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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 1 · p. Seite 21

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 1
Article
Über Jekutiel ibn-Hassan im Zusammenhang mit einer Erklärung mehrerer Gedichte ibn-Gabirols
Date
1926-01-01
Page
Seite 21 (sequence 7)
Language
German
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21 und betont, daß es sich dabei nicht um Willkür oder augenblickliche Laune eines Despoten handelte, sondern um ein zielbewußtes Yorgehen, indem Jekutiel es zuerst mit mildem Zuspruch versuchte und erst dann, wenn seine Worte keine Wirkung ausübten, Strenge walten ließ: אשר ניביו כמוקדי אש וכטל וכמטר עלי ארץ יבשה1 וטרם יחרים ישמע ... ואם לא נפרשו מצוף אמריו הלא יפריש כצפעוני פרישה2 Wir sehen also, daß wir es in der Person Jekutiels in erster Linie mit einem tiefen Talmudkenner zu tun haben, der auch den weltlichen Wissenschaften nicht fern stehen mag. Auffallend ist die Aehnlichkeit, die Jekutiel mit seinem Vorgänger Chasdai ibn-Schaprut, dem ersten Mäzen, der uns in der jüdischen Literatur begegnet, sowohl in seinen Lichtals auch in seinen Schattenseiten aufweist. Beide waren nicht bloß durch ihren Reichtum und ihre Wohltätigkeit, sondern auch durch ihre hohe Intelligenz ausgezeichnet. Beide haben unbeschadet ihres mächtigen Einflusses wahrscheinlich in der Regierungsverwaltung kein offizielles Amt bekleidet3. Beide waren wahrscheinlich Regierungs- Dajanim, standen in regem Verkehr mit Babylonien, Jekutiel auch in wissenschaftlicher Verbindung4, und spendeten für die dort existierenden Jeschibot reiche Spenden5 6. Während wir aber bei Chasdai nur von einem einzigen, bestimmten Uebergriff unterrichtet sind, von demjenigen an dem bescheidenen und harmlosen Gelehrten Menachem b. Saruk — will man von seiner bekannten zynisehen Antwort auf die wehmütigen Klagen des Mißhandelten: אם חטאת וכף, die einer Tat gleichkommt, absehen — besitzen wir von Jekutiels Härte und seiner Unbeliebtheit nur im allgemeinen Kunde. Man könnte nun versucht sein, einen wesentlichen Unterschied zwischen diesen beiden Mäzenen darin zu erblicken, daß der Tod Chasdais von niemandem besungen oder beweint wurde, der Tod unseres 1 Diesen Gedanken wiederholt der Dichter sogar in seinem großen Klageliede, wo er von ihm sagt: היה יקותיאל כסלע יהתאל בו נשמטו זרים (D. S. 32 V. 8 v. u., B-R. S. 56119 f.). 2 Eine Andeutung auf חיויא דרבנן דלית ליה אסותא (Sab. f. 110a), das zum טרם יחרים gehört. — Ich gestatte mir bei dieser Gelegenheit ein Paar Emendationen in diesem Gedichte vorzuschlagen, die m. E. wahrscheinlich sind : 1. In dem 2. Halbverse des 1. Verses statt des schwerfälligen ורוחי — ועלי zu lesen, symmetrisch zum נפשי des 1. Halbverses. 2. In dem Verse והמשוה דבריו לאנשים כמשוה החמשים לחמשה (der drittletzte Vers), der keinen Sinn gibt,חמדיו statt דבריו zu lesen; der Dichter möchte damit auf die talmudische Sentenz: ואם ראשונים בני אנשים אנו כחמורים ולא כחמורו של רבי חניכא בן דוסא (Sabbath f. 112b) anspielen, 3 Spricht doch der Dichter nirgends von einem bestimmten Amte Jekutiels, sondern von seiner ungewöhnlichen Macht überhaupt. Was Chasdai betrifft, so sei hier wie im folgenden auf Graetz’ Geschichte Bd. V verwiesen. 4 מלכיה עלי ציר נאמן יועצו אתו ♦ ♦ ♦ יבכו פליליבו בשנעד (D. S. 33 v. 15f., B-R. S. 58163 f.) mit מלכיה meint er die Gelehrten, eine Andeutung auf רבנן איקרו מלכים (Gittin 62a), würden doch die babylonischen Könige, auch wenn deren mehrere wären, kaum einen Anlaß haben, Jekutiels Tod zu beklagen. 6 יבכו רעיביר,יבכו מדוריה (das1.)״

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