien war noch im 14. Jahrhundert das Bedecken und das Umhüllen ׳des Hauptes ein Zeichen der Trauer und des Bannes. In den aus Spanieii stammenden בשפטי' החרם וד.נד1י ותכדפה ed. Krakau 1894, S. 24 a heißt es von den נזופים, daß sie nicht unbedeckten Hauptes stehen dürfen (ואינו עימד בגילוי ראש), in leichteren Fällen, heißt es .ואינו חייב בעפיפה.. 2 Vergleiche RMA. zu O. II. § 51, 7.