Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über Jekutiel ibn-Hassan im Zusammenhang mit einer Erklärung mehrerer Gedichte ibn-Gabirols
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 3)
- Language
- German
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17 und in seiner Schrift רק ישענו על תכונת השומע :שפה ברורה (Codex De Rossi N. 314, ed. pr. Konstantinopel 1530 f. 15b)1. Ja ein Zeit- und Landesgenosse ibn Gabirols, Jona ibnGanäh, gibt in seinem Wörterbuche diese Bedeutung von בון s. v. ausdrücklich an; er zitiert Sam I 2322, Job 8a, 233 (תכונתו) als Belege dafür2. Sollte also auch תכונה im Text richtig sein, so ist es trotzdem im Sinne von תכונה gemeint. Der schwerwiegendste Grund aber ist: 3. daß, auf Jekutiel bezogen, der Vers überhaupt keinen Sinn gibt! Geiger übersetzt: ״Der Sternkund' ist sein Name aufgeprägt“ (Sal. Gab. S. 40). Das klingt zwar deutsch sehr schön, im Hebräischen aber versteht man unter הקרא שמו על etwas ganz anderes; es bedeutet nämlieh die juridische oder moralische Zugehörigkeit des betreffenden Objektes zu derjenigen Person, deren Name genannt wird (Deut 2810, I Könige 843, Jes 41י Jer 710 u. and.). Jekutiel aber als Stifter der ganzen Wissenschaft oder sogar eines Zweiges derselben zu bezeichnen, wäre Unsinn3. Nur dort, wo es sich um ein Bild handelt, kann man es dem Dichter nicht verübeln, wenn er es etwas phantastisch malt; ihm aber prosaische Unwahrheiten zuzuschreiben, haben wir kein Recht. Und trotzdem wollte eben der Dichter dies sagen! Nur nicht von der Astronomie, sondern von der Gesetzgebung und nicht von Jekutiel, sondern Moses, den Gesetzgeber, der dem Talmud nach gleichfalls j ekutiei heißen soll:״ואשתו היהודיה ילדה את ירד ואת יקותיאל 1) אכי זנוח ehr 418) ירד זה משה 4 .. יקותיאל שקוו ישראל לאל בימיו״ (Megilla f. 13a)4. Gerade diesen Vers der Chronik benutzt unser Dichter in einem anderen Gedicht (D. S. 53 N. 46 V. lb, B-R S. 502), um Jekutiel אבי זנוח zu nennen. Das Wort תבונה im Sinne von Gottesgesetz gebraucht ibn Gabirol nicht selten. Als Beleg sollen hier bloß wenige unbestreitbare Stellen angeführt werden: ולולי נחלו נחלי אמונה... אוי בם נעקר עקר תבונה ן והיו האסורות כפקורות (נ״א : כפטורוו־סוהיו הכשרות כפסולות (D. s. 70 v. 9a ff., b־r. s. 754! ff.)והרום בתכונה עד לשבעה ♦ .. אשר חוק ידי דת אל אמונים (D. s. 17 V. 4a, B-R S. 100—101). Die Verwendung von תבונה in diesem Sinne ist hier um so mehr angemessen, da der vorangehende Vers: וחכמתו בדת אל [ה1קדושח (Emend. von s. d. Luzzatto) lautet. Der Dichter vergleicht nämlich vorher (in demselben Gedichte) Jekutiel mit den 3 Hirten: וקם בהם מקום רועים שלשה (D. s. 27 v. 1 v. u. B-R S. 4224): Moses, Aaron und Mirjam — wieder mit einer An- 1 In der Lippmannschen Ausgabe (Fürth 1839) findet sich diese Stelle nicht; sie ist nämlich in den dort fehlenden 8 Seiten enthalten;s. Wilensky דביר Bd. II s. 284. 2 Es ist vielleicht von Interesse zu bemerken, daß S. D. Luzzatto (אגרות שד״ל s. 56) הכינה Job 2827 und D. Rosin (Reime und Gedichte I S. 17) הכינו im obenerwähnten Gedichte des A. i. E. in הבינה resp. הבינו emendieren. 3 S. D. Luzzatto wollte es erklären durch: *שמו נקרא על החכמה טל אורות) והוא לה לאב ולפטרון■■(מעצען)" VIII); diese Erklärung bezeugt bloß seine Verlegenheit. 4 Diese Bezeichnung für Moses findet man in פיוטים nicht selten, so z. B. im מחזור רומניא תלייג ע־א וע״ב) ויעל משה מערבות מואב :פיוט), im Gebetbuche תפלת החדש כמנהג... ספרדים Livorno תרל״א Anfang, in 3 בקשות לשבת von 3 verschiedenen Autoren. Monatsschrift, 70. Jahrgang. 2