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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 1 · p. Seite 50

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 1
Article
Die Symbolik des Körpers in den rituellen Bräuchen
Date
1926-01-01
Page
Seite 50 (sequence 10)
Language
German
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50 bediene‘4, ,,also gießt erst die linke auf die rechte“ oder um symbolisch änzudeutem, daß ,,das Erbarmen siege über das strenge Recht“ (siehe ,,Händefalten“). Das Händewaschen geschehe mit reichlich Wässer, damit man ,,reich, werde“, denn es heißt ידיו מברכותיו, dessen Anfangsbuchstaben מים״“ ergeben. Wer das ,,Händewaschen“ gering achtet, verarmt1, dessen Anfangsbuch־ ’staben על נטילת ידים bedeuten ,,— .“עני ״Sand“ als Symbol für zeigen,. Es ist Sitte, beim Vorlesen aus der Thora, dem Vorleser die Worte des Textes zu zeigen. Zu diesem Zwecke bedient man sich eines Zeigers oder Deuters aus 'Silber oder Edelholz, der in der Form einer zeigenden menschlichen Hand endet. Textkritische Bemerkungen. Von E. B a n e 111 in Charlotten bürg. ברכנו בברכה המשלשת בתורה .1 In,der Einleitung des Priestersegens sagt der Vorbeter: Segne uns mit dem dreifachen Segen in der Tora. Das ist kein gutes Deutsch. Es ist aber auch kein gutes Hebräisch. Ist der dreifache Segen der Tora gemeint, müßte es heißen: בברכה המשלשת שבתורה. So aber, wie der hebr. Text wirklich lautet, kann er nur den Segen bedeuten, der dreimal in der Tora steht. Er kommt dort jedoch nur ein einziges Mal vor. Durch eine geringfügige Umstellung (הכתובה כתורה statt .בתורה הכתובה) wäre dem Uebel abgeholfen. הכתובה könnte dann nicht mehr auf die Tora, sondern nur noch auf den Segen bezogen werden, wodurch der Parallelismus der beiden Nebensätze schärfer hervorträte: ״Geschrieben von Mosches Hand, gesprochen vom Munde Aharons“. לכה דודי־ .2 Der bab. Talmud berichtet (Schabbat 119a oben): R. Hanina erwartete, in sein Festgewand gehüllt, den Einzug des Sabbat und sprach: Kommet, lasset uns der Königin Sabbat entgegenziehen. R. Jannai legte sein Sabbatkleid an und sprach: Willkommen, Braut! Willkommen, Braut! Diesen stimmungsvollen Brauch führte R. Isaak Luria viele Jahrhunderte später weder ein. Er verließ am Freitag nach dem Minhagebet das Gotteshaus und begab sich mit seinen Schülern ins Freie, um dort die Königin Sabbat feierlich zu empfangen. Sein Freund R. Salomo Hallewi Alkabez verfaßte zu ihrer Begrüßung die bekannte Hymne: Komm, mein Freund, der Braut entgegen, laß den Sabbat uns willkommen heißen. Das schöne Lied fand sehr bald weiteste Verbreitung, und wenn wir auch heute die Synagoge nicht verlassen, um es unter, freiem Himmel zu singen, so begibt sich doch der Vorbeter von dem Pulte, an dem er das Minhagebet vorgetragen, einige Schritte zum Aimemor, wo er den Begrüßungsgesang (קבלת שכת) anstimmt, nach, dessen Vollendung er wieder an seinen Platz zurückkehrt, um das Abendgebet zu ver־ richten. In manchen Gemeinden legt er sogar, ehe er sich dem 1 Schabboth 62b: Kizzur Sch’lo 24a.

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