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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 1 · p. Seite 19

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 1
Article
Über Jekutiel ibn-Hassan im Zusammenhang mit einer Erklärung mehrerer Gedichte ibn-Gabirols
Date
1926-01-01
Page
Seite 19 (sequence 5)
Language
German
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19 überschritten — oder wenigstens als solche empfunden wurden — nicht vermeiden ließen1, so daß darüber Klagen laut wurden. Jekutiels Schützling übernimmt nun in diesem Gedichte, vielleicht auf dessen Wink oder deutlichen Befehl, seine Verteidigung. Nach der Ein־־ leitung, in welcher der Dichter zum Ausdruck bringt, daß ohne Jekutiels Freundschaft er den harten Schicksalsschlägen schon längst unterlegen wäre2, beginnt er, seinen Gönner als großen Herrn zu schildern, dem sich alles fügt und fügen muß; diese Größe wird sowohl durch Jekutiels Taten der Milde: ♦ ♦ ♦ אשל קם לעשרת חסל ♦ ♦ 4 ונשברת בצדקתו חבושה als auch durch diejenigen der Grausamkeit: וקרני כל מתי און יגדע ושמם כעפר ארץ ממשה ויינע מעשות חרץ, יגעים בימיו מצאה נפשם נפישה charakterisiert 3. 1 S. das folgende Gedicht, wo der Dichter sagt או יד יקות״אל עלי ערפנו (D. S. 29 V. 8b, B-R. S. 4420). Uebrigens scheut sich der Dichter nicht, Jekutiels Handlungsweise in Bezug auf ihn selbst mit solchen scharfen Wendungen, wie מכרני והפר את בריתי 1 ואהבתיו ולא שמר אפונים (B־R. s. 5245—46), zu charakterisieren. 2 Unter den Schicksalsschlägen hat er gewiß hauptsächlich die Anfeindungen verstanden, die er seitens der Mitglieder der Saragossaer Gemeinde auszustehen hatte. In dem 2. Gedicht drückt er sich geradezu herausfordernd aus: אכעיס בנות ימים ונגדן אצתקה כי צעקות מי זה אשר יכפנו האת הדפתנו ואין כה בך או יד יקותיאל עלי ערפני השר אשר לולי שטפך בענן ידיו שרפנוך באש קצפנו (D. S. 29 V. ל ff., B־R. S. 441? ff.). Der jugendliche Dichter war nicht erfahren genug, um zu sehen, daß sein vermeintlicher Beschützer gerade die Haupt- Ursache seiner Widerwärtigkeiten war: die Gemeindegenossen übertrugen ihren Haß gegen den harten Jekutiel auch auf seinen Schützling und Verteidiger. — Die Kommentatoren nehmen übrigens an, daß die Einleitung mit dem Thema des Gedichtes nichts zu tun habe, s. Luzzatto טל אורות XII Anm. 7, B r 0 d y שיד השירים S. נ erste Anm., Bialik-Rawnitzki in ihrer Ed. הערות ובאורים s. 432 v. u. 3 Der letzte Vers hat den Kommentatoren, die ihn durchaus als Ausdruck einer milden Tat deuten wollten, nicht wenig Kopfzerbrechen verursacht. Geiger hat diesen Vers in seiner allerdings freien Uebersetzung übergangen; Luzzatto hält sogar für nötig, den Namen seines Schülers, der diesen Vers kommentierte, mit Auszeichnung zu erwähnen. Dukes und E h rl i c h schlagen חפץ, Bacher und Bialik חסד statt חרץ vor usw. Alle diese Kombinationen halfen nicht und der Vers blieb nach wie vor unverständlich, besonders sein Zuasmmenhang mit dem vorangehenden. In Wirklichkeit aber hält der Dichter חרץ für dasjenige Wort, von welchem חריץ — ein einer Dreschwalze ähnliches Instrument — abgeleitet ist (חרץ verhält sich zu חריץ etwa wie חסד zu חסיד) und bezeichnet damit diejenige Masse, die sich aus einem Gegenstände bildet, nachdem er der Wirkung dieses Instrumentes ausgesetzt war. Der Dichter will also damit bildlich darstellen, daß Jekutiel seine Strafaktionen so eifrig zu betreiben pflegte, daß er dabei ermüdete und die Frevler, die Objekte seiner Tat, dabei zur ewigen Ruhe kamen. Bei der Konstruktion des ersten Halbverses haben dem Dichter folgende Bibelverse vorgeschwebt: 11) וישם במגורה ובחרצי הברזל Sam 12ןג_), wo gleichfalls das Verbum עשה gebraucht wird: וכן יעשה לכל עדי בני עמון (das.), כי לא בחרוץ יורש קצח (jes 2825), was dem .מדושד des vorigen Verses entspricht; es mag ihm auch das arabische (—leibliche und sittliche Verderbnis —vorgeschwebt haben. Er hat das Wort חרץ auch deshalb angewendet, weil es zugleich an: כליון חרוץ (Jes 1022) und 1) משפטך אתה חרצת Kön 2040) erinnert, um anzudeuten, daß diese Strafen rechtlich begründete und nicht willkürliche waren. Das Bild hat der Dichter dem Verse: ויך בפלשתים עד כי ינער. ידו (II Sam 2310) entnommen. Der 2. Halb- 2*

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