Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über Jekutiel ibn-Hassan im Zusammenhang mit einer Erklärung mehrerer Gedichte ibn-Gabirols
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 2)
- Language
- German
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16 ibn-Hassan und eines Verses, in welchem ibn-Gabirol von Jekutiel sagt: אשר נקרא שמו על התכונה (Gedicht הצפור או דרורDukes, Schire Schlomo S. 28 V. 2a, Bialik-Rawnitzki S. 4243), mit dem zu hohem Greisenalter gelangten Dajan und astronomischen Schriftsteller Hassan ben Mar Hassan in Cordova identifiziert (ZDMG Bd. XIII S. 514, Sal. Gabirol 'S. 118 Anm. 24)* 1. Graetz' Einwände (Gesch. VI4 S. 26, Anm. 4) sucht Geiger — nicht ohne Erfolg — zu entkräften (Sal. Gab. a. a. O.). Merkwürdigerweise führt Graetz gegen Geiger nicht das Argument ins Feld, daß im Litbl. d. Or. (1847 S. 535), wo S. D. Luzzatto das Gedicht zum ersten Male nach der Abschrift einer Wiener Hs veröffentlicht hat, התבונה (mit ב) Statt התבונה (mit כ) steht, wie es auch Graetz selbst in der ,,Monatsschrift" (1858 S. 454) mit ,,Vernunft" wiedergibt. Sollte es Graetz vielleicht bekannt gewesen sein, daß die Lesart zweifelhaft ist? Geiger bezeichnet ja in der oben erwähnten Anmerkung (ZDMG) התבונה als ,,Korrektur". Mag nun die Lesart sein, wie sie will, ich glaube, man kann mit Bestimmtheit sagen, daß ibn-Gabirol hier nicht an Astronomie gedacht hat, und zwar aus folgenden Gründen: 1. der etwa 100 Jahre nach ihm schreibende Abraham ibn-Esra bezeichnet die Astronomie als 2חכמת מלאכת השמים oder 3חכמת חמולות und die Astronomen als 4חכמי הספירות und 5חכמי המזלות. Sogar der jüngere Jehuda ibn-Tibbon übersetzt in der Vorrede zum חובות הלבבות Astronomie mit חכמת הכוכבים. Erst seit der Zeit seines Sohnes Samuel scheint sich תכונה — eigentlich תכונת העולם — für Astronomie, dem arabischen für ^JLrJI entsprechend, eingebürgert zu haben; es ist also höchst unwahrscheinlich, daß ibn - Gabirol sich bereits dieses Terminus bedient hat 6. 2. Bei Abr. ibn-Esra finden wir הכץ und תכונה in der Bedeutung von הבין und תבונה, so z. B. im Gedichte vor seiner Schrift הבינו אל חכמה :מאזנים, in demjenigen vor והכין משבילים :צחות als Astronom gepriesen werden konnte. Diese Vermutung wird aber dadurch erledigt, daß der Name des Vaters unseres Jekutiel יצחק war; s. das von H. Brody in der Zeitschrift השלח Bd. 25 zum ersten Male veröffentlichte Gedicht עזוב הגיון, wo v. 2 והודה רב יקותיאל לבדו בנו יצחק lautet. Auch ist D.s Einwand gegen Geiger (das.) nicht stichhaltig. 1 In der ZDMG das. Anm. bezeichnet Geiger diesen Vers als ,,die einzige Spur, auf welcher wir unsern ibn-Hassan auffinden können‘6, dagegen heißt es in seinem Sal. Gab. (a. a. O.) . . . ,,als Astronom (אשד . . . und sonst mehrfach) . . . gepriesen wird66; ich wenigstens konnte beweiskräftige Stellen dafür bei ibn-Gabirol nicht finden. 2 Gangb. Komm. Ex 313׳, Ps 195. 3 Jesod Mora I (mehrmals; Ed. Stern f. 11a המולדות — Druckfehler). 4 Einl. u. Komm. Gen 116. 5 Gangb. Komm. Ex 1813, Jes 4713, Dan 22. 6 Dukes scheint diese Schwierigkeit empfunden zu haben und in seiner Bemerkung zum betreffenden Vers sucht er sie dadurch abzuschwächen, daß er eine Stelle aus dem מולם קטן des Josef ibn-Zaddik (Zeitgenosse des A. ibn-Esra) zitiert, wo תכונה für Astronomie gebraucht wird; es muß ihm im Augenblick entfallen sein, daß die Schrift arabisch verfaßt worden ist, wie er selbst lange, bevor die Schrift im Drucke erschienen war, vermutet hatte (Litbl. d. Or. 1849, S. 284). Der Uebersetzer ist nicht ermittelt; Jellineks Annahme in seiner Edition des Werkes (1854, S. XV), daß es Moses ibn-Tibbon war, scheint unbegründet zu sein; s. Steinschneider, Hebr. Uebers. S. 408 f.