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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1927) · p. Seite 27

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1927)
Article
Neuere Literatur zur jüdischen Sagenkunde [Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 27 (sequence 15)
Language
German
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27 Messias sage. In der Omar-Moschee, die auf dem Platze des einstigen Tempels in Jerusalem steht, schwebt in der Luft der אבן שרדה, der Grundstein der Welt; er neigt sich immer tiefer; wenn «er die Erde erreicht, kommt der Messias (N. 316). Durch Steinschneider (ZDMG 1851 V, 378—380) wissen wir, daß schon Moses Chadschiz über diesen Grundstein der Welt und des Tempels berichtet (S. auch MGWJ 1925, LXIX, 51). Barelach (= B i r n c h e n) (N. 329) bietet eine prächtige Parallele zum berühmten Chad Gadja Lied: Der Herr der schickt das Jockli hinaus (Bolte-Polivka, Anmerkungen zu den KHM II, 100). Im deutschen Lied hängt der Schinder den Metzger, im jüdisch-litauischen schickt Gott den Todesengel zum Metzger. Zum Schluß noch der vorletzte Satz der Sammlung (S. 277, N. 22): Gelt farloren, gar nit farloren; Mut farloren, als farloren, — sagt der tajtsch. Da haben wir ja bündig gekürzt Goethes Spruch: Gut verloren — etwas verloren! Mußt rasch dich besinnen Und neues gewinnen. Ehre verloren — viel verloren! Mußt Ruhm gewinnen, Da werden die Leute sich anders besinnen. Mut verloren —- alles verloren! Da war’ es besser nicht geboren. (Zahme Xenien IV). Hier haben wir den Beweis, daß Olävangers Sammlung nicht nur sehr Vieles mit der allgemeinen Volksüberlieferung, sondern Manches auch mit der Kunstdichtung gemein hat. Bekannte Stoffe. Unter den 378 Nummern der Sammlung wird der Leser gewiß manches finden, das er schon kennt. Doch meist erscheint auch das durchaus nicht Neue in neuer Gewandung, mit neuen Wendungen, so daß man es ungern vermißte. Beispiele: Redseligkeit der angepriesenen Braut (N. 14). Juden als Löwen im Zirkus (N. 26) nebach a ganev (N. 28). Der vom Tisch auf die Erde gelegte Jude (33),• Drei Paar Stiefel (N. 34). Armer verlangt vom Arzt etwas zum Appetit (57). Wie sich Nachrichten verbreiten (N. 59, 60). Bei verringerter Gefahr geringeres Gelöbnis (N. 61). Wie sich die Juden Montefiore, Rothschild, Brodski vorstellen (N. 64—70). Ein Jud mit, einer ohne Paß (N. 72). Den Hund reden lehren (N. 76). Irreführung durch wahre Rede (N. 90). Depeschen Wechsel (N. 95). Beweis für drahtlose Telegraphie bei den Alten (N. 96), Geld in Geld, Papier, Wechsel (N. 111). Wie kommen die Möhren in den Sack (N. 121). Feste Preise (N. 127), Reicher, der selbst dem Bruder Nichts gibt (N. 131), Schwerkranker, der, erleichtert, das Gelöbnis widerruft (N. 133), Kost versprochen (N. 143), Geld überall gesucht, nur im Beutel nicht (N. 145). Irrtümlich Mißhandeiter lacht über den Irrtum (N. 159). General statt meiner aufgeweckt (N. 170), Minjan im Paradies (N. 177). Soll der Hahn schreien (N. 193), Unmöglich gemacht am Tiscliobeow zu essen (N. 224). Gott wird zu Maccot verhelfen (N. 234), Der Niggun der Genugtuung (N. 261). Auch ohne Schwiegermütterwitze läuft es nicht ab (N. 20, 21, 22), sie sind nicht ärger als die Geläufigen1. L Es ist anerkennenswert, daß in einer so überreichen Sammlung urwüchsiger Volksliteratur sich nur sehr selten ein Stück über die Grenze des guten Geschmackes hinaus verirrt (41, 132). Fabli au-artiges bietet N. 13, 24, 52, 54, 55 Bloße Wortspiele N. 76, 144, 153, 164 (Beheme-Böhme), 165 {Subdirektor), 201 (mit geschickter Gematria).

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