Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Symbolik des Körpers in den rituellen Bräuchen
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 7)
- Language
- German
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47 מלך העולם, dann den Becher in die linke Hand nahm ־and den Nagel der rechten Hand besah, bis er den Segensspruch beendet hatte. Die verschiedenen Erklärungen dieses Brauches behandelt am ausführlichsten Kolbo. Als erste Begründung führt er an שיפרה וירבה בצפרנים הללו (vgl. Teschuboth hageonim, Schere Lschuba 103, Tesch. Lyk 49), was eine Symbolik für die Fruchtbarkeit und Vermehrung bedeute. Es hätte den Sinn, daß wir den Sabbat mit dem Verlangen nach פדר eröffnen (vgl. meine Genuß- Symbolik) und in gleichem Sinne beschließen. Er führt ferner eine Agada an, daß Licht aus den Fingernägeln Adams hervorgegangen sei (Mordechai z. Joma) und die weitere agadisehe Stelle1, daß Adam, der am Sabbat-Abend die Finsternis sah, dachte, daß sich um seinetwillen die Welt verfinstere, worauf ihn Gott die Weisheit lehrte, aus zwei Kieselsteinen, die er gegen einander schlug, Licht hervorzubringen; dann sah er sich am ganzen Körper nackt mit Ausnahme der Fingernägel — daher der Brauch, die Fingernägel zu betrachten, wenn man den Segen über das Licht spricht. Daß man erst die Nägel und dann die Haut der Hände betrachte, hängt mit der Stelle (Gen 14) zusammen: ״Gott sah das ■Licht“ . . . ״Gott unterschied“ (Pardes 111). Schließlich führt er das Betrachten der Hände (Handlinien) auf chiromantische Gründe zurück: "לפי שהחכמים מכירין בהן מזל האדם וטובות הראויות לבוא לו“. — Magen David erklärt das Vorgehen damit, daß man von dem Lichte, über welches man den Segen spricht, einen Genuß habe. Das entspricht dem, was Siddur Raschi (S. 262) im Namen des Gaon Natronai anführt. Als Quelle für die Sitte wird Pirke d' R. Elieser P. 20 gelten müssen. Spätere Auslegung wie Schdo sieht darin Kabbalistisches, so daß noch Magen Abr. von dem ,,סוד“ des Sohar spricht. Abudr. (S. 102,135) zieht die Talmudsteile Ber. 53 b שיכיר בין מלוזמא של טבריא למלודמא של צפורי, daß man unterscheide zwischen einer Münze von Tiberias und einer von Sepphoris; die eine ist glatt, die andere mit Oeffnungen versehen, der ersteren gleichen die Nägel, der anderen die Handfläche und führt dazu die Stelle des Jerus. an: משיכיר בין צפורין לבשר Sohar2 bringt die Legende von dem Panzer Adams, der abfiel bis auf den Rest der Nägel an Händen und Füßen, die Grunwald, Jahrb. 1923, S. 21, erwähnt. R. Meir von Rothenbürg ist der Autor der Erklärung, die in dem Vorgang ein Symbol sieht, das besagt, bis nun ist die Arbeit verboten gewesen, von nun an ist sie erlaubt. — Ich halte dafür, daß ein abergläubisches und ein symbolisierendes Moment in diesem Brauche vorhanden ist. Das superstitiöse setzt sich aus dem zusammen, was wir von dem bösen Geist, der über den Händen weilt, und der Gefährlichkeit usw. beim Schneiden der Nägel gesagt haben. Das symbolisierende stellt die Erinnerung dar, daß der Ruhetag auf hört und der Werktag beginnt. Für ersteres ist darauf hinzuweisen, daß die Habdala das Auf hören der Ruhe der Neschamoth bedeutet, die zum Gehinnom zurückkehren3, daß ferner der Sabbat ein Schutz gegen die bösen Geister 1 Ber. r. XII, Gap. II, 4. 2 ־YVajakbei S. 208b. 3 Vgl. Jore dea 376, 4, Anm,