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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 1 · p. Seite 52

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 1
Article
Textkritische Bemerkungen
Date
1926-01-01
Page
Seite 52 (sequence 3)
Language
German
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52 erhebe dich, lege mit mir deine Prachtgewänder an! Schon nahet mir durch Jischais Sohn die Erlösung (prophetisches Perfekt wie weiter unten כי■ בא אורך und כבוד זד עליך נגדה). Ob והוא gegen Ende der dritten Strophe als Fürwort oder als Gottesname (Sukka 45 a, Raschi und Tosafot s. v. אני והו) gedacht ist, mag dahingestellt bleiben. נשמת כל חי .3 . Der Lobgesang, mit dem wir an Sabbat- und Feiertagen die פסוקי זמרה beschließen, ist uns nicht in der Gestalt überkommen, in der er aus der Hand seines Verfassers hervorgegangen. Die Gebetbücher der einzelnen Riten weichen ebenso wie die verschiedenen Handschriften desselben Ritus an mehreren Stellen von einander ab. Ob gerade die bei uns in Deutschland hergestellten Ausgaben die ursprüngliche Fassung am reinsten bewahrt haben, dürfte berechtigten Zweifeln unterliegen. Aber selbst wenn es der Fall wäre, sollten wir vor notwendigen Aenderungen des Textes nicht ängstlich zurückschrecken. Die Pietät, die der Autor für sein Werk und dessen Unantastbarkeit fordern darf, erstreckt sich meines Erachtens nicht auf Gebete. Wer sonst die Schöpfung eines Dichters vorträgt, ist nur für ihren Inhalt, nicht für ihre Form mitverantwortlich. Der Beter dagegen trägt für jedes Wort, das er vor Gott ausspricht, die volle Verantwortung. Darum מוצא שפתיך תשבר, achte auf das, was über deine Lippen geht! In dieser Hymne aber mit ihrem überfließenden, um nicht zu sagen überflüssigen, Wort- und Bilderreichtum gibt es auch einiges, wogegen sich die Zunge sträubt. Da ist zunächst ■ המקיץ נרדמים והמשיח אלטים, das sich scheinbar an das Bibelwort והקיצות ׳היא תשיחך (Spr 622) anlehnt. . Dort sind indessen beide Verben intransitiv. Der Hif'il הקיץ bedeutet erwachen, nicht erwecken, und von שיח kommt überhaupt kein Hif'il vor. Könnte man diese vier Wörter nicht ruhig streichen? המעורר ישנים והמתיר אסורים והסומך נופלים והזדקף כפופים sollte doch, meine ich, schon mehr als ausreichend sein — סיימתנהו לכולה!־ שבחי דמרך? — Da ist ferner טל אחת מאלף אלפי אלפים ורבוא רבבות פעמים הטובות. Abgesehen von der unerträglichen Häufung so vieler aufeinander getürmten Zahlen, die überdies, von tausend auf hundert Millionen herabsinkend, eine Antiklimax bilden, leidet auch der Satzbau unter dieser unbeholfen sich hinschleppenden Wortfügung, אלפים ורבבות פעמים הטובות widerstrebt dem Geiste derhebr. Sprache. Wäre es nicht schöner und würdiger, da ja doch keine noch so hohe Zahl die Summe der uns vom Allgütigen zuteil gewordenen Wohltaten erschöpft, einfach zu sagen: על אחת מכל הטובות שעשית" עם אבותינו ועמני? 4. שבע und שובע Zu den Wohltaten, die Gott unseren Vätern und uns erwiesen, zählt die eben besprochene Hymne auch בשבע כלכלתנו. In dem Zichronot des Neujahrsfestes heißt es אחו לשובע. Hier שבע, dort שבע. Umgekehrt wär’s vielleicht richtiger. שבע ist Ueberfluß, שובע Sättigung. Der Verfasser unseres Lobgesanges will doch sicherlich nicht betonen, daß der Allgütige uns nicht allein in Zeiten

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