Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Article
- Neuere Literatur zur jüdischen Sagenkunde [Rezension]
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 12)
- Language
- German
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24 sonst Gold enthielten; hier läßt sich König Saul von dem Hirten** knaben David belehren (Jellinek Beth Hamidrasch V, 150—151) מעשה באדם אחד שהיה בימי שאול מלך ישראל. Boite verweist auf Chauvin, Bibligraphie des Ouvrages arabes V, 86. Schildbürger ge schichten. Drei Erzählungen stellen Chelm als Schilda dar. Efrajim Grajdinger läßt die Chelmer zur Unzeit Jom Kippur feiern (279). Die Chelmer wollen ihre Stadt derart beleuchten, daß sie das Abbild des Vollmondes m■ einem Fasse auffangen und verschließen (280). Um eine Katze zu töten, werfen sie den Tempeldiener mit der Katze vom Dache, zünden die Synagoge* dann ein Haus nach dem andern an; der Tempeldiener stirbt, Chelm brönnt ab, die Katze entkommt (281). Boite verweist auf Zeitschr. d. Vereins f. Volkskunde II, 70. Der Gedankenleser. Ein nichtjüdischer Gedankenleser und ein ungebildeter einäugiger, jüdischer Schneider werden zum Wettstreit gestellt. Der Gedankenleser zeigt einen Finger, der Schneider zwei, der Gedankenleser drei, der Schneider die Faust, der Gedankenleser nimmt ein Buch hervor, der Schneider eine Zwiebel. Der Gedankenleser gesteht, besiegt zu sein: er habe einen Finger gewiesen, es gibt einen Gott, der Schneider zwei, Gott Vater und Gott Sohn, er drei: die Dreieinigkeit, der Schneider die Faust, daß die drei eine Gottheit bilden. Dann habe er ein Buch gezeigt, wie wichtig die Bildung, der Schneider eine Zwiebel, daß der Mensch sich auch ernähren müsse. Der Schneider deutet das Zeichengespräch ganz anders: ein Finger bedeutete sein einziges Auge, worauf er zwei gezeigt habe, daß sein einziges Auge so viel tauge wie zwei; er zeigte drei, daß wir zusammen drei Augen haben, der Schneider die Faust, zur Drohung. Der Gedankenleser brüstete sich mit dem Buche* und der Bildung, darauf habe er die Zwiebel gewiesen, ihm genüge die (N. 282). Auch hier handelt es sich um einen weit verbreiteten Stoff. Dieser ist eingehend untersucht von R. Köhler (Kleinere Schriften II, 474 bis 494), der von einem Schwank Rosenblüts ausgeht, in welchem der Jude unterliegt. S. auch R. Basset, 1001 contes etc. I, 293. — Boite verweist auf Zeitschr. d. Vereins f. Volkskunde XXIV, 88, 317. Diezwei Wanderprediger. Zwei Maggidim verbringen die Nacht vor ihrem Vortrag in einem Gasthof Tür an Tür. Der Eine sagt seine Drösche mehreremal auf, der Andere erlernt sie und hält als Erster den. Vortrag. Der Zweite zieht sich aus der Verlegenheit* indem er noch einmal dieselbe Rede hält und damit die^ Zuhörer in Erstaunen über sein Wundergedächtnis versetzt (283). Bei uns in Ungarn läuft dieser Schwank als politische Anekdote über zwei Reichstagsabgeordnete. — Boite verweist auf Fr. Reuters Stromtid., Kap. 17. Der Sohn des Todes eng eis. Der Todesengel heiratet ein irdisches Weib, das ihm die Hölle heiß macht. Er geht davon, einen Sohn hinterlassend, der Arzt wird. Um diesen Sohn zu fördern, . verabredet er mit ihm: wenn der Vater (der Todesengel) nicht neben dem Kranken steht, so wird dieser genesen, von welcher Arznei immer; steht aber der Vater neben dem Kranken, so soll der Sohn wissen und erklären, der Kranke sei unheilbar. Der Arzt wird zum