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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 1 · p. Seite 49

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 1
Article
Die Symbolik des Körpers in den rituellen Bräuchen
Date
1926-01-01
Page
Seite 49 (sequence 9)
Language
German
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49 dieser Gelegenheit sei auch die Sitte erwähnt, die חידושי1 רצ״לן anführen, daß einer nicht das Waschgefäß aus der Hand des anderen (wie auch die Schaufel, mit der man die Erde ins Grab wirft) nehme, desgleichen daß man sich nicht in einem Flusse nach der Beerdigung wasche1. Ich habe für das Waschen nach der Beerdigung dieselbe Erklärung gehört, welche Maharil für das Niedersetzen angibt ,,מפני שהרוחות מלוות אותו“; ich halte dies auch für den Grund der letzteren beiden Einrichtungen, um diese רוחות nicht auf andere zu übertragen2. Man kann darin superstitiöse Vorstellungen, aber auch hygienische Gründe erkennen. -— Vor dem Priestersegen (Duchenen)3 haben die Priester (Kohanim) die Hände zu waschen. Sota 39 a ,,Der Priester, der ungewaschener Hände ist, soll nicht segnen“; begründet ist es mit Ps. 1342 4שאו ידיכם קודש וברכו את ד ,,hebet auf eure Hände in Heiligkeit“ und ,,segnet mit dem Namen Gottes“4. Die Leviten bedienen die Kohanim beim Waschen der Hände57־, wie sie auch im Heiligtum beim ״Duchan“ den Priestern zur Seite standen8. Daher ist eine Kanne und eine Schüssel das Symbol, das auf den Grabsteinen der Leviten angebracht ist. Beth Josef (z. Tur 128) bringt den Brauch der Leviten als einen Brauch der Aschkenasim, den R. Ascher nicht kannte und für den er keine Erklärung wußte, bis er die Stelle im Sohar וקדשת את הלוים fand. — Bei der Mila wäscht der Mohel seine Hände mit dem Weine, der von Kos schel meziza übrig ist, damit die Hände des Mohel bei der Beracha nicht blutig seien. Vgl. I Chr. 28, 3. David sollte Gott kein Haus bauen, weil seine Hände Blut vergossen hatten. Dem gegenüber ist erwähnenswert, was Kizzur Schlo9 von R. J. Feibesch aus Krakau erzählt, der im Falle am Roschhaschono eine Mila war, so daß er nach der Mila Schofar blies, seinen Mund vom Blute der (Meziza) nicht reinigte, um Mizwa von Mila und Schofar zu vereinigen. — Beim Händewaschen im allgemeinen findet sich eine Reihe von lediglich symbolischen Bestimmungen. Man soll die Hände durch Gießen des Wassers aus einem Gefäße waschen, wie der Priester einst seine Hände vor dem Dienste aus dem Becken wusch10. . Man soll dreimal Wasser über die Hände gießen, um den ,,bösen Geist“, der auf ihnen ruht, zu entfernen11 (kabbalistisch). Man soll die- Hände in die Höhe heben und die Handflächen ausbreiten, als ob man etwas empfangen wollte, was symbolisch קבלת הטהרה והקדושה die Empfängnis der Reinheit und Heiligkeit bedeutet12. Eine andere Deutung13 sagt, weil geschrieben steht Ps 11948 ,,ich erhebe meine Hände zu Deinen Geboten, die ich liebe“, damit sie alle von oben gesegnet werden und man Nahrung und Ueberfluß finde. Man wasche zuerst die rechte, dann die linke Hand (siehe oben ״rechte und linke Hand“), ״wie der Herr, der zum Diener sagt, daß er ihn 1 Vgl. Chochmath adam 158, 30. 2 Vgl. Resp. 23 ■§. מה״די סגל. 3 Vgl. Aruch pH — Estrade; unrichtig bei Schück, Told. Esther 53. 4 Vgl. oben ״Finger“ די — Gottesnamen. 5 * * Vgl. II Chr 5. 6 Redak z. St. Ez 42-^. י Raschi z. St. Am 503. 8 Jore dea 128, 6; Sohar P. Nasso. 9 S. 93b. 10 Magen Abr. z. St. Or. ch. 4, 1. 11 Sohar, Truma 275. 12 Atereth sekenim z. St. 13 Kizzur sch’lo S. 23b. Monatsschrift 70. Jahrgang. 4

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