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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1927) · p. Seite 9

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1927)
Article
Ein von Resch Lakisch angedeuteter Kopistenfehler in der Mischna
Date
1927-01-01
Page
Seite 9 (sequence 2)
Language
German
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9 של בנאים הצד אחד ושל כור משני צדדין. Ueber die Zusammenstellung der בנאים mit בור gehen die Ansichten der zwei palästinensischen Amoräer- Größen R. Jochanan und R. Simon Ix Lakisch weit auseinander; nach Ersterem beruht sie auf einem Gegensatz, nach Letzterem auf einer nahen Verwandtschaft, oder um es gleich herauszusagen: R. Jochanan hält an der vorliegenden Lsa בור fest, während RL. allem Anscheine nach die angeblich rezipierte Lesart בור als einen unzweifelhaften Kopistenfehler ansieht und demnach בור in בייר emendieren zu müssen glaubt. Ich sage Lesart, weil ja für das Ohr, für den Hörer בור und כייר nicht verwechselt werden können, da בור einsilbig und ביי ר zweisilbig ist. Anders verhält sich die Sache für das Auge, für den Leser. Ein gedankenloser Kopist braucht nur das kleine Jod für ein Waw angesehen zu haben oder überklug der Ansicht gewesen zu sein, ביר müßte mit zwei Jod geschrieben werden, und wir haben sofort eine falsche Lesart vor uns, eine Lesart, welche die Interpretation der Mischna in hohem Grade erschwert. בור bedeutet Grube, בנאין sind Bademeister; das sind, sagt R. Jochanan zwei Begriffe, die sich nicht verbinden lassen; denn es besteht weder eine innere Verwandtschait noch ein offener Gegensatz zwischen ihnen. Demnach bleibt nichts anderes übrig, als sie bildlich zu fassen, so daß dem Kultur- Menschen, dem gebildeten und gelehrten Manne der Barbar, der rohe Ignorant gegenübersteht. Es ist also die Lesart בור, die R. jochanan nötigt, בנאים in der Bedeutung von בונים zu nehmen. Denn es gibt doch wahrlich weder einen begrifflichen Verwandtschaftsgrad noch irgend einen Gegensatz zwischen einer Grube und einem Gelehrten; mithin muß auch בור als gleichbedeutend mit בור leer, unbebaut aufgefaßt werden, dann haben wir den Gegensatz vor uns, auf welchem die Gegenüberstellung von בנאים und בור beruht. Sabbat 114a wird gelegentlich einer an R. jochanan1 gestellten Frage RL.s die M. Mikw. 9,6 zitiert und gefragt מאי בנאין, worauf R. jochanan antwortet אלו תלמידי חכמים שעוסקים בבנינו של עולם כל ימיהם. Diese Erklärung der Mischna wird von sämtlichen Kommentatoren ausnahmslos akzeptiert. Trotzdem muß ich mit aufrichtigem Bedauern sagen, daß mir diese Interpretation nicht allein befremdend, sondern auch höchst bedenklich erscheint. Befremdend, weil schon im Hinblick auf die bekannte Regel אין למדין הלבד. מן האגדה ein poetischer oder midraschischer Ausdruck bei einer höchst prosaischen Sache nicht am Platze ist; bedenklich, Aveil in diesem Falle ein bedeutsames Prinzip durchlöchert Avird. Wann und wo wird sonst in Einem unter Wasser sein. Da nun diese טבילה von der Thora Moses auch dort gefordert wird, wo die durch ein Kontagium entstandene טומאה auch nicht die kleinste sichtliche Spur zurückgelassen, versteht es sich doch von selbst, daß, wo solche Spuren sich zeigen, der טבילה ein Reinigungsbad vorangehen müsse. Sie müssen entfernt werden, weil sie die. unmittelbare 1Wasserbespülung des Körpers verhindern und demnach als trennendes Element betrachtet werden. Es liegt ein tieferSinn in der Forderung, daß der auf diese oder jene Weise unrein Gewordene den Schmutz entferne, bevor er mit seinem ganzen Körper untertaucht. »Schmutzflecke werden nie und nimmer durch die einfache טבילה entfernt; sie müssen verschwunden sein, bevor man in die Mikwah untertaucht. Demnach sind sie auch bei Kleidern, an denen eine טומאה haftet, vor der טבילה auszuwaschen. 1 So liest dieOxforder Hschrft.; vgl. ד״ם z. St., die Drucke haben דב חניינא.

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