Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1925)
- Article
- Mitteilungen zur Geschichte und Literatur aus der Geniza
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 9)
- Language
- German
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38 Schemone Esrehgebetes noch die ־ursprüngliche Gestalt des 34. Psalmes vor sich gehabt haben? Diese Annahme scheint gewagt, denn in diesem Falle mußte man die Redaktion des Achtzehngebetes, wie es indiesem Fragmente vorliegt, in eine recht hohe Zeit verlegen. Das Schemone Esrehgebet hat bereits das Gebet gegen die Minim, ferner deutet es auf die Zerstörung des Tempels und Jerusalems, muß also nach der Zeit des Rabban Gamaliel aus Jabne stammen. Beachtenswert ist ferner der durchgehende Reim. Bened. 15 wird טוב mit תתעטף gereimt. פ und ב wechseln auch in Bened. 18 מפשר statt מבשר. Eine ähnliche Verwechslung von פ und ב finden wir im palästinensischen Midrasch, wo פתואל (Toel 1!) mit בתולה erklärt wird. Midrasch Psalmen 80! רבנין אמרין למה נקרא שמו פ תו א ל שהיה מתפתה ומסלסל בשערו כבתולה, vgl. Mid. Jalkut Shimeoni § 533, Machiri ed. Greenup, Joel, London 1913, S. 1. Hier tritt gewiß eine ähnliche Erscheinung vor. Die Tefilla zeigt alle Eigentümlichkeiten der palästinensischen Rezension, so die 18 Benediktionen, die Eulogien, s. Nrn. 14, 16, 18. Die Sprache hat Anklänge an den ältesten palästinensischen Pint, vgl. Benedd. 2. Der poetische Teil ist voller Anspielungen auf die Bibel, wie die Anmerkungen beweisen. Man darf wohl behaupten, daß dieses Fragment älter als die bisher bekannte palästinensische Version der Tefilla ist, somit hätten wir in diesem Fragmente die. erste, älteste Versiondes Schemone Esrehgebetes vor uns1 2. Die Stellungnahme der Schulhäupter zu diesen Formen der Amidah wird deutlicher durch einige Stellen in der halachischen Literatur. Tanja (über Tefilla) bringt gewiß aus gaonäischen Quellen folgenden Satz: ואלו החונים שמניחים מטבע הברכות ואומ' קרובות לאי 2שפיר עבדי, אבל המאריד והמקצר באמצעיות לית לן בה. Es geht also hervor, daß solche abgekürzte Tefillas wohl erlaubt waren, vgl. auch Zunz, Ritus S. 3, Gottesdtl. Vortr. S. 368 A. 6 und 369 A. 4. Der Text lautet: Ms. Oxford, S. 20a—21a. (1) אברכה את יי בכל עת3, מנינינו מפת ועד עת, ברוך אתה יי מגן אברהם4: (2) ביי תהלל נפשי, מטליל5 להעמידני מריפשי6, בא״י מחיה המיתים:(3) גדלו ליי אתי, והקדישו בני יפתי7, בא״י האל הקדוש:(4) דרשתי את יי וענני, בינה וחכמה יבונני, בא״י חונן הדעת: (5) הביטו אליו ונהרו, ומשוב אליו אל תאחרו, בא״י הרוצה בתשובה: (6) ופודה יי נפש עבדיו, 1 v. Marmorstein, The Attitüde of the Jews toward s. Early Christianity in Expositor, November 1923, pp. 383—389. , 2 Vgl. auch das Responsum des R. Joseph ibn Migash, Nr. 87: וששאלת הפיוטים שנהגי החונים לומר ולהכניס אותם בכלל הברכה כמו מגן מחיה ויוצר אם זה מותר אם לאו, תשובה אם הדזיר החזן ענין הברכה לודמןהחתימה כדי שתא החתימה עליה הרי זה מותר ואין אצלנו מי שימחה בזה ובפרט הואיל והיא מנהג פשוט לכל העולם. 3 Ps 342 ff. 4 Vgl. Sirach (hebr.) 511? f. u. Z. A. W. 1909 (29), S. 287 ff. 5 טלל im Hiphil bei Qalir im Sinne von Tau spenden. Ueber den Tau der Auferstehung oder des Lebens s. Pirke R. Elieser c. 24. 6 In רפש s. Jes 5720. 7 Engel, s. Ibn Ganahs Wörterbuch s. v. יפת.