Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Article
- Ein von Resch Lakisch angedeuteter Kopistenfehler in der Mischna
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 3)
- Language
- German
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:10 -eine dem Wesen nach objektive Halacha auf ein subjektives Moment hin eingeschränkt oder erweitert? Wo bleibt da der stereotype Einwand א״כ נתת דבריך לשיעורין, den der Talmud stets bei der Hand hat? Wenn «die טבילה wirklich durch die קפידא bedingt erscheint, dann ist nicht abzusehen, warum bei dem Kleide eines עם הארץ, für den auch ein doppelseitiger Schmutzfleck nichts Störendes hat, die Norm משני צדדים חוצץ* gelten soll. Ich betone diesen Punkt schon deshalb mit Nachdruck, um zu zeigen, daß R. L. aus mehr als einem Grunde der Auffassung R. Jochanans nicht beipflichten konnte. Nach seiner Ansicht kann in bezug auf die טבילה ihrer Kleider kein Unterschied zwischen Gelehrten und Ignoranten gemacht werden. Es versteht sich demnach von selbst, daß R. L. die Frage des 'Talmuds מאי בנאץ ganz anders als sein Kontroversant beantwortet. Er sagt (2אלו בנדי1 האואירין(!־!באין ממדינת הים. Und was sagt er über בוד? Nichts, kein Wort. Wo liegt nun, so höre ich fragen, die zwingende Notwendigkeit, anzunehmen, R. L. habe פייר anstatt בור gelesen? Nun, ich könnte schon hier auf Quellen hinweisen, wo der בייד konsequent neben den! בלן erscheint und behaupten, daß auch Mkw. 1. c.בלן oder 3בני in der Einzahl gestanden, daß der Plural בנאים ׳■erst durch die בונים R. Jochanans zustande gekommen; aber ich tue ־•es vor der Hand nicht, weil es mir angemessener und zweekentsprechender erscheint, Resch Lakisch selbst reden zu lassen. Wir müssen nur vor allem die bereits früher erwähnte Frage RL.s an r. jochanan kennen. Diese lautet Sab.i.c.מרדעת מצד אחד או משני צדדין. Hierauf antwortet R. J. mit der Mischna in Mikw. und fügt hinzu ולא תהא מרדעת חשובה מבגדי ע״ה. Und diese Antwort hat r. l. ruhig ,gelten lassen? Dem uns vorliegenden Texte nach scheinbar wohl, denn er hat direkt darauf nichts erwidert. Ja, scheinbar, doch der Schein trügt auch hier. Kann denn die Definition, die R. L. von כנאין . gibt, nicht zugleich auch eine Widerlegung des Satzes ולא תהא מרדעת חשובה מבגדי ע״ד». sein? Nach meiner Auffassung, sagt R. L., daß die Mischna von einem Bademeister spricht und nicht von einem ת״ח kann und darf man nicht בור, muß man vielmehr ביר lesen; בד oder :בלן müsse mit אולייד wiedergegeben werden. Ja, wo steht diese . Antwort im Talmud? Sie steht nicht, weil man sie unter den Tisch fallen ließ. Für den Wegfall der eigentlichen Antwort ,werden wir schadlos gehalten mit der Belehrung, daß die Kleider der אוליירין ein aus •überseeischen Ländern importiertes Fabrikat seien. Es ist in hohem Grade bezeichnend, daß Raschi von den drei Worten הבאין ממדינת הים keine Notiz nimmt. Diese drei Worte müssen ganz einfach hier gestrichen werden, weil es ganz unbegreiflich ist, daß die Bademeister Judäas ausgerechnet ölgetränkte, rote Leintücher oder Bade-Mäntel zum Frottieren der Badegäste aus dem Auslande bezogen hätten. Aber ebenso unbegreiflich wäre es, daß R. L. jetzt noch die obige Bemerkung R. Jochanans ולא תהא מרדעת חשובה 1 So muß auch hier nach dem Oxforder Msc. gelesen werden, und nicht כלים;־־, wie die Ausgaben lesen. 2 Ich setze diese drei Worte in runde Klammern, weil sie nicht hierher gehören. 3 In בני ist das Lamed eliminiert, denn בלן ist ja nichts anderes als das;.griechische ßaXav36<;.