Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Symbolik des Körpers in den rituellen Bräuchen
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 5)
- Language
- German
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Mentioned entities
- Mohel 1× ep/1006163
- Rashi 1× ep/1002670
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45 in Zusammenhang der Brauch; dem Toten die Finger so zu beugen, daß sie ,,שדי“ ergeben, damit also über der Hand, die nun leer an Taten ist, das Zeichen Gottes stehe. Tozeoth chajim verzeichnet die Vorschrift, daß man die Daumen in die Hände steckt und die übrigen Finger um dieselben biegt, daß man an manchen Orten die Daumen samt den Händen mit den Zizith oder auch mit den Aermeln des Oberhemdes umwickele, damit sie in der beschriebenen Richtung bleiben. Abr. Danzig1 verlangt im Namen des Rokeach und S. chassidim gerade das Gegenteil, daß man die Finger nicht einbiege, stützt sich auf Raschi zu Num 2026 (Tod Ahrons), wo es heißt פשופז ידיך ,,strecke Deine Hände aus,“ und spricht weiter gegen die symbolische Bildung des Gottesnamens derart, daß er es דבר בדוי nennt. Auch für die sogenannten ,,Gäbelchen“ (געפליך.) hat er keinerlei Anhaltspunkte gefunden, läßt aber diejenigen gewähren, die daran festhalten wollen; nur sollen sie die Finger nicht einbeugen. Es ist kein Zweifel, daß die Sitte der offenen und ausgebreiteten Hände, die mit dem obigen Midrasch Übereinstimmt, die richtige ist. Die Symbolisierung des Gottesnamens durch die Finger findet sich auch in dem Brauche, daß der Mohel, wenn er dem Kinde Wein auf den Mund träufelt, mit den Fingern das Zeichen des Gottesnamens bilde. Beim Priestersegen werden mit den Fingern fünf Zwischenräume gebildet (— kleiner Finger + Ringfinger, dann Zwischenraum 1, Mittelfinger + Zeigefinger, dann Zwischenraum 2, Zwischenraum 3 zwischen den beiden im Winkel aneinanderstoßenden Daumen, dann Zwischenraum 4 wieder zwischen dem Daumen und den 2 aneinandergeschlossenen Zeige- und Mittelfinger, dann Zwischenraum 5 und die beiden aneinandergeschlossenen Ring- und kleiner Finger; die Kohanim pflegen, um die Hände in dieser Lage zu behalten, die Zizith um die aneinandergeschlossenen Finger zu schlingen —); nach dem Verse Cant 29 מציץ מן החרכים, wobei das ה״" auf 5 deutet und gleichzeitig den Gottesnamen ־symbolisiert, wie der Midrasch sagt: ,,שכינה למעלה מראשיהם“. Fingernägel. Deut 2112 heißt es bereits, ,,die Gefangene soll ihre Fingernägel zurechtmachen“. Das wird als ein Sinnbild der Reinigung von ihrem Heidentume aufgefaßt; was sich von ihr entfernen läßt, soll sie beseitigen. Die traditionelle Deutung sieht darin eine Maßnahme, um sie den Israeliten mißfällig zu machen2. Das Wachsenlassen der Fingernägel gehört ebenso wie das der Haare und die anderen Verbote der Körperpflege zu den Zeichen der Trauer3, was wohl auch den Sinn hat, nicht im Aeußeren gefällig zu erscheinen, da die Trauer eine Vernachlässigung der äußern Form verlangt4. — Das Schneiden der Fingernägel ist mit besonderen Vorsichtsmaßregeln umgeben. Zunächst soll man die abgeschnittenen Nägel nicht achtlos fortwerfen, was der Talmud damit begründet5, daß eine schwangere Frau darauf treten, ausgleiten und eine Fehlgeburt haben könnte. Ferner6 wird der Grundsatz aufgestellt: ,,Wer die 1 יחבםת אדם Hilch. aweluth S. 460, No. 9. 2 Jebamoth 48 a. z Jore dea 341, 5 Anm.; 38 0, 381, 3 907. 4 Vgl. II Sam 1926. 5 Nidda 17a. 6 Moed katon 18a.