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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1925) · p. Seite 29

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1925)
Article
Alchemie und Kabbala
Date
1925-01-01
Page
Seite 29 (sequence 17)
Language
German
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29 Autor des für die Kabbalaforschimg noch gar nicht ansgebeuteten großen Soharkommentars כתם פז (gedruckt Livorno 1795 über die Genesis). Dieser Autor, aus dessen Werk ebensoviel für die Textkritik des Sohar zu lernen ist wie für die Kenntnis des damaligen Zustandes der Kabbala, bevor die von Safed ausgehende Bewegung auf sie einwirkte, bemerkt f. 445 a seines Werkes über die oben erwähnte Soharstelle T, 249b folgendes: ,,Hieraus können wir entnehmen, daß den Weisen des Sohar kein Ding aus der Naturwissenschaff verborgen war, denn sie kannten die Dinge ihrem Grund und Wesen nach, sowie auch, daß nichts in der natürlichen Welt ist, das nicht seine Wurzel in der oberen hätte .... Du mußt wissen, daß Gold und Silber ihrem natürlichen Ursprung (טבע סוצאם), ihrem Element und Mineral (מהצבם) nach dasselbe sind, und bekümmere dich nicht um die, die da sagen, es seien zwei von einander unterschiedene Dinge, weil sie sehen, daß es ein Mineral gibt, aus dem Silber kommt, und ein [anderes] Mineral, aus dem Gold kommt, und sagen, es sei ein Unterschied zwischen ihnen: Aber es ist dem nicht so, denn es besteht kein anderer Unterschied zwischen ihnen als der der Farbe allein. Denn das Wesentliche am Golde ist ursprünglich Silber. Und je nach den Orten, wo das Silber entsteht, gibt es Minerale, die der Sonnenglut ausgesetzt sind, und infolge ihrer starken Bestrahlung werden sie im Lauf der Zeit rot und werden zu Gold, denn beim Anwachsen der Wärme ändert sich die weiße Farbe und wird rot, wie du ja sogar am Obst sehen kannst, dessen der Sonne ausgesetzte Oberfläche rot wird, während die ihr nicht zugewandte Fläche weiß oder grün bleibt, denn die Sonne rötet oder schwärzt oder weißt ihrer Natur nach jedes Ding, je nach der Anlage seiner Materie. Und so ist es auch bei den Mineralien. Solche Mineralien, die der Sonne ausgesetzt sind und nach Süden gelagert sind, färben sich rot, die Minerale aber, auf denen die Sonnenhitze nicht stark ruht, bleiben weiß, und [so] werden sie auf Erden mit [verschiedenen] Namen benannt, Gold oder Silber, je nach dem Unterschied ihrer Lage bei der Aufnahme der roten Farbe, du mußt aber wissen, daß sie ein Ding und ununterschieden sind, außer ihrer Lage •nach. Und darum findest du, daß die Weisen unter den Alchemisten (בעלי האלבימייא) sich nicht mit den übrigen Metallen beschäftigen, um irgend eine ״Arbeit“ [מלאכה, auch hier also in diesem prägnanten Sinne gebraucht!] an ihnen zu verrichten, sondern allein mit dem Silber, um es zu röten, weil diese beiden Metalle für sich bestehen (קיימים בעצמם?) und einerlei Ursprung haben, sowie uns auch zuverlässige Leute (אנשי אמת) mitgeteilt haben, die aus Ophir (Ostindien hier?) kamen, sie hätten dort ein Mineral gefunden, halb Gold und halb Silber, da es in dem Lande unter der Sonnenwärme nicht völlig reif geworden sei, und man schmilzt es ein und läßt Gold und Silber, jedes für sich, daraus hervorgehen. Und ich schreibe dies, um dir ihre [der Soharautoren] Weisheit kundzutun, denen nichts verborgen blieb.“ Simon ibn Labi hielt also etwas von der Alchemie, ja er biegt sogar die kabbalistische Symbolik zugunsten der alchemistischen um, wenn er wenige Zeilen später behauptet, ״daß auch bei den Kabbalisten das Gold Sonne und das Silber Mond heiße“. Dies ist in der Tat die Symbolsprache

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