Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über Jekutiel ibn-Hassan im Zusammenhang mit einer Erklärung mehrerer Gedichte ibn-Gabirols
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 6)
- Language
- German
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20 Aber niemand, meint der Dichter, darf dagegen protestieren, sogar das Weltall als Ganzes müsse sich Jekutiel fügen: ואלו מאנה (תבל) להיות אמתו גרשה מהיות עמו גרישה ... אשר לו אם יצו תבל להמוט אזי תהיה ממהרת והשה* 1. Nach dieser allgemeinen Charakteristik geht der Dichter dazu über, die Verdienste Jekutiels im einzelnen hervorzuheben. Drei Eigenschäften sind es, die unsern Helden besonders auszeichnen: großzügige Wohltätigkeit, Geradheit der Gesinnung und tiefe Kenntnisse der Gesetzgebung; beiläufig erwähnt der Dichter auch die oben besprochene Namens Verwandtschaft mit Moses. Diese Kenntnisse soll Jekutiel benutzt haben, um viele schwierige und dunkle Stellen in der Gesetzgebung zu erklären, wodurch sie der Vergessenheit entrissen und allgemein zugänglich geworden sein soll: וכמצם אבדה מאין דרישה אשר היחה סגורה מפנינים .♦ . צדי פתח סגרריה ..♦ אשר הציף צלוליה ודלה פניני מעמקיה2 Ausdrücke, die weder sachlich noch sprachlich auf eine andere als die Gotteswissenschaft bezogen werden können. Der Dichter fährt fort: וכמה יצדקו חכמי אדמה ן וכמה כחשו בבין בחישה (D. fehlerhaft: כחשו בניה), d. h. Jekutiel habe sich noch dadurch ein Verdienst erworben, daß er bemüht war festzustellen, was von den Meinungen der weltlichen Gelehrten anzunehmen (worin sie recht behalten 3(יתנו צדיהם ויצדקו und was wegen ihres Widerspruchs mit der Tora zu verwerfen sei4. Endlich wendet sich der Dichter zu den gegen Jekutiel erhobenen Beschuldigungen vers ist eine Anspielung auf שם ינוחו יגיע,, לח (Job 316), was die Wiederholung von רשעים des ersten Halbverses darstelle, ישישו כי ימצאו קבר (das. 21)* יגעימ könnte auch, nach Brody שיר השירים S. יד Schwache bedeuten und der 2. Halbvers wird also heißen: die Schwachen konnten in seiner Zeit frei aufatmen, da ihre Verfolger hart bestraft wurden; sie ändert an der Auffassung des Gedichtes nichts, auch wird das Bild etwas friedlicher. Allein es fehlt dann an jeder Andeutung des Objektes der Straftaten. Die Ereignisse, die dem Dichter bei dieser, wenn auch stark übertriebenen, Schilderung der Grausamkeit Jekutiels als Grundlage dienten, lassen sich nicht ermitteln; daß der Dichter aber dies gemeint hat, geht aus seinen Worten klar hervor. 1 Vielleicht hängt es auch mit der Geringschätzung der הבל zusammen, welche der Dichter, wie es scheint, mit תבל verwandt hielt; s. z. B.: הכי תבל קראה [ למען היא וחם כשמה (D. S. 62 Ged. פא u. Anm: 3, B-R. S.137S), אל תאמן לבי בתבל (B-R. S. 9115) u. 0. 2 Die letzte Wendung ist eine Andeutung auf das talmudische: אי לאו דדלאי לך חספא לא משכחת מרגניתא תותח (Baba Mezia f. 17b). 3 Nach dieser Auffassung ist die Benutzung des ויצדקו ganz regelrecht; s. Kaufmann ZDMG. Bd. LII S. 307. Es ist hier eine Präsumption enthalten, daß die חכמי אדמה im allgemeinen (nach, der Meinung des Jekutiel) kein Recht haben. 4 Ein Seitenstück zu unserem Gedicht finden wir in einem Huldigungsgedichte ibn-Gabirols zu Ehren Samuel ha־Nagids:♦♦«►וחוזי כוכבים (Benennung für Astronomen) . דכחדו אל שדי באמרם כי יש די בארבע מוסדי . אשר הם עקרים (D. S. 668 v. u. ff., B-R. S. 7131 ff.)•